Der Ziel-Rapport 2025

Um den Jahreswechsel herum schaue ich für gewöhnlich zurück und nach vorn: Was hat gut geklappt im alten Jahr? Was möchte ich im neuen Jahr erreichen? Hier kommt mein Ergebnis und der neue Ausblick.

Meine Ziele aus 2024

Zu Beginn des letzten Jahres hatte ich mir folgende Ziele gesteckt:

  1. Skifahren lernen ✅
  2. Einen Marathon in 03:30 laufen 🚫
  3. Ein Treatment für einen Spielfilm schreiben 🚫
  4. Einen Prototypen für ein neues Spiel entwickeln 🚫
  5. Mindestens eine Woche ohne Gepäck reisen 🚫

Das schaut erbärmlich aus, oder? Häufiger werde ich gefragt, warum ich diese Ziel-Rapporte überhaupt veröffentliche, und, ob es mich nicht furchtbar frustriert, wenn ich mit meinen selbst gesteckten Zielen scheitere. Dazu kann ich nur sagen, dass es mir gelegentlich hilft, ein wenig externen Druck zu bekommen, um meine Ziele zu erreichen. Bisher war dafür mein Mittel der Wahl stets die Öffentlichkeit. Im letzten Jahr durfte ich lernen, dass das allein nicht ausreicht und ich noch Luft nach oben bei meiner Zielsetzung habe. Doch darauf kommen wir gleich zurück. Werfen wir zunächst einen Blick auf die einzelnen Ziele.

Skifahren lernen

Wie schon bei meinem Jahresrückblick ausgeführt, habe ich dieses Ziel direkt zu Beginn des Jahres erreicht. Ehrlich gesagt war von mir selbst überrascht, wie steil die Lernkurve war. So viel kann ich sagen: Noch steiler als die Abfahrt!

Nachdem ich alle blauen und roten Pisten gemeistert hatte, stellt sich natürlich die Frage, wie es weitergehen soll. Immerhin gibt es noch mehr Pisten und meine Technik ließe sich definitiv noch ausbauen. Allerdings erfordert es auch regelmäßiges Training, was beim Skifahren sowohl in finanzieller, als auch ökologischer Hinsicht schwierig sein dürfte – von der Machbarkeit im Alltag ganz zu schweigen, wenn man nicht in den Bergen wohnt!

In jedem Fall hatte ich sehr viel Spaß beim Skifahren. Meine Meinung über die ursprünglich angedachten Skitouren überdenke ich aktuell. Dieses Saison wird es in jedem Fall nichts mit Skifahren. Aber schauen wir, was die Zukunft bringt.

Das war es auch schon mit den erreichten Zielen. Kommen wir nun zum weniger freudvollen Teil: Wo bin ich (an mir selbst) gescheitert?

Einen Marathon in 03:30 laufen

Nachdem es bei meinem ersten Marathon in Frankfurt am Main 2023 hervorragend lief, war dann doch mein Ehrgeiz geweckt, beim zweiten in Berlin – dem 50. Jubiläum – einen persönlichen Rekord zu laufen.

Am Abend vor dem Marathon hatte ich noch erhöhte Temperatur, am Tag selbst fühlte ich mich fitter, aber ich hätte wohl trotzdem nicht laufen sollen, denn ich hatte auch mal wieder mit Gastritis zu kämpfen.

Gelaufen bin ich ungeachtet dessen trotzdem und habe einen hohen Preis gezahlt: Das war kein Spaß! Allein die Menschenmassen (weit über 50.000 Teilnehmende) sorgten dafür, dass das Lauferlebnis mir keine Freude bereitet hat. (Von wegen „Journey of Joy“ und so…) Die Schmerzen in meinem Verdauungstrakt taten ihr Übriges dazu. Aufgeben wollte ich aber auch nicht und so habe ich mich durchgequält. Am Ende wurde es 04:01:52 – also wesentlich langsamer als im Vorjahr (03:48:51) – oder wie andere sagen würden: Trotzdem eine tolle Zeit! Persönlich zufrieden war ich aber nicht.

In jedem Fall werde ich dieses Jahr keinen Marathon laufen, weil ich erkannt habe, dass ich mein Training langfristiger angehen muss, wenn ich eine bessere Zeit laufen möchte. Dabei spielt auch meine Gesundheit eine wesentliche Rolle, denn die geht vor. Das schreibe ich hier oft, aber wenn ich ehrlich reflektiere, muss ich in Frage stellen, ob ich tatsächlich entsprechend handle. Zunächst möchte ich beim Lauftraining wieder mehr Leichtigkeit reinbekommen, denn dieser Druck, an einem bestimmten Stichtag auf keinen Fall krank sein zu dürfen, macht mich ganz fertig.

Ein Treatment für einen Spielfilm schreiben

Dafür hatte ich keine Zeit. Theoretisch hätte ich Ende des Jahres zwar Zeit gehabt, allerdings habe ich an meiner eigenen Serie weitergearbeitet und ein wenig war auch die Energie bei mir raus.

Einen Prototypen für ein neues Spiel entwickeln

Siehe Treatment. Außerdem möchte ich dieses Thema etwas hinten anstellen. Denn die Entwicklung von Gesellschaftsspielen ist eher ein lockeres Hobby meinerseits. Ein gutes Spiel zu entwickeln, ist sehr zeit- und arbeitsintensiv. Auch wenn man noch so viel Zeit investiert, ist dies kein Garant dafür, dass das Spiel jemals von einem Verlag veröffentlich wird. Noch ein finanzielles Standbein, das so unbeständig ist wie die Arbeit als Drehbuchautor kann und will ich mir aktuell nicht leisten. Deshalb liegt mein Fokus im neuen Jahr ausschließlich auf dem Schreiben. Wenn ich zwischendurch Zeit haben sollte, in meiner Freizeit an einem Spiel weiterzuarbeiten: Schön. Aber es hat keine Priorität.

Mindestens eine Woche ohne Gepäck reisen

Es gab im Sommer eine Reise nach Wien, die sich für dieses Ziel hervorragend angeboten hätte: Eine einwöchige Reise an einem Ort mit einer festen Unterkunft – besser geht es in der Hinsicht nicht. Trotzdem bin ich mit dem Vorhaben gescheitert und zwar am allgemeinen Modegeschmack.

Um auf Reisetaschen und Rucksäcke zu verzichten, wollte ich Cargo-Shorts und eine leichte Weste mit wenigen Taschen tragen (nicht so wie diese hier, sondern wesentlich schlichter). Solch eine Weste hatte ich sogar gefunden, auch wenn die eher bescheiden an mir aussah, weshalb ich sie letztlich doch nicht gekauft habe. Allerdings gestaltete sich die Suche nach der passenden Cargo-Shorts als Albtraum.

Wer es nicht weiß: Eigentlich hasse ich Shopping und möchte es stets möglichst schnell über die Bühne bringen, wenn es doch mal nötig ist, etwas zu kaufen. Damit ich es auf ein Minimum beschränken kann, nutze ich eine Uniform-Wardrobe und kaufe vorzugsweise bei denselben Unternehmen, wenn ich einmal ein passendes Modell für meine Zwecke gefunden habe.

Für die Cargo-Hose habe ich online exakt ein Modell gefunden, das gepasst hätte, aber es war ausverkauft. Doch davon wollte ich mich nicht verunsichern lassen und wagte mich in meine persönliche Hölle: Einkaufszentren. Zahlreiche erfolglose Versuche später gab ich auf. Denn ich hatte bereits einen ganzen Nachmittag darauf verwendet und mir war meine Zeit schlicht zu schade. Abgesehen davon empfinde ich den Modegeschmack von 2024 als Zumutung.

Also reiste ich letztlich mit einem Rucksack – ja, mit nur einem. Der hatte allerdings auch nicht alle Kriterien erfüllt, weshalb ich ihn direkt nach der Reise bereits wieder verkaufte. Entsprechend ist mein Ziel, komplett ohne Gepäck zu reisen, hinfällig. Mir ist es das schlicht nicht wert.

Aktuell hat es sich jedoch wenig umgewandelt: Nunmehr möchte ich nur mit einem Rucksack unterwegs sein. Auch hier habe ich bisher kein Modell gefunden, was alle meine Anforderungen erfüllt. Deshalb möchte ich aktuell einen eigenen Rucksack nähen. Wann genau ich dazu kommen werde, kann ich gerade noch nicht absehen. Fortsetzung folgt.

Eine Frage der Motivation

Wie schon zu Beginn des Beitrags angekündigt, möchte ich meine Zielsetzung an sich verbessern. Das bedeutet einerseits, die Zielbedingung zu präzisieren: Wann genau habe ich das Ziel erreicht? Außerdem möchte ich nach Möglichkeit externe Faktoren, die Einfluss nehmen, eliminieren.

Das mit dem externen Druck ist eine äußerst diffizile Angelegenheit. Ursprünglich nahm ich an, dass es schon ausreichen würde, meine Vorhaben öffentlich zu machen. Dann durfte ich jedoch eine neue Seite an mir entdecken, nämlich eine äußerst manipulative. Mein Gehirn ist ein Meister darin, zwischen realem externen Druck und falschem externen Druck zu unterscheiden. Dazu zwei Beispiele:

Wenn ich bei einer Telenovela oder einer Daily Soap arbeite, gibt es einen vorgegebenen Rhythmus. Jede Woche müssen in jedem Arbeitsschritt fünf Folgen fertig gestellt werden. Dahinter verbirgt sich eine Maschinerie, in der sämtliche Abteilungen darauf angewiesen sind, dass die anderen Abteilungen möglichst reibungslos funktionieren – wie Zahnräder die ineinandergreifen. Wenn ich hier eine Deadline reiße, leiden viele andere Menschen darunter und können nicht arbeiten. Die Maschinerie gerät ins Stocken. Die Produktionsfirma verliert sehr viel Geld. Also setze ich aufgrund des externen Drucks alles daran, damit ich die Fristen einhalte.

Wenn ich mir hingegen selbst Ziele setze und es überhaupt keine Konsequenz hat, wenn ich diese nicht erreiche – abgesehen von meiner persönlichen Unzufriedenheit – funktioniert dieser externe Druck, auch dann nicht, wenn ich es öffentlich mache. Denn dann denke ich in Momenten, in denen meine Willensstärke ausgelaugt ist: Wen interessiert es, ob ich meine willkürlich gesetzten Ziele erreiche oder nicht? Ob ich nun einen neuen Prototypen für ein Spiel entwickle oder nicht, hat keinerlei Konsequenz, denn es erwartet niemand von mir – außer mir selbst. Anders verhält es sich, wenn andere Menschen gezielt danach fragen oder ich eine intrinsische Motivation habe.

Das zeigt sich sehr gut beim Marathon-Training. Nachdem ich 2023 meinen ersten Marathon erfolgreich absolviert hatte, wusste ich bereits, dass ich es schaffen kann. Das hat sich neben der wegen Arbeit ohnehin schon knapperen Zeit als im Vorjahr in 2024 wesentlich auf mein Training ausgewirkt. Um eine bessere Zeit zu laufen, hätte ich viel früher mit dem Training anfangen und häufiger trainieren müssen. Das war aber arbeitsbedingt nicht drin. Trotzdem trug meine intrinsische Motivation dazu bei, dass ich wesentlich mehr trainierte, als wenn ich das Ziel Marathon nicht gehabt hätte. Da ich einen extern gesetzten Termin für den Marathon hatte, gab es für mich keine Möglichkeit, mich aus meinen mindestens drei Trainingseinheiten pro Woche rauszureden.

Deshalb möchte ich künftig einen stärkeren Augenmerk auf meine intrinsische Motivation legen: Was treibt mich an, Ziele zu verfolgen, auch wenn ich keinen externen Druck habe?

Systeme erschaffen (und erhalten)

Das Ziel des Marathons war darüber hinaus ein hervorragender Katalysator für ein System: Die Tatsache, dass ich einen fixen Termin vor Augen hatte und wusste, welche Trainingseinheiten ich vorher absolvieren musste, um den Marathon überhaupt zu schaffen, zwang mich dazu, wöchentlich drei Trainingseinheiten einzuplanen und auch umzusetzen.

Deshalb frage ich mich, wie ich solche Systeme auch für meine anderen Ziele etablieren kann. Ein essentieller Punkt hierbei besteht in Routinen und der Disziplin, diese auch beizubehalten. Mir fällt es vor allem schwer, abends rechtzeitig schlafen zu gehen, um dann auch alle Routinen für den nächsten Tag so durchzuziehen. Hier möchte ich also an mir arbeiten.

Wie genau ich das anstelle und welche Systeme ich wie nutzen werde, habe ich für mich selbst zwar noch nicht herausgefunden. Klar erscheint mir jedoch, dass ich Abstriche bei meinen Ansprüchen an mich selbst machen werden muss – so viel habe ich in den letzten Jahren gelernt.

Meine neuen Ziele

Deshalb und angesichts der Tatsache, dass ich meistens nicht ausreichend Zeit und Energie für alle meine Ziele finde, ohne meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, reduziere ich meine Vorhaben für das neue Jahr. Um es mit den Worten einer früheren Dozentin zu sagen: Man muss sich selbst auch eine Chance geben, zu gewinnen.

Wer schon länger mitliest, weiß, dass ich gern höher ziele, um höher zu treffen. Leider habe ich mich damit in der Vergangenheit häufiger ins Scheitern verbannt, weil ich neben Alltag vor allem einen Aspekt nicht mitgedacht habe: Ich bin keine Maschine. Dem möchte ich deshalb fortan stärker Rechnung tragen.

Darüber hinaus weise ich meine Ziele verschiedenen Arealen zu. Hintergrund ist, dass ich mir meine Ziele oft nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ zu hoch stecke; sprich: mir zu viel vornehme. Dem wirke ich einerseits entgegen, indem ich nicht nur die Anzahl der Ziele insgesamt reduziere (drei statt fünf wie im Vorjahr), sondern zunächst die drei Bereiche in meinem Leben festlege, die mir am wichtigsten und dringlichsten erscheinen, bevor ich entscheide, welches Ziel ich jeweils setze.

1. Gesundheit – nachhaltige Routinen etablieren

Diesen Bereich setze ich bewusst an erste Stelle. Selbstverständlich bin ich mir bewusst, dass meine Gesundheit nicht ausschließlich in meinen Händen liegt. Wie kann ich hier also überhaupt ein Ziel setzen, dass realistisch erreichbar ist? Meine Antwort: Indem ich mich auf das fokussiere und priorisiere, was ich für meine Gesundheit tue. Konkret mache ich das heuer an folgenden Parametern für mich fest:

Schlaf

Bevor ich mich jetzt in unrealistische Messwerte verliere, setze ich die Latte niedrig an: Tatsächlich würde es mir schon reichen, wenn ich im Kontrollzeitraum durchschnittlich zwischen 6,25 und 7,5 Stunden schlafe.

Sozialleben

Ein gesundes Sozialleben steigert Wohlbefinden, Gesundheit und Lebenserwartung. Grund genug, darauf mehr Wert zu legen. Jede Woche möchte ich deshalb im Kontrollzeitraum zumindest mit mindestens einem Herzensmenschen reden (nicht nur sprechen!) oder anderweitig Zeit verbringen. Dabei möchte ich anmerken, dass ich explizit meinen Partner ausschließe, weil wir zusammen leben und unsere gemeinsamen Rituale haben. Das hier angesprochene Sozialleben soll sich explizit auf Herzensmenschen beziehen, mit denen ich regulär nicht in einem Haushalt wohne.

Sport & Bewegung

Einen Marathon werde ich heuer zwar nicht laufen, aber: Drei Trainingseinheiten pro Woche strebe ich im Kontrollzeitraum weiterhin an.

Ernährung

An sich bin ich mit meiner Ernährung zufrieden, aber ich würde auch hier gern mehr Routine reinbringen und allem voran mehr selbst zubereiten und weniger auswärts essen – im Rahmen der Möglichkeiten, denn bei fünf Mahlzeiten am Tag erweist sich das als nicht so einfach. Im vergangenen Jahr habe ich gemerkt, wie schwer es mir teilweise fällt, in Routinen zurückzukehren, wenn sich meine Lebensumstände ändern.

Deshalb möchte ich hier einen wöchentlichen Speiseplan erarbeiten, auf den ich jederzeit zurückgreifen kann und der es mir einfach macht, in eine Koch- und Backroutine zurückzukehren.

Ruhe

Meine Erfahrung zeigt mir, dass ich aktiv regelmäßig Ruhe in meinen Alltag einbauen sollte, denn sonst wird sie mir wie von Geisterhand genommen. Dabei meine ich jedoch nicht nur einen Ruhetag, sondern auch Ruhezeiten außerhalb des Schlafes. Am besten klappt das bei Meditation, ziellosem Spazieren und Lesen. Konkret heißt das:

  • Jeden (Arbeits-)Tag im Kontrollzeitraum mindestens eine Stunde für Meditation, Spaziergänge oder Lesen.
  • Jede Woche im Kontrollzeitraum mindestens einen Tag ohne Pläne.

2. Karriere – erfolgreich in die Selbstständigkeit starten

Nachdem ich im vergangenen Jahr, meine Zeit als Junior Storyliner bei der Telenovella abgeschlossen habe, steht für mich der Schritt in die Selbstständigkeit an. Drehbuchautor*innen gehören den freien Berufen an. Deshalb gibt es hier einige Besonderheiten, die für reguläre Selbstständige so nicht gelten. Es ist komplex. Unabhängig davon steht jedoch die Frage im Raum, was hier eigentlich erfolgreich bedeutet. Menschen mit Hintergrund in BWL würden jetzt wahrscheinlich eine bestimmte Summe x nennen, die sie einnehmen wollen. Doch dafür liegt das viel zu stark außerhalb meiner Hand. Außerdem kann ich auch noch nicht absehen, ob ich ausschließlich freiberuflich arbeiten werde. Deshalb orientiere ich mich an einem anderen Aspekt: Risikostreuung.

Bis Ende des Jahres strebe ich mindestens drei verschiedene zahlende Kund*innen an, um mich weniger abhängig zu machen.

3. Bildung – mehr Bücher lesen

In vielerlei Hinsicht bin ich mit meinen Bildungsfortschritten schon zufrieden: Kinoabo sei Dank schaue ich sehr regelmäßig Filme. In der Sprachlern-App lerne ich im Gegensatz zu VHS-Zeiten täglich regelmäßig. Nur beim Lesen von Büchern hapert es etwas. Bevor ich aber mein Buchembargo aufhebe, gilt es, noch einige Dutzend Bücher zu lesen. Deshalb versuche ich es heuer mit einem Leseplan: Dabei plane ich nicht nur täglich Zeit für Lektüre ein, sondern teile jedes Buch rechnerisch auf den angesetzten Zeitraum auf und errechne ein tägliches Lesevorhaben. Bisher klappt das mit Pufferzeiten ganz gut. Da wäre es natürlich verlockend, direkt ein höheres Ziel zu stecken. Aber ich kenne mich. Der Trick besteht oft darin, die Schwelle so niedrig wie möglich anzusetzen, um überhaupt ins Machen zu kommen. Der Rest kommt dann Stück für Stück – oder in diesem Fall: Seite für Seite.

Deshalb möchte ich bis Ende des Jahres mindestens 12 Bücher fertig lesen. (Hintergrund ist, dass ich auch noch einige angefangene Bücher habe, die ich noch beenden möchte.)

Einschränkungen

Falls du über den Begriff des Kontrollzeitraums gestolpert sein solltest: Diesen habe ich bewusst verwendet. Es geht hier zwar um meine Ziele für das Jahr, aber in meinem eigenen Interesse möchte ich mich gar nicht unnötig unrealistischen Erwartungen an mich selbst aussetzen. Denn – richtig! – ich bin keine Maschine!

Im Winter tue ich mich eher schwer. So richtig in die Gänge komme ich erst im März, weshalb der 01.03. für mich das bessere Startdatum ist als 01.01., an dem man doch ohnehin noch total übermüdet und Carb-komatös losstolpert. Dann hat man auch noch etwas Zeit, um sich zu ordnen und vorzubereiten. Immerhin soll der Einstieg einfach sein! Im Dezember läuft bei mir im Grunde ebenso wenig wegen des ganzen Feiertagsdrumherums wie während Urlaub und Krankheit.

Deshalb lasse ich diese Zeiträume bewusst bei meiner Erfassung außen vor und messe lediglich vom 01.03. bis 30.11. exklusive Urlaubs- und Krankheitszeiten.

Außerdem liste ich keine Ziele mehr für meine Hobbys, Interessen und (außerberuflichen) Leidenschaften wie in früheren Jahren: Keine erwarteten Prototypen für Spiele! Keine Zielmarke dafür, wie viele Rezepte und Blogbeiträge ich gern umsetzen würde! Keine Liste an Projekten, die ich privat im Jahr umsetzen möchte! Und versteht mich nicht falsch: All das würde ich so gern in vollem Umfang tun.

Doch ich möchte meine Hobbys, Interessen und Leidenschaften privat bewusst von meiner Lohnarbeit abkoppeln. Klar macht das alles auch Arbeit. Aber ich möchte nicht, dass es sich wie ein Nebenjob anfühlt. Stattdessen möchte ich Dinge privat spielerischer und ergebnisoffen angehen. Wenn ich jedoch für sämtliche Bereiche meines Lebens Zielmarken setze, werde ich im Ehrgeiz mit mir selbst direkt so verbissen, dass ich mir den Spaß an der Freude rasch selbst nehme. Davon zeugen zumindest meine Ziel-Rapporte der letzten Jahre, wenn ich sie mir heute durchlese. Deshalb lasse ich an dieser Stelle los und hebe mir meinen Ehrgeiz lieber für die Bereiche auf, wo es darauf ankommt. Was ich dann noch privat gewuppt bekomme (oder eben auch nicht), möchte ich aber entspannt angehen.

Jetzt interessiert mich, welche Ziele du dir für 2025 gesetzt hast – falls du das hast! Oder bist du womöglich Team Anti-Ziele? Teile es gern in den Kommentaren!

Alles Liebe
Philipp


Dieser Beitrag ist Teil der Reihe Ziel-Rapporte.

Embargo

Wer unter den Bücherwürmern kennt es nicht? Es gibt stets so viel zu lesen, dass man gar nicht damit hinterherkommt. Und ehe man sich versieht, reicht der TBR-Stapel (alias der Stapel der noch zu lesenden Bücher) bis zur Decke und ein zweiter Stapel wird eröffnet. Ganz so weit ist es bei mir zwar noch nicht, aber nichtsdestotrotz habe ich mir selbst ein Buch-Embargo verhängt.

Freilich kann man sich nun wundern, wieso ein Minimalist wie Philipp eigentlich überhaupt Bücher besitzt, wo es doch Alternativen wie Bibliotheken und E-Reader gibt, die verhindern, dass sich mehr und mehr Bücher im Haushalt ansammeln. Tatsächlich nutze ich beides, denn ich scheue mich davor, E-Books zu kaufen, wenn ich ebenso in der Bibliothek für zehn Euro Jahresgebühr ausleihen kann. Doch besitze ich überhaupt Bücher?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  1. Prinzipiell unterscheide ich zwischen Büchern, die ich einmalig lese und solchen, die ich gern wiederholt lesen möchte. Freilich ist die Anzahl der Bücher, bei denen mir das mehrmalige Lesen gelingt, begrenzt, dennoch behalte ich Letztere gern. Erstere hingegen verschenke ich.
  2. Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich gern lese, und beschenken mich gern mit Büchern.
  3. Gelegentlich entdecke ich Bücher, die ich ohnehin schon länger lesen wollte gebraucht in Läden und lasse mich von Preisen unter fünf Euro – oder von Zu-Verschenken-Schildern in der Nachbarschaft – gern verleiten, sie mitzunehmen, wenn sie mich thematisch interessieren.
  4. So sehr ich Deko-Artikel auch ablehne, empfinde ich Bücher in einem Zuhause als äußerst dekorativ und willkommen.
  5. Ehrlich gesagt sehe ich nicht, wie Buchautor*innen ihren Unterhalt mit Büchern verdienen sollen, wenn alle Menschen ausschließlich nur noch Bibliotheken nutzen würden.

Nun haben sich also einige Bücher angesammelt – tatsächlich mehr Bücher, als in unser Wohnzimmer an die dafür vorgesehene Stelle gepasst haben. Also fing ich zunächst an, Bücher nach ihrem Einsatzzweck zu sortieren und an die entsprechenden Orte zu legen:

  • Bereits gelesene Bücher bleiben im Wohnzimmer.
  • Koch-, Back- und anderweitige Rezeptbücher sind nun in der Küche.
  • Café-Bücher (Das sind die mit kaum Text, aber seitenfüllenden inspirierenden Fotos.) befinden sich auf beziehungsweise unter dem Couch-Tisch.
  • Fachliteratur wäre idealerweise in meinem Büro, aber darüber verfüge ich aktuell noch nicht.
  • Das, was ich aktuell vor der Nachtruhe lese, liegt auf dem Nachttisch.
  • Das, was ich aktuell unterwegs lese, befindet sich in meinem Rucksack.

So gewährleiste ich, dass Bücher vermehrt genutzt werden, weil sie sich stets in Reichweite befinden, wenn sie am ehesten zum Einsatz kommen. Mehr in der Wohnung möchte ich sie dann aber doch nicht verteilen – auch nicht, um noch mehr Platz für Bücher zu schaffen.

Dennoch plagte mich lange Zeit das schlechte Gewissen, dass ich einen stetig wachsenden TBR-Stapel zu Hause habe, der sich mehr nach unerledigter Hausarbeit anfühlt, als nach einladendem Lesevergnügen. Zumindest ging es mir so, bis ich auf das folgende Zitat stieß:

(…) I try not to think of it as a TBR pile but more like a wine cellar. You try & time the right combination of mood, energy & interest, so that you pick a book when you have the best chance of getting along with it.

– Rónán Hession

Die Analogie des Autors und Musiker Rónán Hession spricht mich sehr an! Denn so wie man eben auch den richtigen Wein nach Anlass und Menü wählt, handhabe ich das bei Büchern ohnehin: Am liebsten lese ich das, was gerade am besten zu meinem Leben passt, oder, worauf ich gerade Appetit habe.

Damit ging es mir also zunächst schon mal besser. Aber es löste das Problem des wachsenden Bücherstapels bei gleichbleibendem Platz in der Wohnung nicht. Und es würde meinen Partner, der bei Weitem nicht so viel liest, wie ich, auch nicht besänftigen. Doch dann gab es einen Schlüsselmoment.

Eines Tages ertappte ich mich in einem Geschäft dabei, wie ich überlegte, ein paar Bücher zu erwerben, während mich ein schlechtes Gewissen plagte, dass ich gar nicht so viel lese, wie ich eigentlich gern würde. Im Kopf hatte ich, dass zu Hause noch fünf bis sechs ungelesene Bücher auf mich warten. Und dann wurde mir noch etwas bewusst: Oft hege ich Gedanken, in denen ich mir mich selbst in einer gewissen Zukunft vorstelle; für gewöhnlich bei einer Aktivität. Dann erwerbe ich für die Aktivität benötigte Artikel und bringe diese nach Hause. Letztlich fehlt mir aber oft die Zeit, der Aktivität dann auch tatsächlich nachzugehen. Und so stehen diese Artikel oft für Monate, wenn nicht sogar Jahre, herum, ohne genutzt zu werden, bis ich hoffentlich irgendwann doch mal die Zeit dafür finde. Wäre das bei den neuen Büchern wirklich anders? Falls ja, müsste ich die ungelesen Bücher zu Hause eigentlich entsorgen, denn offensichtlich sprechen sie mich nicht so stark an, dass ich mir die Zeit nehme, sie zu lesen. Aber sie interessieren mich ja und ich sollte mir nur mal die Zeit nehmen, statt sie anderweitig zu vertrödeln. Also sagte ich Nein zu den neuen Büchern.

Ein Erfolg? Könnte man denken… Doch zurück zu Hause traf mich schließlich der Schlag, als ich alle meine Bücher durchging und sämtliche ungelesen (oder noch nicht fertig gelesenen) Bücher auf einen separaten Stapel packte und durchzählte: Mehr als 30! Und bei meinen Eltern verbirgt sich sicherlich auch noch das eine oder andere!

Ein Weinkenner bin ich nun wahrlich nicht. Doch wenn ich mehr als 30 Flaschen Wein im Keller hätte, würde ich mir selbst ein Kaufverbot für Wein auferlegen, bis die Restbestände mal reduziert sind. Und so handhabe ich das jetzt auch erstmal mit Büchern. Das heißt:

  • Vorerst lasse ich keine neuen Bücher mehr ins Haus.
  • Außerdem lasse ich meine Mitgliedschaft in der städtischen Bibliothek ruhen.
  • Wenn ich wieder bei zehn TBR-Büchern angekommen bin, denke ich darüber erneut nach. Doch bis dahin wird wohl noch einige Zeit verstreichen.

Und ja, beim nächsten Frühjahrsputz werde ich mich noch einmal gesondert mit meinen Büchern auseinandersetzen und inspizieren, welche ich davon tatsächlich aufheben möchte. Denn es gibt schon einige, die ich bereits mehrfach begonnen, aber schlichtweg nicht fertig gelesen habe; auch Klassiker. Vielleicht sind sie dann doch nicht mehr so gut und/oder zeitgemäß oder passen einfach nicht zu mir? Muss ich mich da wirklich durchzwingen, nur weil ein Buch oder bestimmte Autor*innen eine gewisse Reputation haben? Ist mir meine Lebenszeit nicht mehr wert?

Doch mit diesen Fragen werde ich mich an anderer Stelle auseinandersetzen. Jetzt mag ich erstmal lesen. In diesem Sinne: Ein schönes gemütliches Wochenende!

Und nun interessiert mich noch, wie du das eigentlich mit deinen Büchern handhabst, sofern du welche besitzt. Teile es gern in den Kommentaren!

Alles Liebe
Philipp

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