Wo stehe ich? – Tertial 2026.II

Es ist wirklich unerhört, wie schnell dieses Jahr vorüber geht! Wie steht es also um mein Jahresmotto und meine Ziele für das Jahr?

Jahresmotto

Was analoge Freuden anbelangt, läuft es wesentlich besser, als ich zu Beginn des Jahres angenommen hatte. Um uns alle nicht unnötig am Bildschirm zu halten, verweise ich an dieser Stelle nur kurz auf meine analogen Freuden im Sommer.

Ziele

Bei meinen sieben Zielen ist die Bilanz etwas gemischter.

10 gesunde Gewohnheiten etablieren

Läuft, würde ich sagen. In den ersten zwei Dritteln des Jahres habe ich sechs gesunde Gewohnheiten erfolgreich etabliert. Den Sommer über lag mein Fokus statt neuer Gewohnheiten jedoch eher darauf, die bisherigen Gewohnheiten zu festigen. Daran kann ich durchaus noch etwas mehr arbeiten.

Mein bisher umgesetzten gesunden Gewohnheiten können hier noch einmal nachgelesen werden.

Durchschnittlich mindestens 6,25h Schlaf pro Nacht

Wie schon erwartet fiel es mir im Sommer sehr schwer, auf genügend Schlaf zu kommen. Aktuell liege ich über das bisherige gesamte Jahr im Durchschnitt bei sechs Stunden und fünf Minuten Schlaf pro Nacht. Das ist also noch deutlich ausbaufähig. Da die Tage bereits wieder merklich kürzer geworden sind, hoffe ich nun auf lange Nächte.

Dabei helfen dürfte mir, meine gesunde Gewohnheit #4 sogar noch weiter auszubauen und noch früher schlafen zu gehen. Mein aktuell erhöhtes Sportvolumen könnte sich ebenso als hilfreich erweisen. Denn erfahrungsgemäß schlafe ich schneller ein, wenn ich Sport gemacht und meinen Körper ausgepowert habe.

125 Sporteinheiten bis Ende des Jahres

Apropos: Stand Ende August befinde ich mich bei 67 Sporteinheiten. Das klingt erst mal nicht so viel, wie ich gern hätte. Aber ich habe dennoch Grund zur Hoffnung:

Wenn ich so weiter trainiere wie bisher, würde ich rechnerisch zumindest bei 100 Sporteinheiten bis Ende des Jahres landen. Im August habe ich es jedoch auf 20 Sporteinheiten gebracht. Wenn ich dieses Pensum beibehalten würde, könnte ich sogar über mein Ziel hinausschießen. Um mein Ziel hier zu erreichen, genügen fortan monatlich 15 Sporteinheiten.

Das klingt absolut machbar!

5 Bücher fertig lesen

Traurig, aber wahr: Hier liege ich immer noch bei einem Buch bisher. Vielleicht sollte ich aufhören, neue Bücher anzufangen und stattdessen mal welche am Stück durchlesen. 🙈 Zumindest stimmt mich zuversichtlich, dass mit dem Herbst die traditionelle Lesesaison einsetzt.

42 Tandem-Sessions auf Hebräisch

Hier hat sich leider gar nichts geändert. Sprich: Stand immer noch bei Null. Zwischenzeitlich wollte ich es auf Übungseinheiten allgemein ändern, aber auch das hat sich bisher nicht eingestellt. Daraus ziehe ich meine Konsequenzen.

Freilich könnte ich nun versuchen, dieses Ziel noch am Leben zu erhalten und auf Krampf versuchen, es doch noch zu schaffen. Aber offensichtlich hat dieses Ziel aktuell überhaupt keinen Raum und/oder keine Priorität. Entsprechend streiche ich es ersatzlos. Pragmatismus und so.

125 Praxiseinheiten am Harmonium

Stand Ende August stehe ich hier bei 33 von 125 Praxiseinheiten. Auch hier ist es also an der Zeit für eine Realitäts-Check: Dass ich in den kommenden Monaten jeweils 23 Praxiseinheiten am Harmonium unterbringen werde, erscheint mir höchst unwahrscheinlich. Dafür bin ich in den letzten Monaten schlichtweg nicht oft genug zu Hause gewesen.

Für den letzten Teil des Jahres dürfte es zwar etwas besser aussehen. Dennoch probiere ich mich auch hier im Realismus und reduziere dieses Ziel auf 52 Praxisheinheiten.

5 temporäre Projekte abschließen

Zu Beginn des Jahres sagte mir eine liebe Freundin, dass ihrer Erfahrung nach alles ein Projekt für sich ist. Das kann ich so zu 100% bestätigen.

Leider entpuppen sich nicht alle Projekte meinem Jahresmotto zuträglich. Beispielsweise warten Hunderte bis Tauende von digitalen Fotos darauf, von mir sortiert und bearbeitet zu werden. Allerdings schiebe ich diese Arbeit immer wieder auf die Wintermonate, in denen dann jedoch meist andere Dinge Überhand nehmen, weil sie mir wichtiger sind. Ehrlich gesagt habe ich in meiner Freizeit aktuell weniger Lust denn je, vor einem Bildschirm zu sitzen. 😅

Welche (analogen) Projekte habe ich bisher also bisher umgesetzt?

  • Jahresreflexion inklusive Aufsetzen meines Journals
  • Geburtstagsfeier(n) anlässlich meiner 35. Sonnenumrundung

Natürlich hatte ich gehofft, an diesem Punkt schon weiter zu sein. Aber zum Glück (oder zum Schrecken?) stehen zum Ende des Jahres ja ohnehin noch einige wiederkehrende analoge Projekte an. Man denke nur an den alljährlichen Backmomarathon im Dezember, den ich heuer hoffentlich schon im November beginnen werde. 🤞

Typischer Verlauf

Mittlerweile kenne ich diesen Ablauf von Stadien bei meinen Zielen schon allzu gut. Im Grunde zeichnet er sich auch bei jedem Projekt ab: Anfangs dominieren (zu) hohe Ambitionen. Die Motivation ist hoch. Man glaubt, alles schaffen zu können. Zunächst klappt das auch ganz gut.

Doch je weiter die Zeit fortschreitet, desto mehr kollidiert man mit den Begebenheiten des Alltags. Andere Dinge sind dringlicher, wichtiger oder beides. Die Zeit reicht nicht für alles. Also muss man priorisieren. Ehe man sich versieht, gerät man in Verzug mit den selbst gesteckten Zielen. Je mehr man sich einer Frist nähert, desto mehr steigt die Motivation, doch noch mal alles zu geben, um die Ziele zu erreichen.

Es gibt dabei jedoch ein großes Aber: Denn zu Jahresende hin verdichtet sich erfahrungsgemäß alles auf ganz vielen Ebenen: Im beruflichen Kontext gibt es oft noch einmal eine Hochsaison kurz vor den Feiertagen und der eine oder andere Jahresabschluss muss fertig gestellt werden. Im persönlichen Umfeld stehen etliche Feierlichkeiten an. Und schließlich haben wir ja alle noch unsere eigenen Rituale und Traditionen, die wir mit anderen oder nur für uns selbst durchführen. Sprich: Im letzten Quartal ist meist ohnehin schon alles dicht.

Deshalb ist die Frage berechtigt, was man am Abend des Jahres eigentlich wirklich noch effektiv schaffen kann und will. Mir tut dabei eine gesunde Mischung aus Pragmatismus und Realismus gut – auch wenn das bedeutet, dass ich ein paar Dinge streiche.

Wie läuft es mit deinen Zielen und dem Jahresmotto, falls du hast? Bereust du sie oder treiben sie dich an? Und wie gehst du damit um, dass die Zeit quasi immer zu knapp ist? Teile deine Erkenntnisse gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

Analoge Freuden im Sommer

Das bunte Laub an den Bäumen und die zunehmend kürzeren und dunkleren Tage sprechen ein eindeutige Sprache: Es ist Herbst! Grund genug also, sich die analogen Freuden des Sommers noch einmal vor Augen zu führen:

  1. Ausflüge mit Freund_innen 🏕️
    Der Sommer ging los – nämlich mit einem Wochenendausflug innerhalb meines Freundeskreises in die Böhmische und Sächsische Schweiz sowie nach Görlitz. Mag ich ja alles sehr gern. Doch damit nicht genug: Mit anderen Freunden gab es noch weitere Ausflüge. Quality Time wie sie im Buche steht – auch wenn wir (dieses Mal) nicht zelten waren.
  2. Paddeln 🛶
    Zu zwei Anlässen waren wir außerdem Paddeln – einmal die Elbe entlang und einmal in Form eines neuen potentiellen Hobbys, dass im Grunde zwei meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen kombiniert: Packrafting kombiniert Wandern mit Paddeln und ich mag’s total!
  3. Geburtstagsfeier 🥳
    Außerdem wurde ich im Sommer 35 Jahre alt. Fühlt sich null so an, doch mein Reisepass lügt nicht. Zur Abwechslung und anlässlich des halben Jubiläums beschloss ich, heuer ausgiebig zu feiern. Das gelang mir auch ganz gut. Denn um es mit den Worten meines Partners zu sagen: Diese Geburtstagsfeier ging weiter und weiter. Grund dafür ist, dass all die Menschen, die mir wichtig sind, so großflächig verteilt sind, dass es quasi unmöglich beziehungsweise umständlich ist, alle an einem Ort zu versammeln. Also feierte ich einfach mehrfach. Das hat sich gut angefühlt. Und so groß feiert man ja nicht jedes Jahr.
  4. Ausgedehnte Zugreisen 🚞
    Bekanntermaßen verreise ich am liebsten mit dem Zug. Will man damit von Berlin in die Schweiz, entstehen dabei rasch mehrstündige Zugreisen. Das genieße ich total, weil ich so schon während der Anreise entspannen kann, während die Landschaft wortwörtlich an mir vorbeizieht. Zugegeben: Das funktioniert mit einer Direktverbindung ohne Umstiege in einem Fernverkehrszug am besten.
  5. Berge 🏔️
    Auch kein Geheimnis: Die Berge sind “meine Welt”. Entsprechend aufgeblüht bin ich auch, als wir durch die Schweizer Berge gewandert sind. Wahrscheinlich würde ich die Berge auch ganz ohne Wandern genießen können. Denn allein ihr Anblick versetzt mich stets in Ekstase!
  6. Schwimmen in der Natur 🏊‍♂️
    Dazu boten sich heuer im Sommer zahlreiche Möglichkeiten: Ob im Bergsee, dem Zürcher See, dem Flussbad der Limmat oder der Talsperre in meiner Erstheimat – mein Schwimmbilanz kann sich heuer sehen lassen.
  7. Wohnen wie die Reichen ✨
    Wahrscheinlich wohnen die Reichen noch viel luxuriöser, aber für mich hat es sich bereits so angefühlt: In Zürich auf dem Hausberg, entlegen von Straßenverkehr, mit eigenem Bahnhof, eigener Sauna und Blick über die Stadt. Was will man mehr?
  8. Schlemmen in Häppchen 🍱
    Na, eine Sache gäbe es da vielleicht doch noch: Schlemmen. Weil es im Sommer aber heiß ist und man ohnehin nicht so viel Appetit hat, macht man das eben in kleinen Portiönchen – beispielsweise in Form von Luxembürgerli und Pralinen.
  9. Zirkus ohne Tierleid 🎪
    Zum Geburtstag bekam ich unter anderem Karten für den Cirque du Soleil geschenkt. Während ich großer Fan von Akrobatik jeglicher Art bin, mag ich vermeintliche Kunststücke mit Tieren überhaupt nicht. Denn wenn man ehrlich mit sich selbst ist, handelt es sich dabei nicht um Kunst, sondern Tierquälerei. Wie gut, dass der Cirque du Soleil komplett ohne Tiere auskommt und sich auf den akrobatischen Teil beschränkt.* So konnte man die Show genießen und was soll ich sagen: Das war wirklich magisch!
  10. Escape Room 🗝️
    Ebenfalls zum Geburtstag bekam ich einen Abend im Escape-Room geschenkt. Toll, wie viel Mühe und Detail in solch ein Rätsellabyrinth gesteckt wird. Wir sind entkommen und haben uns dabei offenbar gar nicht mal so schlecht angestellt.
  11. Musical 🎭
    Hier könnte eigentlich auch eine Oper stehen, denn wir waren in St. Gallen zur Premiere von Aida, was ebenfalls ein spektakuläres Erlebnis war. Emotional mitgenommen hat mich das Musical Wir sind am Leben jedoch wesentlich mehr. Außerdem habe ich seitdem ganz viele Ohrwürmer daraus, die mich jederzeit mit Energie aufladen. Das gilt freilich nicht für jedes Musical, aber dieses würde ich als das beste, das ich bisher gesehen habe, bezeichnen. Und generell finde ich an dieser Form des Musiktheaters toll, dass es Geschichte mit Schauspiel, Tanz sowie Musik verbindet und damit rasant verdichtet Gefühle übermittelt. Bei Aida habe ich hingegen gelernt, was Seifenopern mit Opern gemeinsam haben: Das lange Ziehen von Gefühlen. Und eigentlich auch allen anderen Sätzen. Noch nie habe ich erlebt, dass es für einen Zweizeiler eine Minute braucht. Ach, und heiß und stickig war es in der Oper auch. Gründe genug also, warum das Musical die größere Freude war.
  12. Hochzeit 💍
    In Tel Aviv waren wir zur Hochzeit meiner Quasi-Schwärgerin geladen. Obwohl ich nach wie vor Vorbehalte gegenüber Ehe hege, empfand ich es als sehr freudige Veranstaltung in sonst eher düsteren Zeiten.
  13. Sonnenuntergang im Meer 🌊
    Ebenfalls in Tel Aviv kam ich dann doch auch in den Genuss von Meer. Genauergesagt: Weil es tagsüber oft nicht auszuhalten war, bin ich gern abends noch mal ins Wasser, habe meine Bahnen gezogen und schließlich noch den Sonnenuntergang bewundert. Aber die Wellen allein faszinieren mich auch unabhängig von der Tageszeit.
  14. Bahai-Gärten ⛲️
    Schon lang wollte ich einmal die Bahai-Gärten in Haifa bewundern. Zwei Mal war ich schon da – jeweils ausgerechnet an einem Tag, an dem sie geschlossen haben. Anlässlich meines Geburtstags hat mich mein Partner damit überrascht. Prinzipiell stehe ich Religion zwar kritisch gegenüber, allerdings empfinde ich das Bahaitum bisher als die liberalste und humanistische Religion, die mir untergekommen ist. Und ihre Gärten sind wirklich fantastisch!
  15. DIY-Kunst im Museum 🏛️
    Erfahrungsgemäß brauche ich ewig in Museen, um mir alles genau anzuschauen. In Kunstmuseen gern noch einmal mehr. Einen neuen Twist bekommt es aber, wenn man stattdessen einfach eingeladen wird, selbst Kunst zu betreiben. Spoiler: Auch damit kann ich Stunden verbringen und habe sehr viel Freude dabei!
  16. SUP 🏄‍♂️
    Außerdem kamen wir in den Genuss, Stand-up-Paddling auszuprobieren. Für die sonst so faszinierenden Wellen hat mein Gleichgewichtssinn dann doch nicht so recht genügt, aber ich empfand es insgesamt als sehr angenehmes Ganzkörper-Workout.
  17. Paddle 🎾
    Klingt erstmal feucht, ist aber wohl ein neuer Trendsport, der mir von Freunden in Leipzig nähergebracht wurde. Feucht kann es trotzdem werden, wenn man ins Schwitzen kommt. In jedem Fall ein spaßiger Sport!
  18. Fermentation 🥒
    OK, letztes Event im Rahmen meines Geburtstags, versprochen! (– zumindest für dieses Jahr) Von lieben Freundinnen habe ich einen Fermentationsworkshop geschenkt bekommen. Tolle Idee, auf die ich sonst wahrscheinlich nie selbst gekommen wäre. An einem Nachmittag lernten wir also anhand von fermentierten Gurken und Kimchi, wie das Grundprinzip funktioniert. Seitdem sind wir angefixt, noch mehr zu fermentieren. Einzig die Platzfrage ob der ganzen Gläser ist noch ungeklärt.
  19. Sonnenfinsternis 🌞
    An diesem Großereignis kam wohl niemand vorbei. Es lohnt sich auf jeden Fall, schon mal Schutzbrillen für das kommende Jahr zu besorgen, denn dann gibt es noch einmal eine Chance auf eine partielle Sonnenfinsternis. Andernfalls riskiert man, dass die Stimmung – wie bei uns – kurzfristig im Keller ist, weil es NIRGENDS mehr Schutzbrillen gibt. Zum Glück gibt es nette Menschen, die ihre Brillen teilen. So war die Stimmung direkt wieder ausgelassen.
  20. Speiseeis 🍨
    Selbstredend darf dieser Punkt auf der Liste der analogen Freuden für den Sommer nicht fehlen!

Welchen analogen Freuden hast du im Sommer gefrönt? Teile sie gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

*In meinen Augen sollte das eine Auflage für alle Zirkusse sein, zumal ich Tiernummern wirklich keinerlei Unterhaltungswert abgewinnen kann.

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