Handverlesen im Herbst 2015

Alles ist im Wandel – auch mein Leben. Was die letzten Monate so vor sich ging, liest du hier.

+ ANALOG +

Abschied von den Bergen

Jeder Dreh geht einmal vorbei. So auch dieser. Nach drei Monaten in den Bergen ging es deshalb für mich zurück ins Rhein-Main-Gebiet.

Zuletzt zeigte sich das Berchtesgadener Land noch einmal von seiner besten Seite. Die Bäume erstrahlten in den prächtigsten Farben, die schroffen, weißen Felsen brachen kontrastreich durch, die Familie Watz war schon eingeschneit und einzelne Baumgruppen morgens wie von Puderzucker bestäubt. Außerdem kommen im beginnenden Herbst viel weniger Touristen ins Berchtesgadender Land. Grund genug also, einen Abstecher im Herbst zu wagen!

Und nun Darmstadt: Uff, ist das flach hier! Ich bin zugegebener Maßen in ein kleines Loch gefallen und musste mich nach den letzten fantastischen Monaten erst einmal wieder eingewöhnen. Hin und wieder habe ich mich gefragt, was ich eigentlich hier tue? Es gibt wirklich sowohl schönere als auch aufregender Orte, an denen ich leben könnte. Und dann sind die Tage auch noch so kurz und dunkel. Doch wie bei den meisten Orten steht und fällt mein Glück mit zwei Aspekten: Den Menschen um mich und meiner Tätigkeit vor. Und damit habe ich echt einen guten Treffer gelandet!

Achtsamkeit im Alltag

Ich übe mich bereits eine ganze Weile in Achtsamkeit. Schon länger fiel mir dabei auf, dass ich, wenn ich allein esse, häufig während meiner letzten Kaubewegungen schon aufspringe, um den Teller zur Spüle zu bringen. Natürlich nur, weil ich es eilig habe. Dabei sollten die wenigen Sekunden bei der ganzen Zeit, die ich für die Essenzubereitung aufbringe doch eigentlich das Kraut nicht mehr fett machen.

Entsprechend versuche ich mich jetzt immer zurückzuhalten, wenn ich den Drang verspüre, während des Essens aufzuspringen. Das klappt mal besser, mal schlechter. Wie schaut das bei euch aus?

Adieu zur Freizeit

Während Dreharbeiten bleibt stets sehr wenig Freizeit übrig. Und auch sonst muss ich ein Auge auf mich selbst haben, mir meine Zeit nicht zu voll zu stopfen. Mein großes Bedürfnis nach Zeit für mich selbst, wurde mir in den letzten Monaten noch einmal besonders bewusst.

Entsprechend versuche ich, dem entgegenzuwirken. Das fruchtet mal mehr, mal weniger. Einen ausführlichen Beitrag dazu gibt es in Kürze. Mich würden trotzdem schon einmal eure Erfahrungen dazu interessieren. :)

Anerkennung und Wertschätzung

Auch dieses Thema beschäftigt mich in letzter Zeit sehr. Denn mal ehrlich: Wie sehr würdigen wir, was wir haben und wer wir sind? Wie oft zeigen wir unsere Dankbarkeit für die Liebe anderer Menschen?

Ich hatte in den vergangenen Wochen ein paar Situationen, in welchen mich unglaublich über mein Leben gefreut habe.

Von vielen Menschen wurden ich unglaublich freudig empfangen. Das zeigt mir, wie viel Liebe um mich herum schwirrt – egal, wo ich bin und was ich treibe.

Ich hatte das vergangene Jahr meinen Überseekoffer mit meinem restlichen Besitz in meiner ehemaligen Wohnung gelagert. Beim Auspacken war ich richtig überrascht, was ich alles besitze. Das hat mir auch verdeutlicht, welche Gegenstände mir wichtig sind und welche nicht. Letztere haben direkt neue Nutzer gefunden.

Mir ist aufgefallen, wie viel bunter die Gesellschaft in die Deutschland seit meiner Abreise im Oktober 2015 geworden ist. Und auch, welch kultureller Reichtum damit – nicht zuletzt der Flüchtlinge wegen – einhergeht. Diese neue Diversität finde ich absolut großartig!

Und dann sind da noch die Unmengen an Walnüssen aus dem Garten meiner Eltern! Lecker! :)

Foto Hauptbahnhof Frankfurt bei Nacht


– DIGITAL –

Fernsehen 2.0

Ich habe natürlich kein Fernsehgerät. Trotzdem schaue ich gewissermaßen fern. Denn Videos im Internet sind letztlich ja auch nichts anderes, nur dass ich selbst entscheide, wann ich was schaue. Ein Kanal, den ich sehr gern mag, ist der von Dr Allwissend. Bildungsunterhaltung auf höchstem Niveau sozusagen, und ab und zu auch mit Minimalismus, wie in diesem Video.

Auch noch toll, fand ich dieses Video. Und wo wir schon bei Fernsehen sind: Auf arte gab es im Oktober eine Reihe über Nomaden.

Lebe ich, wie ich möchte?

Diese Frage keimt unter Minimalisten wahrscheinlich besonders häufig auf. Meiner Meinung nach, sollte sich jeder diese Frage jeden Tag stellen – am besten sogar mehrmals. Und wenn sie verneint wird, entsprechende Konsequenzen ziehen. In diesem Zusammenhang finde ich diesen Beitrag und dieses Video besonders hilfreich.

Selbst ist der Mensch

Uns werden ja gern mal Sachen vorgesetzt. Das gehört sich so. Das macht man nicht. Und wir spielen artig mit. Dass es sich lohnt, wirklich alles zu hinterfragen, zeigt dieser Beitrag von Jasmin. Sogar Lösungen für die Zukunft werden uns eingetrichtert, ohne das wir selbst darüber nachdenken müssen. Auch hier gilt: Köpfchen an! Technologie ist nicht immer die Lösung. Der Ansatz: Selber machen!

Es weihnachtet sehr!

Oder doch nicht? Ich fühle mich zumindest schon das zweite Jahr in Folge nicht in Weihnachtsstimmung. Klar, in Israel ist Weihnachten ja auch nicht so publik wie hierzulande. Vielleicht liegt es heuer ja am fehlenden Schnee, meinem innereren Widerstand gegen den religiösen Hintergrund des Festes oder gar der Kommerzialisierung der eigentlich doch so unkommerziellen Botschaft?

Sei’s drum, auch Weihnachten gibt es Nachhaltigkeitsbedarf. Da ist einerseits die Deko, mit der sich ein Großteil der Haushalte nicht nur ein Loch in den Geldbeutel, sondern auch auch ein Bein ausreißt. Claudia von Finding Sustania hat dem entgegen alternative Dekoideen präsentiert.

Ein anderes Thema zu Weihnachten sind natürlich… GESCHENKE! Da gibt es viel Diskussion unter Minimalisten darum. Ein paar grüne Alternativen für ebendiese und alle anderen Menschen auch zeigt Maria in der Weihnachtsbloogerei.

Und zu guter Letzt noch die Abrechnung des Ganzen: Was kostet Weihnachten eigentlich? Pia vom Experiment Selbstversorgung schreibt.

Foto Weihnachtsdeko


 

// DIE AUSSICHTEN FÜR DEZEMBER //

Foto Winterblues

Zurück in Darmstadt erlebe ich gerade den Graue-Großstadt-Blues. Das gibt sich hoffentlich bald wieder. Zur Not: Die nächsten Ortswechsel sind schon in Planung. (Wird ja auch Zeit…)

In der Zwischenzeit gilt es, mich meinen Projekten zu widmen, die haben während er letzten vier Monate viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Und mein erwähntes Freizeitdefizit möchte auch wieder ausgeglichen werden. Ich hoffe auf einen besinnlichen Dezember. :)

Wie war der Herbst bei dir? Graut es dir auch vor dem großem Grau, oder siehst du dem entspannt entgegen? Und putzt du eigentlich noch deine Stiefel? Schreib es mir!

 

Alles Liebe,

Philipp

5 Kommentare

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  1. Hallo Philipp!

    Dr. Allwissend ist ja wirklich GENIAL, kannte ich noch gar nicht. Der letzte Satz ist natürlich der Beste, ich habe durchgehalten bis er endlich kam (wie ich vermutet hatte).

    Achtsames Essen – ich habe auch diesen Tick und schüttle selbst den Kopf über mich. Es passiert mir aber immer wieder.

    Danke für die Verlinkung zu meinem Gastbeitrag „grüne Weihnachten“ heute ging es auf meinem eigenen Blog weiter und demnächst kommt noch ein ganz wichtiges Thema im Zusammenhang mit Weihnachten. Eines unserer beider Lieblingsthemen. Ich hoffe, Du findest die Zeit zwischendurch noch mal vorbei zu schauen.

    lg
    Maria

  2. Hi Philipp,

    ich dachte immer, Darmstadt wäre aufregend. Da wurde meine Lieblingsserie gedreht aus den 80ern. Kenn es nur vom Durchfahren nach Saarbrücken, Heimat.
    Was war denn in dem Koffer? Brauche auch viel Zeit für mich alleine. Der Nikolaus hatte Verspätung. Supergrau. Danke der Nachfrage. Und Berge mag ich nicht. Hier gibt es genug davon. Der Flow ist wieder da. :) Schreiben ist die schönste Art, die Welt zu ignorieren.

    LG Tanja

    • Hallo Tanja!

      Darmstadt kann tatsächlich aufregend sein. Zum Beispiel gibt es hier eine recht ausgeprägte Film- und Theaterkultur. Und auch eine lokale Foodsharing Gruppe gibt es. Es regt mich aber auch in anderer Hinsicht auf: Viel Verkehr und Fluglärm beispielsweise.

      In dem Überseekoffer waren (und sind) meine restlichen Kleidungsstücke, sowie ein paar Bücher, Bürokram und meine Winterstiefel. Die Kleidung kann ich jetzt gut gebrauchen, denn durch das häufige Tragen weniger Kleidungsstücke, haben sich ebendiese sehr stark abgenutzt.

      O ja, Schreiben ist wirklich eine ganz wunderbare Art, allem zu entfliehen. :)

      Lieber Gruß,
      Philipp

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