Gesunde Gewohnheit Nr. 6: Sport treiben

Im August war ich sehr unzufrieden damit, wie es mit meinen sportlichen Zielen lief. Entsprechend hielt ich es für angebracht, meiner körperlichen Ertüchtigung im Rahmen einer gesunden Gewohnheit zumindest einen Monat intensiverer Aufmerksamkeit zu widmen. So lief es damit.

Ende Juli befand ich mich bei traurigen 46 Sporteinheiten für das Jahr. Wie sollte ich so auf die angestrebten 125 Male kommen, wenn es so weiterginge? Also war klar: Ich muss die Frequenz meiner Einheiten erhöhen.

Bisher war das stets leichter gesagt als getan. Prinzipiell reche ich mit mindestens drei Sporteinheiten pro Woche. Doch seitdem ich nicht mehr aktiv im Marathon-Training stecke, gestaltet es ich schwieriger, als mir lieb ist. In der Realität kam ich eher auf anderthalb, weil ständig etwas dazwischenfunkte: Reisen, Vor- und Nachbereitung für ebendiese, Krankheit, keine Zeit wegen Arbeit et cetera. Doch wie heißt es so schön: Wer will, findet Wege. Wer nicht, Gründe.

Deshalb setzte ich mir für August als Ziel, mindestens 20 Sporteinheiten zu absolvieren. Für gewöhnlich gehe ich zwar auf 80% der Tage eines Monats. Das erschien mir jedoch unrealistisch, weil ich erst am 05. August nach Deutschland zurückkehrte. Entsprechend wandte ich Pareto auf die verbleibenden Tage an.

Bei der Definition von “Sporteinheit” bin ich ziemlich flexibel. Spaziergänge und reine kurze Dehnübungen werte ich nicht. Aber über Wanderungen, Schwimmen, Kraftübungen in verschiedenen Ausführungen, Packrafting und Paddle (nicht zu verwechseln mit Paddeln) war die Bandbreite im August insgesamt ziemlich groß. Genau diese Bandbreite hilft mir auch dabei, bei der Stange zu bleiben.

Bei der Anzahl der Sporteinheiten legte ich mit 20 eine Punktlandung hin. Stand Ende August liege ich somit bei 66. In den übrigen vier Monaten die übrigen 59 zu schaffen, scheint nun wesentlich greifbarer. Insofern würde ich den Fokusmonat auf Sport als vollen Erfolg bezeichnen. Jetzt heißt es für die kommenden Monate nur: Dran bleiben!

Wie steht es bei dir um den Sport? Wie bleibst du bei der Stange? Und wie schaffst du ausreichend Raum für Sport im Alltag? Teile deine Tipps gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

Gesunde Gewohnheit Nr. 5: Journal führen

Manchmal schäme ich mich etwas dafür, wenn es mit meinen Vorhaben nicht so läuft, wie ich mir das ursprünglich gedacht habe. So auch bei diesem: Erst im Mai habe ich heuer begonnen, mein Journal für 2026 aufzusetzen. Peinlich! Und gleichzeitig Grund genug, dem eine eigene gesunde Gewohnheit zu widmen. Denn ehrlicherweise habe ich die ersten vier Monate des Jahres auch eine stete Unruhe gespürt, weil mein Kopf so viel Erlebtes behalten musste, dass ich an keiner Stelle niedergeschrieben hatte.

Wie der Name Journaling suggeriert (jour ist Französisch für Tag), sollte man das eigentlich täglich tun. Das war auch mein Ziel. Nichtsdestotrotz hielt ich es auch bei dieser gesunden Gewohnheit mit Pareto. Entsprechend genügte es mir, an 80% der Tage Journal zu führen. Im Mai entsprach das 25 Tagen, was mir auch gelang.

Insgesamt hat sich mein Verhalten beim Journaling über die Jahre hinweg sehr stark verändert. Während ich zunächst freestylte, fand ich schnell zum Konzept des Bullet Journaling. Dabei verfolgte ich jedoch seither einen minimalistischen Ansatz. Wer online einmal nach Inspiration sucht, findet unzählige Beispiele dafür, wie aufwändig und zeitintensiv man Journaling betreiben kann. Da ich zeichnerisch jedoch ohnehin nicht so begabt bin, ließ ich seit jeher von jeglichen Zierelementen die Hände.

Dennoch habe ich zeitweise recht viel Zeit mit dem Journaling verbracht. Es wurde zu meinem ausgelagerten Speicher für mein Hirn. Was nicht im Journal stand, war verloren. Entsprechend akribisch führte ich Listen, Ideensammlungen und Erinnerungen. Letztes Jahr bin ich sogar dazu übergegangen, doch noch dekorative Elemente in Form von Washi Tape zu nutzen und gelegentliche Erinnerungsstücke aus Papier ins Journal zu kleben. Damit ist aber das Maximum bei mir auch schon erreicht.

Einen Wendepunkt brachte mir letztes Jahr außerdem Frau Dingdong, als sie mir in einem Gespräch sinngemäß mitteilte, dass sie ihr Journal nicht mit To-Do-Listen zumüllen möchte. Das kann ich so nur unterschreiben! Und noch ein Aspekt ist mir vergangenes Jahr ins Auge gestochen, da ich so viel Zeit mit meinem Journal verbracht habe: Dient das Journal eigentlich noch mir oder diene ich ihm?

Um Letzteres zu vermeiden, habe ich dieses Jahr besonders kritisch darauf geschaut, welche Module ich tatsächlich nutze und welche ich nur Jahr für Jahr in das nächste Journal übertrage. Letztere habe ich rigoros ausgemistet. Nun wird mein Journal dieses Jahr gegebenenfalls wesentlich dünner ausfallen. Was schreibe ich also überhaupt noch rein, wo ich doch auch digitale Notizen und ein Notizbuch für die Arbeit pflege? Mein Journal enthält aktuell hauptsächlich:

  • Eine Übersicht über meine Jahresziele, damit ich sie nicht aus dem Blick verliere.
  • Damit verbunden Counter, um meine Fortschritte zu dokumentieren.
  • Monatsübersichten, die ich mit besonderen Momenten fülle. Auf die jeweils rechte Hälfte der Doppelseite klebe ich Erinnerungsstücke aus Papier, die den Monat betreffen.
  • An Tagen, die mich besonders bewegen oder beschäftigen, schreibe ich gegebenenfalls auch mal ausführlicher, wie man das früher wohl mit Tagebüchern getan hat.
  • Auf Reflexionsseiten setze ich mich damit auseinander, womit ich im Leben zufrieden bin und wo ich noch Handlungsbedarf sehe.

Das war es im Großen und Ganzen schon.

Aktuell fühle ich mich mit meinem Journaling-Habitus sehr wohl. Wenn sich das eines Tages ändert, passe ich es einfach weiter an. Denn das ist das schöne an einem handgeschriebenen Journal-System: Es lässt sich stets den wechselnden Anforderungen an.

Prinzipiell heiße ich gut, sich am Ende oder Anfang eines Tages kurz fünf Minuten Zeit zu nehmen, um den Tag vorm inneren Auge noch einmal auf Besonderheiten und Gemütszustände nachzufühlen. Im Alltagsbetrieb kann es schon mal vorkommen, dass man feststellt, dass sie Zeit recht ereignislos an einem vorüberzieht, oder man das Gefühl hat, diese fünf Minuten gerade nicht noch aufbringen zu können. Doch oft genug gibt es eben doch noch eine Kleinigkeit, die den Tag besonders gemacht hat: Eine freudige Begegnung; ein Eichhörnchen, die sich gegenseitig die Bäume hoch und runter jagen; ein Telefonat unter Freunden; … – oder eben einfach nur die Beobachtung, dass man sich gerade zu sehr im Trott befindet.

Wer sich also fragt, was das Journaling überhaupt bringt: In meinem Fall Seelenfrieden. Denn über das Führen meines Journals schreibe ich mir von der Seele, was mich beschäftigt und auf Trab hält. Beim gelegentlichen Lesen in alten Aufzeichnungen deuten sich öfter als erwartet Muster an, die mir dabei helfen, meine eigene Wahrnehmung in Perspektive zu bringen.

Trotzdem gilt auch hier, dass es auf die richtige Balance ankommt. Das Führen eines Journals soll sich nicht wie Arbeit anfühlen, sondern wie eine Erleichterung im Alltag. Langfristig bin ich bei dieser Gewohnheit deshalb schon zufrieden, wenn ich zumindest einmal wöchentlich  ausführlicher in meinem Journal schreibe. Oft genug gibt es aber eben doch eine kleine Notiz, die aufgrund meiner Routinen zwischendurch ihren Weg in das Journal findet. So oder so empfinde ich es als mentale Entlastung, Journal zu führen, und behalte diese gesunde Gewohnheit deshalb bei.

Wie hältst du es mit dem Journaling? Teile es gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

Dieser Beitrag ist Teil der Reihe Gesunde Gewohnheiten.

Wo stehe ich? – Tertial 2026.I

Hat irgendjemand das erste Drittel des Jahres gesehen? Kaum zu glauben, wie schnell es vorbeigerast ist! Deshalb ist es an der Zeit für eine erste Zwischenauswertung: Wie läuft es mit meinem Jahresmotto sowie meinen Zielen für das Jahr?

Weiterlesen

Gesunde Gewohnheit Nr. 4: Bis Mitternacht schlafen gehen

Wer mich kennt oder hier schon länger mitliest, weiß darum, wie schwer es mir seit jeher fällt, nachhaltig auf die gewünschte Schlafmenge zu kommen. Grund genug also, dem eine eigene gesunde Gewohnheit zu widmen. So geschehen im April.

Weiterlesen

Gesunde Gewohnheit Nr. 3: Täglich Bücher lesen

Im März wendete ich mich bei meinen gesunden Gewohnheiten einer Baustelle zu, die mich schon länger beschäftigt: dem Lesen von Büchern. Im Gegensatz zu meiner Kindheit und Jugend lese ich viel weniger Bücher und das stört mich massiv. Grund genug also, das einmal anzugehen!

Weiterlesen

Passivitäten

Erinnerst du dich noch an die Poesie- und Freundschaftsalben von früher? Sie wurden gern in Schulklassen herumgereicht, damit sich etwaige Freund_innen darin für alle Ewigkeit eintragen konnten – ähnlich einem Gästebuch. (Wahrscheinlich wird heute weder das eine, noch das andere gepflegt.) Jedenfalls gab es darin stets ein Feld für Hobbys, Interessen und Freizeitaktivitäten. Meine These: Genau wie Freundschaftsalben sind auch echte Aktivitäten aus der Mode gekommen.

Weiterlesen

Gesunde Gewohnheit Nr. 2: Keine Süßigkeiten

Für meine zweite gesunde Gewohnheit musste ich nicht lang überlegen: Nach der Adventszeit und Festtagssaison mit all ihren Naschereien verspürte ich das dringende Verlangen, meine Geschmacksknospen mal wieder auf einen vernünftigen Pegel zu bringen. Deshalb verzichtete ich im Februar auf Süßigkeiten.

Weiterlesen

Gesunde Gewohnheit Nr. 1: Bewegung an der frischen Luft

Meine erste gesunde Gewohnheit für das neue Jahr zu finden, fiel mir sehr leicht. Da es mir – Wer kann einem das bei der Witterung verübeln? – im Winter regelmäßig schwer fällt, vor die Tür zu kommen, wollte ich täglich mindestens 45 Minuten mit Bewegung an der frischen Luft verbringen.

Weiterlesen

Handverlesen in 2025

Da 2025 nun endgültig vorüber ist, wird es Zeit für meinen persönlichen Jahresrückblick. Und los geht’s!

Weiterlesen

Gönnen wir – zur Abwechslung mal nicht

Das kennen wir doch alle: Der Tag wirkt wie das elendige Ende einer bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilten Woche. Wir ackern uns ab – Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Schon seit geraumer Zeit haben wir das Gefühl, überhaupt nicht mehr richtig runterzukommen. Da ist es doch das Mindeste, dass wir uns etwas gönnen, um uns etwas Gutes zu tun! Sei es als Alternative zu Erholung, als Belohnung oder nur, um uns selbst zum Durchhalten zu motivieren. Wird dieses selbstvergönnte Verhalten nachhaltig wirken oder unsere Probleme bei der Wurzel packen? Ich glaube nicht. Im Gegenteil: Es macht alles nur noch schlimmer.

Weiterlesen