Seit einiger Zeit gibt es im Internet einen neuen Trend: Analogue Bags – zu Deutsch: analoge Taschen. Weil mir die Idee auf Anhieb gefiel, probierte ich es kurzerhand einfach selbst aus. Und ich bin begeistert!
Vor noch gar nicht allzu langer Zeit fühlte ich mich immer gut unterhalten, wenn ich eine Kollegin mit all ihren riesigen Taschen auf Arbeit kommen sah. Es wirkte stets so, als hätte sie einmal ihren gesamten Hausrat für alle Lebenslagen dabei. Ganz so ausgeprägt ist mein Taschendrang nun wahrlich nicht. Einige Zeit lang versuchte ich ja sogar, komplett ohne Tasche auszukommen. Davon bin ich schon seit einiger Zeit abgekommen, denn oft genug bemerkte ich bereits, dass ich im Alltag ohnehin auf einen Tagesrucksack angewiesen bin, wenn ich nicht ständig alles unterwegs kaufen und damit noch mehr Müll produzieren möchte. Warum jetzt also noch eine Tasche?
Wer aufmerksam mitliest, wird schon von meiner Tendenz mitbekommen haben, in freien Momenten automatisiert zum Handy zu greifen. Das stört mich. Offensichtlich bin ich damit nicht allein, denn der Trend der Analogue Bags zeugt davon, dass sich bereits andere Menschen Lösungen herbeigedacht haben. Warum also nicht einfach mal auf bestehende Ideen zurückgreifen, anstatt das Rad komplett neu zu erfinden? (Darauf aufmerksam geworden bin ich übrigens durch Frau DingDong. Danke dafür!)
Was hat es damit also auf sich? Wie der Name suggeriert, handelt es sich um eine analoge Tasche; sprich: eine Tasche, die mit analogen Materialien für die Beschäftigung unterwegs gedacht ist, damit man eben nicht mehr automatisiert zum Handy greift, wenn man mal eine freie Minute hat. Im Internet kann man sich etwas Inspiration holen, indem man nach dem Begriff sucht. An dieser Stelle möchte ich kurz vorwarnen: Manche Menschen eskalieren komplett und übertreiben mal wieder. Solche materialistischen Produktpräsentationen kann ich als Minimalist nicht gutheißen. Außerdem ist es natürlich nicht im Sinne des Konzepts, dass man stundenlang im Strudel von Videos zum Thema verbringt. Schließlich möchte man (also: ich) weg vom Digitalen und hin zu analogen, multisensorischen Alternativen.
Persönlich halte ich es einfach und habe nur die Dinge für drei verschiedene Beschäftigungen dabei, weil ich mich auch nicht zu Grunde schleppen möchte:
- ein Taschenbuch zum Lesen
- ein widerbeschreibbarer Notizblock
- Stricksachen sowie eine Anleitung für Anfänger
Ach ja, und dann noch Wasser, eine Handcreme mit Mandarinen-Zeder-Duft sowie biologisch abbaubare Kaugummis (wegen ausreichender Wasseraufnahme, rauer Hände und dem Ansprechen von mehr Sinnen … 😉).
Deshalb trage ich seit anderthalb Wochen außerhalb der Wohnung meine analoge Tasche mit mir rum. Mit dem Stricken habe ich bisher zwar immer noch nicht angefangen, weil meine Wartezeiten bisher noch nicht ausreichend lang waren, aber die nächsten längeren Zugfahrten sind schon in Sicht. Mit dem Lesen und unterwegs Notizen händisch aufschreiben klappt es indes hervorragend. Meistens lese ich nun in einem Buch statt irgendwelche Nachrichten auf dem Handy. Das tut auch meinem Wohlbefinden ungemein gut. Der Trick mit der Tasche funktioniert also.
Was hältst du von diesem Trend? Wie reduzierst du deine Zeit am Handy? (Falls du überhaupt das Gefühl hast, zu viel Zeit am Handy zu verbringen …) Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren.
Alles Liebe
Philipp
Berlin