Handverlesen in 2025

Da 2025 nun endgültig vorüber ist, wird es Zeit für meinen persönlichen Jahresrückblick. Und los geht’s!

Jahresmotto: Ein Leben in Hülle und Fülle

2025 suchte ich mir zum ersten Mal ein übergeordnetes Jahresmotto heraus, das mich 365 Tage lang begleiten sollte. Das hat mir in mehrerlei Hinsicht sehr getaugt:

  1. An keinem Moment im Jahr fehlte mir etwas – allen selbst auferlegten Einschränkungen zum Trotz.
  2. Das Motto führte mich thematisch wie ein roter Faden durch das Jahr. Gelegentlich machte mir das Entscheidungen einfacher, weil ich bewusst sagen konnte: Entsprechend meinem Motto handle ich so.
  3. Es tat mir nach über zehn Jahren, die ich mich bereits mit dem übergeordneten Thema Minimalismus auseinandersetze, und mehreren Jahren, in denen ich für meine Verhältnisse über Geld im Überfluss verfügte, gut, mich mal wieder zurückzubesinnen: Was brauche ich? Was möchte ich? Was ist mir wichtig?

Dafür hatte ich mir zu Beginn ein paar Maximen an die Hand gegeben, die dem Motto folgten:

Nix Neues – Bis auf ein paar wenige Ausnahmen hat das ausgezeichnet funktioniert. Die Idee dahinter war, das zu nutzen, was ich bereits besitze, anstatt noch mehr anzuhäufen. Letzteres ist bei mir insbesondere bei Gesellschaftsspielen ein wunder Punkt. Abhilfe geschaffen haben wir Brettspielcafés und Bibliotheken. Das möchte ich künftig beibehalten: Bevor ich mir ein Spiel (oder etwas anderes) selbst zulege, leihe ich es erstmal aus, um es auszuprobieren und herauszufinden, wie oft ich es tatsächlich selbst nutzen würde. Eine große Ausnahme dürfte hier meine größte Anschaffung des vergangenen Jahres sein: In Berlin habe ich ein Harmonium erworben, weil ich meine musikalische Ausbildung verbessern möchte. Da es jedoch aus einem Gebrauchtwarenkaufhaus stammt, wurde es zumindest nicht neu produziert.

Aufbrauchen – Dass das gut funktioniert hat, liegt zu großen Teilen im Verdienst meines Partners. Der hat nämlich gelegentlich tabula rasa gemacht und einfach nach und nach sämtliche Lebensmittel aufgebraucht, die ich für etwaige besondere Anlässe aufgehoben habe. Meine Erkenntnis: Lebensmittel für besondere Anlässe aufzuheben, lohnt sich in der Regel nicht, weil man im Zweifel sogar riskiert, dass sie verderben. Mittlerweile ist sogar das Tiefkühlfach dermaßen leer, dass wir dieser Tage getrost abtauen können. Nur ein paar Überbleibsel aus der Weihnachtsbäckerei haben unsere Vorräte ungeplant etwas aufgestockt. Im Bad verbrauche ich weiter fleißig angesammelte Cremes auf. Was meine Kleidung anbelangt, ist es bei einigen Stücken nun wirklich an der Zeit, sie ist das Textilrecycling zu geben und sie zu ersetzen. Gleichzeitig habe ich von meinem Partner ein paar gut erhaltene Stücke vererbt bekommen, da er sie nicht mehr trägt und wir praktischerweise ähnliche Größen tragen.

Auswärtsessen beschränken – Diese Maxime habe ich recht rasch aufgegeben, weil einerseits meine Lebensumstände nicht dazu passen und ich andererseits einen Perspektivwechsel vollzogen habe: Mit der Kenntnis darüber, wie viel meine Zeit wert ist, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für mich oft die bessere Investition darstellt, Zeit zu sparen, anstatt für mich allein zu kochen. Anderes verhält sich das, wenn es darum geht, etwas Besonderes zuzubereiten oder mit anderen Menschen zu kochen.

Reisen reduzierenObwohl ich bei weitem privat nicht so viel verreist bin, wie ich gern wäre, hat sich bei mir insbesondere am Ende des Jahres eine gewisse Art von Reisemüdigkeit eingestellt. Das hing vor allem damit zusammen, dass ich über das Jahr betrachtet kaum in Berlin war und sich gleichzeitig bei mir das Gefühl einstellte, dass ich nicht ausreichend Projekte fertig bekommen würde. Daraus nehme ich zwei Fragen mit für das neue Jahr: Erstens, wie ich meinen kreativen Ertrag auf Reisen erhöhen kann, und zweitens, wie sich mein ideales Jahr real abbilden lässt.

Aktivität statt Konsum – An Aktivität hat es mir eigentlich nicht gemangelt. Davon zeugen zumindest verwunderte Aussagen aus meinem näheren Umfeld, wie ich all meine Projekte unter einen Hut bekomme. Dennoch ist meinem persönlichen Empfinden nach mein Verhältnis von kreativem Ertrag und – allem voran digitalen – Konsum noch nicht ausgewogen. Die Krux hierbei liegt darin, dass meine Arbeit letztlich stets in digitaler Form abgegeben wird. Dieses Thema nehme ich also auch mit ins neue Jahr.

Januar

Dafür, dass ich den Jahresbeginn ruhig anlaufen lassen wollte, war der Januar bereits gut gefüllt: Viele Verabredungen, viele Filme zu Hause und im Kino geschaut, viele Abende mit Gesellschaftsspielen – diese Seite mag ich an Winter. 🥰

Da Skiurlaub in den Bergen leider nicht drin war, suchte ich mir einen alternativen Wintersport: Schlittschuhlauf. Praktischerweise gibt es in Berlin einige Eisbahnen, derer Eintritt wesentlich günstiger als ein Skipass ist. Denselben Effekt hat es freilich nicht, aber ich empfinde es zumindest als guten Ausgleich zum mangelnden Lauftraining im Winter. ⛸

Außerdem waren meine Eltern zu Besuch in Berlin. Gemeinsam schlemmten wir uns durch die Grüne Woche in Berlin und erkundeten den Tempelhofer Flughafen im Rahmen einer geführten Tour. 🗼

Februar

Um mein Multi-Ticket für die Eisbahn vollends auszunutzen, ging ich recht regelmäßig zum Schlittschuhlaufen. Und siehe da: Mit regelmäßigem Training klappte es allmählich sogar mit dem Bremsen auf Eis. 🚨

Im Februar lief außerdem mein Arbeitsjahr an. Den Anfang machte die Berlinale. Von wahllosen Besuchen bei überfüllten Branchenveranstaltungen halte ich ehrlich gesagt nichts. Eine erwähnenswerte Ausnahme hiervon stellt die Screenwriters’ Lounge dar. Da kommen unzählige Drehbuchautor*innen zusammen, um sich auszutauschen. Neben interessanten Panels gibt es dort auch zahlreiche Möglichkeiten, um alte Bekannte zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Und tatsächlich hat sich daraus sogar die eine oder andere Kollaboration ergeben. 🎞

Darüber hinaus rief mich Lüneburg zurück. Was soll ich sagen: Die Stadt ist so pittoresk wie eh und je. Die Arbeit an Staffel 24 von Rote Rosen hat unglaublich viel Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen! (Werbung in eigener Sache: montags bis freitags um 14:10 im Ersten oder zeitunabhängig in der Mediathek) 📺

März

Trotz weiterhin kühler Temperaturen begab ich mich mit meiner Fun-Partnerin in crime Cloudy erst auf eine Bootstour durch den Hamburger Hafen und anschließend in das Miniaturwunderland. Mit meiner Schwäche für Modellbahnen war ich natürlich hin und weg! Gleichzeitig war ich auch etwas überwältigt von all den Details. Natürlich hat die Zeit bei weitem nicht genügt und es braucht noch mindestens einen weiteren Besuch. Abgesehen davon hätte ich mir aber durchaus mehr Züge gewünscht. 🚞

Darüber hinaus gehörten eine Buchbesprechung mit Cloudy (leider auch die einzige letztes Jahr 😅), eine Familienfeier, das erste Eis der Saison und die Sichtung einer unglaublich süßen Wildschweinfamilie zu meinen Höhepunkten im März. Ach ja, und zum ersten Mal seit Jahren habe ich ein Bad in einer Badewanne genommen. Für gewöhnlich gehöre ich ja eher zur Duschfraktion. Aber das Entspannungsbad auf dem Wannenrand der Produktionswohnung konnte ich einfach nicht länger ignorieren. 🛀

April

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich gern in Bibliotheken arbeite. Da versteht es sich von selbst, dass mich die Nacht der Bibliotheken anspricht. Arbeitsbedingt habe ich es nur zu zwei Veranstaltungen geschafft, aber das hat sich auch schon gelohnt: Erst nahm ich an einer Tour zur Architektur des Grimm-Zentrums in Berlin teil. Die Gestaltung fand ich schon immer faszinierend, doch mit Einblicken eines Architekten erhält man noch mal einen ganz anderen Blick darauf. Im Anschluss ging es hinter die Kulissen der Bibliothek. Da hätte ich gern noch mehr erfahren, aber der spannendste Teil bestand im Grunde im Besuch des Archivs, weil man Bücher zu sehen bekommt, die dem Krieg zum Opfer gefallen und deshalb anderweitig nicht mehr verfügbar sind. 📚

Außerdem nahm ich an einer Fortbildung zum Dialogformat Sprechen & Zuhören des Vereins Mehr Demokratie e.V. teil. Der Name ist hier Programm. Manche kennen die Prinzipien womöglich aus therapeutischen Formaten. Der Verein nutzt das Format hingegen, um Dialog zwischen politisch verhärteten Fronten anzuregen. Äußerst erhellend und empfehlenswert! 🗣

Zudem gab es neben vielen Wanderungen und Eierwürfen an Ostern auch zum ersten Mal selbst gemachten alkoholfreien Eierlikör. Wer sich fragt, was der Sinn dahinter ist: Zwar trinke ich keinen Alkohol, allerdings liebe ich Eierlikörkuchen. Deshalb hatte ich nach einem Weg gesucht, wie sich der ohne Alkohol herstellen lässt. Wie so oft hieß es auch hier: Was richtig werden soll, macht man am besten selbst. 🐰

Mai

Den Monat startete ich mit einer Retrospektive zum gesammelten Werk Wes Andersons, die in einem Berliner Kino angeboten wurde. Als bekennender Fan seiner Arbeit kam ich nicht umhin, mir sämtliche Werke noch einmal zu Gemüte zu führen. Bis auf einen ist mit das tatsächlich auch gelungen und ich durfte feststellen: In seinen Filmen fühle ich mich einfach zu Haus. 🍿

Weiterhin gab es einige unerwartete Wiedersehen in der Heimat bei der mittlerweile alljährlich stattfindenden Kulturnacht, bei der ich meine Erstheimatstadt aus einer für mich völlig neuen Perspektive betrachten konnte: Vom höchsten Punkt der Stadt aus. Spektakulär! 🤩

Juni

Im Juni kam ich endlich dazu, die ersten Erdbeeren des Jahres zu genießen. Sie gehören schon seit Kindertagen zu meinen absoluten Lieblingsnüssen! Entsprechend zelebriere ich den Verzehr – am liebsten in Reinform oder als Erdbeertorte. 🍓

Mein Partner und ich teilen uns den Juni als Geburtstagsmonat und gingen in beiden Fällen köstlichst miteinander dinieren. Sonst empfand ich den Tag meines Geburtstags selbst als äußerst unaufgeregt. Da ich den ganzen Tag arbeitete, blieb nur der Abend für all die Telefonate, die ich tagsüber nicht wahrnehmen konnte. Und wie könnte man die schöner verbringen, als bei einem kühlen Getränk in einem Park wie aus dem Bilderbuch, während man ein schwules Erpelpärchen beim abendlichen Sonnenuntergangsspaziergang beobachtet? 🌅

Juli

Im Juli durfte ich mit zum Futuren. Dabei schließen sich mehreren Autor*innen in einem entlegenen Hotel ein, um über die Zukunft (konkret: die nächsten 10 – 15 Wochen) der Serie zu fantasieren. Was wird all unseren geliebten Figuren widerfahren? Wie werden sie sich verhalten? Wann verlässt X die Serie und wieso? Die Arbeit im Klausurmodus macht äußerst viel Spaß! Und als wäre das nicht genug, fühlen sich die gemeinschaftlichen Abende auch noch wie Klassenfahrt an. Diesen konzentrierten Klausurmodus würde ich mich für meinen Arbeitsalltag häufiger wünschen. Dafür mag ich mir im neuen Jahr ein paar Kniffe überlegen. 🗝

Außerdem fuhr ich mit lieben Freunden in die Stadt der Liebe. Zugegeben, diesen Titel beansprucht mehr als eine Stadt. Wir waren also in Paris. 17 Jahre lang war ich nicht mehr dort gewesen. Es hat sich einiges getan und es gibt auch einiges Liebenswertes an der Stadt: Bei Sonnenuntergang auf dem Tour Montparnasse zu stehen, lässt einen die Stadt im besten Licht beobachten. Dabei erlebten wir sogar einen exorbitant großen Blutmond. Sagenhaft! Begeistert war ich auch von einem spontanen Tag mit einem Freund, der in Paris lebt. Eigentlich waren wir nur zum Mittagessen verabredet. Am Ende verbrachten wir aber den restlichen Tag zusammen und hatten eine richtig gute Zeit in dem Gesangslokal der Stadt schlechthin! Außerdem war ich mit einem meiner Reisegenossen in der Seine schwimmen, worauf ich schon den gesamten Urlaub hinfieberte. Davon können sich deutsche Städte gern eine Scheibe abschneiden. 🥐

Der Juli hatte aber noch mehr parat: In Berlin war CSD, bei dem ich dieses Jahr – perfekt vorbereitet – erstaunlich lang durchhielt. Und einen äußerst schönen Brettspieltag in Erfurt gab es auch noch. Solche Brettspieltage darf es gern mehr geben. 🎲

August

Im August war ich – mal wieder – auf Heimaturlaub. Dafür gab es gleich mehrere Anlässe: Eines meiner Patenkinder hatte Schuleinführung. Sie werden ja so schnell groß! 🥲

Außerdem feierte meine Erstheimatstadt 700-jährige Ersterwähnung, weshalb heuer besonders groß aufgefahren wurde. Entsprechend gab es neben vielen glücklichen Wiedersehen mit Menschen aus vergangenen Zeiten auch hochkarätige Konzerte: Sowohl die Spider Murphy Gang (“Skandal im Sperrbezirk”) als auch Cora (“Amsterdam”) traten auf. Beide Konzerte haben mich auf unterschiedliche Art fasziniert. In jedem Fall hatte ich Spaß! 🕺

Auch das Schwimmen in Gewässern wurde für mich zum wiederkehrenden Thema. Denn neben der Seine im Juli gelang es mir im August noch, in der heimatlichen Talsperre sowie in der Ilmenau in Lüneburg schwimmen zu gehen. Das rundete den Sommer für mich ab! Jahrelang war ich im Sommer gar nicht mehr draußen schwimmen und das fand ich stets schade. 🏊‍♂️

September

Eine Sache brachte ich im Sommer aufgrund meiner hohen Reisefrequenz dann doch nicht mehr unter: Eine Kajaktour. Deshalb schwang ich mich im September nach Königswusterhausen, um zumindest eine Tagestour im Jahr zu haben. Wie das ausging, kann man hier nachlesen. Trotz horrend steigender Mieten haben Berlin und Umgebung nach wie vor zahlreiche kostenfreie Angebote für Ausflüge in petto – manchmal dauern Dinge nur etwas länger. Ein Beispiel dafür ist das Bauhaus-Archiv, das im August seine Pforten öffnete, um über den aktuellen Stand zu informieren. Denn wie so oft dauern die Bauarbeiten auch hier mal wieder länger als zunächst veranschlagt. Wer es eher traditionell mag, wird in Potsdam fündig: Der Stadtteil Babelsberg begeistert nicht nur mit seiner lang zurückreichenden Filmgeschichte, sondern auch mit seinen wunderschönen Schlössern und Villen. 🏰

Ein weiterer Höhepunkt war für mich ein Kurzurlaub in Kopenhagen. In dieser Stadt wird aktuell vieles richtig gemacht, um das Leben für die Menschen angenehmer zu machen. Auch hier dürfen sich deutsche Städte gern das eine oder andere abschauen. Und auch hier wagte ich noch einmal den Sprung ins kühle Nass – obwohl die Temperaturen es schon sehr herausfordernd machten. Ja, es tat weh. Aber es hat sich gelohnt! 🥶

Relativ kurzfristig meldete ich mich außerdem für Seriesly Berlin, einer Branchenveranstaltung für Fernsehserien, an. Das war eine vollgepackte Woche mit Screenings neuer Serien, Paneldiskussionen rund um Produktionsbedingungen und Workshops. Obwohl ich anfangs damit haderte, ob ich mich anmelden soll, bin ich froh, es getan zu haben. Denn ich schätze familiäre Veranstaltungen, bei denen man nicht nur Bekannte trifft, sondern auch einfach Zugang zu neuen Kontakten hat. 🤝

Zu guter letzt unternahm ich noch einen Kurzausflug nach Bamberg. Schon länger hatte ich mir vorgenommen, meinen Cousin und meine Cousine an ihren jeweiligen Studienorten zu besuchen. Spontan übernachtete ich dann gleich noch da. Was soll ich sagen? Bamberg ist bildhaft schön und die Reise inspiriert mich direkt zu ein paar weiteren Kajaktouren für das neue Jahr! 🛶

Oktober

Wer dachte, ich sei bis jetzt viel unterwegs gewesen, hat den Oktober noch nicht gelesen. 🙈

Direkt vor Semesterbeginn besuchte ich direkt noch meine Cousine in Jena. Die Stadt ist gar nicht so groß, hat aber dank der bergigen Lage einige Schmankerl zu bieten. Und wieder gibt es eine neue Anregung für Kajaktouren! ⛰

Mit einem Schulfreund stattete ich außerdem der Hobbymesse in Leipzig einen Besuch ab. Nach zwei Messen binnen eines Jahres halte ich für mich fest, dass ich sie vor allem als äußerst stressige Verkaufsveranstaltungen empfinde. Ja, man entdeckt gegebenenfalls ein paar tolle Dinge, aber als entspannt empfinde ich das nicht. Ob das auf anderen Messen anders läuft? Bei der Hobbymesse haben mich naturgemäß die ausgestellten Modellbahnanlagen am meisten interessiert. 🚂

An einem Wochenende in Lüneburg brachte mich Cloudy Geocaching näher. Was für ein Spaß! Das probierte ich dann direkt noch einmal selbst in Bremen und Lübeck aus. Damit war ich nun nach 34 Jahren in allen sechzehn Bundesländern Deutschlands. Bremen und Lübeck haben beide ihren Charme. In beiden Fällen war ich mit Freund*innen unterwegs und konnte mich den hiesigen Leckereien nicht verwehren. ☕️

Bei dem Ausflug in Lübeck besuchten wir außerdem eine inoffizielle, aber deshalb nicht weniger eindrucksvolle Star-Wars-Ausstellung. Und apropos abgespacet: Das Konzert von HVOB in Leipzig war der Hammer! Einen Eindruck kann man hier gewinnen. Live sind Sonnenbrillen wärmstens empfohlen. 😎

Halloween war auch noch. Zuletzt nahm ich als Kind an den damit verbundenen Feierlichkeiten teil. Aber nachdem meine Kolleginnen selbst so viel Spaß daran haben, unter höchstem Einsatz von Deko für die gesamte Produktion eine Halloween-Party auf die Beine zu stellen, bin ich nun mit dem Virus infiziert und habe große Lust, noch mehr eigene Kostüme herzustellen. 🎃

November

Der Reisen wurde es auch im November nicht weniger. Meine Arbeit in Lüneburg war zwar abgeschlossen, aber privat gab es dafür umso mehr: Den Anfang machten sechs Geburtstage. Praktischerweise wurden einige davon gebündelt. 🎉

Weiter ging es nach Israel. Aufgrund eines Krankheitsfalls in der Familie meines Partners wollten wir mit dem Besuch nicht warten. Es war in diesem Sinne keine klassische Urlaubsreise, sondern eher ein reiner Familienbesuch. Man sieht sich definitiv zu wenig. Zum Glück gibt es eine hoffnungsvoll stimmende Prognose. 🙏

Zurück in Deutschland ging es direkt an die Vorbereitung der Feiertage. Heuer war ich in besonders ausgeprägter Weihnachtsstimmung. Womöglich habe ich mir auch deshalb etwas mehr als realistisch umsetzbar vorgenommen – oder ist es einfach mein Naturell? Zumindest kann sich unser Tannenbaum sehen lassen, auch wenn er erst im Dezember fertig wurde. Leider reicht die Zeit trotzdem wirklich niemals aus, obwohl ich mir jedes Jahr vornehme, früher zu beginnen. Womöglich halte ich mich ja in 2026 daran und fange bereits Anfang November mit Plätzchen backen an? 🍪

Dezember

Entsprechend war auch der letzte Monat des Jahres noch gut gefüllt. Den Anfang machte die Televisionale in Weimar, was eine Premiere darstellte. Bisher war sie in Baden Baden zu Hause. Als gebürtiger Thüringer freue ich mich aber sehr darüber, dass es nun auch in meiner Heimat eine solch wichtige und große Branchenveranstaltung gibt. Generell ist Weimar solch eine schmucke Stadt, aber angenehm in Hinblick auf die Größe, weil alles fußläufig erreichbar ist. Trotz der Größe der Veranstaltung hatte ich den Eindruck, dass alle Anwesenden sehr nahbar waren – wenn man von Bernd dem Brot absieht. 🍞

Weiterhin gab es noch zwei Familienfeiern. Abgesehen davon war ich froh darüber, auf das Ende des Jahres hin zumindest noch zwei Wochen am Stück in Berlin zu sein. Zu tun gab es noch mehr als genug: Plätzchen und Lebkuchen backen und versenden, Geschenke besorgen und verpacken, Weihnachtslieder auf dem Harmonium einstudieren, … Ganz im Sinne von “Klasse statt Masse” hatte ich vor den Feiertagen nur eine Weihnachtsfeier, die meiner Brettspielgruppe. 🎄

Die Feiertage an sich entpuppten sich als eine Mischung aus gediegen und proppevoll – auch abseits meines Magens. Jeden Tag stand ein anderer Termin auf dem Programm. Da dies jedoch alles Termine mit mir sehr wichtigen Menschen waren und ich mir keine schönere Art, die Feiertage zu verbringen, vorstellen kann, habe ich das sehr genossen. Höhepunkt des Ganzen war schließlich die Neujahrsfeier mit jahrzehntelangen Freunden in einer entlegenen Mühle, wo ich – sehr zur Freude meiner Misophonie – nicht einen einzigen Böller hören konnte. ✨

Rückblickend komme ich nur zu einem Schluss: Das Jahr 2025 war für mich vor allem ein Jahr der Fülle und das habe ich sehr genossen!

Was ist dir aus dem letzten Jahr besonders im Gedächtnis geblieben? Teile es gern in den Kommentaren!

Alles Liebe
Philipp


Dieser Beitrag ist Teil der Reihe Handverlesen.

Mit dem Kajak von Königswusterhausen Wildau nach Rahnsdorf

Nachdem ich es letztes Jahr schändlicherweise überhaupt nicht geschafft habe, auch nur einmal mit meinem Kajak unterwegs zu sein und es dieses Jahr auch schon arg aussah, bin ich froh, nach dem vergangenen Wochenende doch noch einen Erfolg verkünden zu können. Herausgekommen ist dabei eine beschauliche kleine Tagestour mit allerhand Tücken auf dem Weg.

Die Route war recht schnell ausgemacht. Denn ich hatte keine Lust, schon wieder auf dem (am Wochenende wahrscheinlich von Partytouris überfüllten) Landwehrkanal zu paddeln und sehnte mich nach einer neuen Strecke. Gleichzeitig wollte ich für eine Tagestour keine ewige Anreise zurücklegen. Also wählte ich als Ausflugsziel Neu-Venedig und plante meine Tour drum herum.

Zum Verständnis: In Berlin gibt es zwei Kleingartengebiete, die nach der romantischen, italienischen Kanalstadt benannt wurden: Klein-Venedig (in Spandau an der Havel) und Neu-Venedig in Köpenick an der Spree. Nachdem mich Neu-Venedig mit seinen zahlreichen Wassergrundstücken schon vor Jahren verzaubert hatte, wollte ich mir also auch von Neu-Venedig einen Eindruck verschaffen. Kurzerhand plante ich meine Route anhand der Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs und beschloss, von Königswusterhausen aus zu starten. Konkret sah meine vorläufige Routenplanung wie folgt aus:

  1. Anreise mit dem Regionalexpress nach Königswusterhausen
  2. Kurzes Bestaunen des Königswusterhausener Schlosses
  3. Aufbau des Kajaks im Schlosspark und Einsetzen in Nottekanal
  4. Mündung in Dahme und Fortführung flussabwärts
  5. Mündung in die Spree über Zeuthener, Seddin- und Dämmeritzsee
  6. Fortführung flussabwärts bis nach Neu-Venedig
  7. Fortführung entlang der Spree bis nach Berlin je nach Umständen
  8. Rückreise mit dem Regionalexpress nach Hause

Selbstredend gestaltete sich alles etwas anders, als ich es es geplant hatte.

Anreise mit Sperrgut

Ein Faltboot ist in den seltensten Fällen klein verpackt, denn Stabilität hat ihren Preis – in diesem Fall Volumen und Gewicht. Da stellt mein Faltboot auch keine Ausnahme dar. In einer idealen Welt wäre in Zügen natürlich immer ausreichend Platz für alle mitfahrenden Menschen plus derer Gepäck. In der Realität können Bahnunternehmen äußerst schlecht kurzfristig auf sich ändernde Nachfrage reagieren. Am Wochenende heißt es also: Genuss in vollen Zügen.

Dabei möchte ich mich gar nicht beschweren, denn tatsächlich hatte ich sogar einen Sitzplatz. Allerdings taten mit die Mitfahrenden, die ihre Fahrräder beim Halt in Königswusterhausen aus dem Zug heben mussten damit ich mit meinem Kajak rauskomme, schon etwas leid. Aber so kommt man wenigstens ins Gespräch, denn wenn jemand mit einem Kühlschrank auf Rädern und Paddeln im Zug unterwegs ist, weckt das stets neugierige Blick und interessierte Kommentare.

Schloss Königswusterhausen
Schloss Königswusterhausen

Ein bescheidenes Schlösschen

Obwohl ich wesentlich später aus Berlin losgekommen bin, als ich ursprünglich vorhatte, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, einen kurzen Blick auf das Königswusterhausener Schloss unweit des Bahnhofs zu werfen. Da ich immer noch von den zahlreichen verträumten Schlössern in Babelsberg vom Vortag begeistert war, empfand ich das in Königswusterhausen tatsächlich als vergleichsweise bescheiden – zumindest von außen.

Für mehr reichte die Zeit dann leider doch nicht, denn ich hatte noch einige Flusskilometer vor mir. Also suchte ich im Schlosspark nach einer günstigen Einstiegsstelle in den Nottekanal – bis ich schließlich auf einem Schild las, dass der gesamte Kanal bis Ende 2026 gesperrt ist. Hätte ich mal lieber vorab recherchiert!

Einsatzstelle Dahme
Einsatzstelle an der Dahme

Besser spät als nie

Also suchte ich auf meinem Handy in der Kartenapp nach der nächstgelegenen geeigneten Stelle, an der ich mein Kajak errichten und zu Wasser lassen könnte. Und so lief ich und lief ich, vorbei an Gartenkolonien, einem Industriehafen und einer Autobahn, bis ich schließlich 2,5km später endlich am Ufer der Dahme stand.

Immerhin der Aufbau ging zügig von statten. Binnen 15 weiteren Minuten befand ich mich endlich im Wasser. Aber da war es auch schon 15:00 Uhr. Dass ich ursprünglich am Vormittag ablegen wollte, tat da ohnehin schon nichts mehr zur Sache. Allerdings fragte ich mich allmählich, ob ich mein Ziel, die Gartenkolonie Neu-Venedig, noch realistisch erreichen können würde.

Große Klappe, nichts dahinter

Doch erst einmal wollte ich das Paddeln genießen. Zu lang war ich schon nicht mehr im Kajak unterwegs. Schon die ersten Meter lösten pure Freude in mir aus! Richtige Entscheidung, trotz Verspätung noch aufzubrechen.

Allerdings wich der Genuss bald technischem Notwendigkeiten. Der Zeuthener See sollte nur der erste von vieren sein, die ich an diesem Tag befahre. Aber bereits hier erinnerte ich mich, warum ich lieber auf Flüssen als auf See paddle:

  1. Seen sind oft so weiträumig, dass der Wellengang durch den Wind stärker wird und man die Strömung nicht mehr so stark für sich nutzen kann. Es wird also per se schon anstrengender.
  2. Seen ziehen, und das finde ich wesentlich störender, viele Inhaber von Motorbooten an. (Ja, ich nenne sie bewusst nicht “Sportler” und verwende hier bewusst ausschließlich die maskuline Form.) Die meinen, Wettrennen gegen sich selbst fahren zu müssen. Dabei verursachen die kleinsten Nussschalen die größten Bugwellen, die ich gehörig ins Schwanken bringen können, wenn sie mein Kajak von der Breitseite erwischen.

Da lobe ich mir doch kleinere Flüsse, auf denen nur Handbetrieb erlaubt ist.

Idylle im Gosener Graben
Idylle im Gosener Graben

Ein kleines Idyll

Das sollte ich an diesem Tag auch noch genießen dürfen. Nach der Durchquerung des Seddinsees gönnte ich mir eine kleine Pause und wurde darauf aufmerksam, dass ich bei der Weiterfahrt zwischen dem direkten, geradlinigen Gosener Kanal und dem verschlungenen Gosener Graben wählen konnte. Während beim ersten die Fahrtzeit wesentlich kürzer sein dürfte, war zu erwarten, dass letzterer wesentlich interessanter zu befahren sein würde. Abgesehen davon waren im Gosener Graben motorisierte Boote verboten. Einfache Entscheidung!

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Nebst Ruhe, wunderschöner Lichtstimmung bei niedrig stehender Sonne und Graureihern sah ich auch den einen oder anderen Eisvogel über das Wasser jagen. Ein Träumchen! 🤩

Graureiher ganz nah
Graureiher ganz nah

Liebenswürdig schusselig

Apropos Graureiher: Die wirken schon sehr majestätisch, sind aber für gewöhnlich auch äußerst scheu. Von meiner Paddelerfahrung her haben sie bei mir aber auch den Eindruck eines extrem schusseligen Vogels hinterlassen. Der speist sich unter anderem aus der Beobachtung, dass sie sich gern wegducken und sich langsam bewegen, als würde ich sie deshalb nicht sehen. Außerdem fliegen sie jedes Mal, wenn sie vor mir flüchten, in meiner Fahrtrichtung von mir weg; landen also ein paar dutzend Meter weiter, nur um wenige Momente später wieder von mir aufgeschreckt zu werden.

Umso mehr freute ich mich, als ich außerhalb des Gosener Grabens überraschend ganz nah an einem vorbei driftete und kurzerhand einen Schnappschuss mit meinem Handy wagte. So nah war ich meines Erachtens noch nie an einem Graureiher dran! Sind sie nicht süß?

Brücke in Neu-Venedig
Brücke in Neu-Venedig

Ein verlorenes Idyll

Schließlich erreichte ich tatsächlich bei Sonnenuntergangsstimmung meinen eigentlichen Anlass für diesen Auslug: Neu-Venedig. Die Siedlung in Rahnsdorf, einem südöstlich gelegenen Zipfel Berlins, zeichnet sich nicht nur durch ihre Lage an der idyllischen Müggelspree aus, sondern auch dadurch, dass zwischen den Grundstücken kleine Kanäle verlaufen. Sogar Brücken über die Kanäle gibt es – ganz wie beim großen Vorbild.

Die wenigen Landwege sind abgesehen des begrenzenden Rialto-Rings und Lagunenwegs nach Vögeln benannt. Natürlich verfügt jedes Grundstück über einen Zugang zum Wasser und viele auch über eigene Boote. Und so sieht man am Wochenende zum Sonnenuntergang nicht nur hier und da die ersten Feuerschalen brennen, sondern auch junge Menschen gediegen mit kleinen Bootchen und ruhiger Musik ihre vor sich hin tuckern.

Idyllisch, oder?

Könnte es tatsächlich sein. Wäre da nicht die Akustik. Denn die Beschaulichkeit der pittoresken von Wasser umgebenen Parzellen wird maßgeblich durch die Lärmbelästigung des Flughafens Berlin-Brandenburg gestört. Da sich Neu-Venedig direkt in der Flugschneise befindet, hört und sieht man die Düsenflieger alle paar Minuten über das sonst so schöne Kleinod hinwegrauschen.

Schade eigentlich. Denn, abgesehen davon, dass die Grundstückpreise hier jenseits von Gut und Böse liegen, erwachte in mir ein allzu vertrautes Begehr, das mir schon aus dem Spreewald nur bekannt war. Und ehe ich mich versah, träumte ich mich auch schon in das Leben eines Anliegers hinein, der die Sommermonate hier verbringt. (#sommerfrische) Doch so braucht es mir gar nicht leid tun, dass ich es mir nicht leisten kann, denn unter den gegebenen Umständen könnte ich es ohnehin nicht genießen.

Blaue Stunde am Müggelsee
Blaue Stunde am Müggelsee

Himmelsspektakel zum Abschluss

Die berühmte Goldene Stunde erwies sich für Anfang September schon als reichlich kurz, sodass ich mich beim Verlassen von Neu-Venedig doch etwas beeilen musste, um noch Land zu erreichen, von dem ich günstig den öffentlichen Nahverkehr erreichen konnte. Mithilfe meines Handys fand ich eine vielversprechende Stelle am Ufer des Müggelsees, um an Land zu gehen. Bei den letzten Paddelschlägen und dem Abbau wurde ich dann aber noch mit einem wunderschönen Himmelsspektakel belohnt.

Die medial viel beachtete Mondfinsternis habe ich unterdes erst auf dem Heimweg vom Zug aus sehen können.

Screenshot meines Routenverlaufs
Screenshot meines Routenverlaufs

Was habe ich gelernt?

Was nehme ich also aus diesen kleinen Ausflug mit außer letztlich doch beachtlichen 21,84km Strecke? Mehrere Erkenntnisse:

  1. Was habe ich das Paddeln vermisst! Davon möchte ich dieses Jahr noch mehr!
  2. Idealerweise prüfe ich vorher jeden Teil des Wasserwegs noch einmal auf Baustellen und Sperrungen, um mir unnötige Laufwege zu ersparen.
  3. Künftig lieber kleinere Flüsse als geschäftige Seen.

Und es erwies sich tatsächlich als ein Mini-Abenteuer, wie es im Buche steht! Auf, dass noch viele weitere folgen mögen!

Alles Liebe
Philipp