Analoge Freuden im Sommer

Das bunte Laub an den Bäumen und die zunehmend kürzeren und dunkleren Tage sprechen ein eindeutige Sprache: Es ist Herbst! Grund genug also, sich die analogen Freuden des Sommers noch einmal vor Augen zu führen:

  1. Ausflüge mit Freund_innen 🏕️
    Der Sommer ging los – nämlich mit einem Wochenendausflug innerhalb meines Freundeskreises in die Böhmische und Sächsische Schweiz sowie nach Görlitz. Mag ich ja alles sehr gern. Doch damit nicht genug: Mit anderen Freunden gab es noch weitere Ausflüge. Quality Time wie sie im Buche steht – auch wenn wir (dieses Mal) nicht zelten waren.
  2. Paddeln 🛶
    Zu zwei Anlässen waren wir außerdem Paddeln – einmal die Elbe entlang und einmal in Form eines neuen potentiellen Hobbys, dass im Grunde zwei meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen kombiniert: Packrafting kombiniert Wandern mit Paddeln und ich mag’s total!
  3. Geburtstagsfeier 🥳
    Außerdem wurde ich im Sommer 35 Jahre alt. Fühlt sich null so an, doch mein Reisepass lügt nicht. Zur Abwechslung und anlässlich des halben Jubiläums beschloss ich, heuer ausgiebig zu feiern. Das gelang mir auch ganz gut. Denn um es mit den Worten meines Partners zu sagen: Diese Geburtstagsfeier ging weiter und weiter. Grund dafür ist, dass all die Menschen, die mir wichtig sind, so großflächig verteilt sind, dass es quasi unmöglich beziehungsweise umständlich ist, alle an einem Ort zu versammeln. Also feierte ich einfach mehrfach. Das hat sich gut angefühlt. Und so groß feiert man ja nicht jedes Jahr.
  4. Ausgedehnte Zugreisen 🚞
    Bekanntermaßen verreise ich am liebsten mit dem Zug. Will man damit von Berlin in die Schweiz, entstehen dabei rasch mehrstündige Zugreisen. Das genieße ich total, weil ich so schon während der Anreise entspannen kann, während die Landschaft wortwörtlich an mir vorbeizieht. Zugegeben: Das funktioniert mit einer Direktverbindung ohne Umstiege in einem Fernverkehrszug am besten.
  5. Berge 🏔️
    Auch kein Geheimnis: Die Berge sind “meine Welt”. Entsprechend aufgeblüht bin ich auch, als wir durch die Schweizer Berge gewandert sind. Wahrscheinlich würde ich die Berge auch ganz ohne Wandern genießen können. Denn allein ihr Anblick versetzt mich stets in Ekstase!
  6. Schwimmen in der Natur 🏊‍♂️
    Dazu boten sich heuer im Sommer zahlreiche Möglichkeiten: Ob im Bergsee, dem Zürcher See, dem Flussbad der Limmat oder der Talsperre in meiner Erstheimat – mein Schwimmbilanz kann sich heuer sehen lassen.
  7. Wohnen wie die Reichen ✨
    Wahrscheinlich wohnen die Reichen noch viel luxuriöser, aber für mich hat es sich bereits so angefühlt: In Zürich auf dem Hausberg, entlegen von Straßenverkehr, mit eigenem Bahnhof, eigener Sauna und Blick über die Stadt. Was will man mehr?
  8. Schlemmen in Häppchen 🍱
    Na, eine Sache gäbe es da vielleicht doch noch: Schlemmen. Weil es im Sommer aber heiß ist und man ohnehin nicht so viel Appetit hat, macht man das eben in kleinen Portiönchen – beispielsweise in Form von Luxembürgerli und Pralinen.
  9. Zirkus ohne Tierleid 🎪
    Zum Geburtstag bekam ich unter anderem Karten für den Cirque du Soleil geschenkt. Während ich großer Fan von Akrobatik jeglicher Art bin, mag ich vermeintliche Kunststücke mit Tieren überhaupt nicht. Denn wenn man ehrlich mit sich selbst ist, handelt es sich dabei nicht um Kunst, sondern Tierquälerei. Wie gut, dass der Cirque du Soleil komplett ohne Tiere auskommt und sich auf den akrobatischen Teil beschränkt.* So konnte man die Show genießen und was soll ich sagen: Das war wirklich magisch!
  10. Escape Room 🗝️
    Ebenfalls zum Geburtstag bekam ich einen Abend im Escape-Room geschenkt. Toll, wie viel Mühe und Detail in solch ein Rätsellabyrinth gesteckt wird. Wir sind entkommen und haben uns dabei offenbar gar nicht mal so schlecht angestellt.
  11. Musical 🎭
    Hier könnte eigentlich auch eine Oper stehen, denn wir waren in St. Gallen zur Premiere von Aida, was ebenfalls ein spektakuläres Erlebnis war. Emotional mitgenommen hat mich das Musical Wir sind am Leben jedoch wesentlich mehr. Außerdem habe ich seitdem ganz viele Ohrwürmer daraus, die mich jederzeit mit Energie aufladen. Das gilt freilich nicht für jedes Musical, aber dieses würde ich als das beste, das ich bisher gesehen habe, bezeichnen. Und generell finde ich an dieser Form des Musiktheaters toll, dass es Geschichte mit Schauspiel, Tanz sowie Musik verbindet und damit rasant verdichtet Gefühle übermittelt. Bei Aida habe ich hingegen gelernt, was Seifenopern mit Opern gemeinsam haben: Das lange Ziehen von Gefühlen. Und eigentlich auch allen anderen Sätzen. Noch nie habe ich erlebt, dass es für einen Zweizeiler eine Minute braucht. Ach, und heiß und stickig war es in der Oper auch. Gründe genug also, warum das Musical die größere Freude war.
  12. Hochzeit 💍
    In Tel Aviv waren wir zur Hochzeit meiner Quasi-Schwärgerin geladen. Obwohl ich nach wie vor Vorbehalte gegenüber Ehe hege, empfand ich es als sehr freudige Veranstaltung in sonst eher düsteren Zeiten.
  13. Sonnenuntergang im Meer 🌊
    Ebenfalls in Tel Aviv kam ich dann doch auch in den Genuss von Meer. Genauergesagt: Weil es tagsüber oft nicht auszuhalten war, bin ich gern abends noch mal ins Wasser, habe meine Bahnen gezogen und schließlich noch den Sonnenuntergang bewundert. Aber die Wellen allein faszinieren mich auch unabhängig von der Tageszeit.
  14. Bahai-Gärten ⛲️
    Schon lang wollte ich einmal die Bahai-Gärten in Haifa bewundern. Zwei Mal war ich schon da – jeweils ausgerechnet an einem Tag, an dem sie geschlossen haben. Anlässlich meines Geburtstags hat mich mein Partner damit überrascht. Prinzipiell stehe ich Religion zwar kritisch gegenüber, allerdings empfinde ich das Bahaitum bisher als die liberalste und humanistische Religion, die mir untergekommen ist. Und ihre Gärten sind wirklich fantastisch!
  15. DIY-Kunst im Museum 🏛️
    Erfahrungsgemäß brauche ich ewig in Museen, um mir alles genau anzuschauen. In Kunstmuseen gern noch einmal mehr. Einen neuen Twist bekommt es aber, wenn man stattdessen einfach eingeladen wird, selbst Kunst zu betreiben. Spoiler: Auch damit kann ich Stunden verbringen und habe sehr viel Freude dabei!
  16. SUP 🏄‍♂️
    Außerdem kamen wir in den Genuss, Stand-up-Paddling auszuprobieren. Für die sonst so faszinierenden Wellen hat mein Gleichgewichtssinn dann doch nicht so recht genügt, aber ich empfand es insgesamt als sehr angenehmes Ganzkörper-Workout.
  17. Paddle 🎾
    Klingt erstmal feucht, ist aber wohl ein neuer Trendsport, der mir von Freunden in Leipzig nähergebracht wurde. Feucht kann es trotzdem werden, wenn man ins Schwitzen kommt. In jedem Fall ein spaßiger Sport!
  18. Fermentation 🥒
    OK, letztes Event im Rahmen meines Geburtstags, versprochen! (– zumindest für dieses Jahr) Von lieben Freundinnen habe ich einen Fermentationsworkshop geschenkt bekommen. Tolle Idee, auf die ich sonst wahrscheinlich nie selbst gekommen wäre. An einem Nachmittag lernten wir also anhand von fermentierten Gurken und Kimchi, wie das Grundprinzip funktioniert. Seitdem sind wir angefixt, noch mehr zu fermentieren. Einzig die Platzfrage ob der ganzen Gläser ist noch ungeklärt.
  19. Sonnenfinsternis 🌞
    An diesem Großereignis kam wohl niemand vorbei. Es lohnt sich auf jeden Fall, schon mal Schutzbrillen für das kommende Jahr zu besorgen, denn dann gibt es noch einmal eine Chance auf eine partielle Sonnenfinsternis. Andernfalls riskiert man, dass die Stimmung – wie bei uns – kurzfristig im Keller ist, weil es NIRGENDS mehr Schutzbrillen gibt. Zum Glück gibt es nette Menschen, die ihre Brillen teilen. So war die Stimmung direkt wieder ausgelassen.
  20. Speiseeis 🍨
    Selbstredend darf dieser Punkt auf der Liste der analogen Freuden für den Sommer nicht fehlen!

Welchen analogen Freuden hast du im Sommer gefrönt? Teile sie gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

*In meinen Augen sollte das eine Auflage für alle Zirkusse sein, zumal ich Tiernummern wirklich keinerlei Unterhaltungswert abgewinnen kann.

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Und tatsächlich begebe ich mich auch auf Reise, jedoch nicht nur zu Fluss und zu Fuß wie der Titel vermuten lässt, auch wenn dies das Hauptthema dieser Reise wird. Los geht es mit dem Zug von Berlin nach Prag. Von dort steige ich mit dem Kajak in die Moldau ein. Flussabwärts werde ich dann nach Dresden Paddeln. Das dürften etwas mehr als 210km sein. Eine einwöchige Kajaktour stand ja schon länger auf meinem Zielliste. Jetzt ist es also an der Zeit, dieses anzugehen. Binnen einer Woche möchte ich in Elbflorenz ankommen, von wo aus ich mit dem Zug nach Leipzig weiterfahren werde. Dort treffe ich schließlich Freunde, um gemeinsam mit einem Auto in ein gemeinsames Stückchen Zweitheimat zu reisen: Osttirol! Allerdings waren wir dort noch nie gemeinsam, ich schon seit sechs Jahren nicht mehr (viel zu lang!) und auch noch nie außerhalb des Sommers. Entsprechend gespannt bin ich, diese Herzensgegend nun im Kleid einer anderen Jahreszeit zu entdecken.

Gepäckmäßig geht es dieses Mal nicht ganz so minimalistisch zu, immerhin packe ich für zwei komplett unterschiedliche Aktivitäten und habe ein Kajak im Schlepptau. Auch wenn es so wirkt, als würde ich einen Kühlschrank mit mir herumschleppen, habe ich probiert, meine Gepäckstücke auf ein Minimum zu reduzieren. Gerade weil man beim Paddeln bereits einen gewissen Grundstock an Dingen mit sich führt, halte ich es für umso wichtiger, den Fußabdruck der übrigen Sachen so gering wie möglich zu halten.

Wenn ich zurück bin, wird es nicht nur zwei neue Reiseberichte, sondern auch eine Packliste geben für alle, die auch mal solche eine Tour unternehmen möchten. Je nach Reiseplan und -zeit packt man schließlich anders. Persönlich finde ich solche Packlisten immer recht hilfreich und inspirierend. Und Berichte von Reisen hat es hier – auch pandemiebedingt – schon viel zu lang nicht mehr gegeben, obwohl ich ja doch die eine oder andere unternommen habe.

Ahoi,
Philipp