Handverlesen in 2025

Da 2025 nun endgültig vorüber ist, wird es Zeit für meinen persönlichen Jahresrückblick. Und los geht’s!

Jahresmotto: Ein Leben in Hülle und Fülle

2025 suchte ich mir zum ersten Mal ein übergeordnetes Jahresmotto heraus, das mich 365 Tage lang begleiten sollte. Das hat mir in mehrerlei Hinsicht sehr getaugt:

  1. An keinem Moment im Jahr fehlte mir etwas – allen selbst auferlegten Einschränkungen zum Trotz.
  2. Das Motto führte mich thematisch wie ein roter Faden durch das Jahr. Gelegentlich machte mir das Entscheidungen einfacher, weil ich bewusst sagen konnte: Entsprechend meinem Motto handle ich so.
  3. Es tat mir nach über zehn Jahren, die ich mich bereits mit dem übergeordneten Thema Minimalismus auseinandersetze, und mehreren Jahren, in denen ich für meine Verhältnisse über Geld im Überfluss verfügte, gut, mich mal wieder zurückzubesinnen: Was brauche ich? Was möchte ich? Was ist mir wichtig?

Dafür hatte ich mir zu Beginn ein paar Maximen an die Hand gegeben, die dem Motto folgten:

Nix Neues – Bis auf ein paar wenige Ausnahmen hat das ausgezeichnet funktioniert. Die Idee dahinter war, das zu nutzen, was ich bereits besitze, anstatt noch mehr anzuhäufen. Letzteres ist bei mir insbesondere bei Gesellschaftsspielen ein wunder Punkt. Abhilfe geschaffen haben wir Brettspielcafés und Bibliotheken. Das möchte ich künftig beibehalten: Bevor ich mir ein Spiel (oder etwas anderes) selbst zulege, leihe ich es erstmal aus, um es auszuprobieren und herauszufinden, wie oft ich es tatsächlich selbst nutzen würde. Eine große Ausnahme dürfte hier meine größte Anschaffung des vergangenen Jahres sein: In Berlin habe ich ein Harmonium erworben, weil ich meine musikalische Ausbildung verbessern möchte. Da es jedoch aus einem Gebrauchtwarenkaufhaus stammt, wurde es zumindest nicht neu produziert.

Aufbrauchen – Dass das gut funktioniert hat, liegt zu großen Teilen im Verdienst meines Partners. Der hat nämlich gelegentlich tabula rasa gemacht und einfach nach und nach sämtliche Lebensmittel aufgebraucht, die ich für etwaige besondere Anlässe aufgehoben habe. Meine Erkenntnis: Lebensmittel für besondere Anlässe aufzuheben, lohnt sich in der Regel nicht, weil man im Zweifel sogar riskiert, dass sie verderben. Mittlerweile ist sogar das Tiefkühlfach dermaßen leer, dass wir dieser Tage getrost abtauen können. Nur ein paar Überbleibsel aus der Weihnachtsbäckerei haben unsere Vorräte ungeplant etwas aufgestockt. Im Bad verbrauche ich weiter fleißig angesammelte Cremes auf. Was meine Kleidung anbelangt, ist es bei einigen Stücken nun wirklich an der Zeit, sie ist das Textilrecycling zu geben und sie zu ersetzen. Gleichzeitig habe ich von meinem Partner ein paar gut erhaltene Stücke vererbt bekommen, da er sie nicht mehr trägt und wir praktischerweise ähnliche Größen tragen.

Auswärtsessen beschränken – Diese Maxime habe ich recht rasch aufgegeben, weil einerseits meine Lebensumstände nicht dazu passen und ich andererseits einen Perspektivwechsel vollzogen habe: Mit der Kenntnis darüber, wie viel meine Zeit wert ist, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für mich oft die bessere Investition darstellt, Zeit zu sparen, anstatt für mich allein zu kochen. Anderes verhält sich das, wenn es darum geht, etwas Besonderes zuzubereiten oder mit anderen Menschen zu kochen.

Reisen reduzierenObwohl ich bei weitem privat nicht so viel verreist bin, wie ich gern wäre, hat sich bei mir insbesondere am Ende des Jahres eine gewisse Art von Reisemüdigkeit eingestellt. Das hing vor allem damit zusammen, dass ich über das Jahr betrachtet kaum in Berlin war und sich gleichzeitig bei mir das Gefühl einstellte, dass ich nicht ausreichend Projekte fertig bekommen würde. Daraus nehme ich zwei Fragen mit für das neue Jahr: Erstens, wie ich meinen kreativen Ertrag auf Reisen erhöhen kann, und zweitens, wie sich mein ideales Jahr real abbilden lässt.

Aktivität statt Konsum – An Aktivität hat es mir eigentlich nicht gemangelt. Davon zeugen zumindest verwunderte Aussagen aus meinem näheren Umfeld, wie ich all meine Projekte unter einen Hut bekomme. Dennoch ist meinem persönlichen Empfinden nach mein Verhältnis von kreativem Ertrag und – allem voran digitalen – Konsum noch nicht ausgewogen. Die Krux hierbei liegt darin, dass meine Arbeit letztlich stets in digitaler Form abgegeben wird. Dieses Thema nehme ich also auch mit ins neue Jahr.

Januar

Dafür, dass ich den Jahresbeginn ruhig anlaufen lassen wollte, war der Januar bereits gut gefüllt: Viele Verabredungen, viele Filme zu Hause und im Kino geschaut, viele Abende mit Gesellschaftsspielen – diese Seite mag ich an Winter. 🥰

Da Skiurlaub in den Bergen leider nicht drin war, suchte ich mir einen alternativen Wintersport: Schlittschuhlauf. Praktischerweise gibt es in Berlin einige Eisbahnen, derer Eintritt wesentlich günstiger als ein Skipass ist. Denselben Effekt hat es freilich nicht, aber ich empfinde es zumindest als guten Ausgleich zum mangelnden Lauftraining im Winter. ⛸

Außerdem waren meine Eltern zu Besuch in Berlin. Gemeinsam schlemmten wir uns durch die Grüne Woche in Berlin und erkundeten den Tempelhofer Flughafen im Rahmen einer geführten Tour. 🗼

Februar

Um mein Multi-Ticket für die Eisbahn vollends auszunutzen, ging ich recht regelmäßig zum Schlittschuhlaufen. Und siehe da: Mit regelmäßigem Training klappte es allmählich sogar mit dem Bremsen auf Eis. 🚨

Im Februar lief außerdem mein Arbeitsjahr an. Den Anfang machte die Berlinale. Von wahllosen Besuchen bei überfüllten Branchenveranstaltungen halte ich ehrlich gesagt nichts. Eine erwähnenswerte Ausnahme hiervon stellt die Screenwriters’ Lounge dar. Da kommen unzählige Drehbuchautor*innen zusammen, um sich auszutauschen. Neben interessanten Panels gibt es dort auch zahlreiche Möglichkeiten, um alte Bekannte zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Und tatsächlich hat sich daraus sogar die eine oder andere Kollaboration ergeben. 🎞

Darüber hinaus rief mich Lüneburg zurück. Was soll ich sagen: Die Stadt ist so pittoresk wie eh und je. Die Arbeit an Staffel 24 von Rote Rosen hat unglaublich viel Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen! (Werbung in eigener Sache: montags bis freitags um 14:10 im Ersten oder zeitunabhängig in der Mediathek) 📺

März

Trotz weiterhin kühler Temperaturen begab ich mich mit meiner Fun-Partnerin in crime Cloudy erst auf eine Bootstour durch den Hamburger Hafen und anschließend in das Miniaturwunderland. Mit meiner Schwäche für Modellbahnen war ich natürlich hin und weg! Gleichzeitig war ich auch etwas überwältigt von all den Details. Natürlich hat die Zeit bei weitem nicht genügt und es braucht noch mindestens einen weiteren Besuch. Abgesehen davon hätte ich mir aber durchaus mehr Züge gewünscht. 🚞

Darüber hinaus gehörten eine Buchbesprechung mit Cloudy (leider auch die einzige letztes Jahr 😅), eine Familienfeier, das erste Eis der Saison und die Sichtung einer unglaublich süßen Wildschweinfamilie zu meinen Höhepunkten im März. Ach ja, und zum ersten Mal seit Jahren habe ich ein Bad in einer Badewanne genommen. Für gewöhnlich gehöre ich ja eher zur Duschfraktion. Aber das Entspannungsbad auf dem Wannenrand der Produktionswohnung konnte ich einfach nicht länger ignorieren. 🛀

April

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich gern in Bibliotheken arbeite. Da versteht es sich von selbst, dass mich die Nacht der Bibliotheken anspricht. Arbeitsbedingt habe ich es nur zu zwei Veranstaltungen geschafft, aber das hat sich auch schon gelohnt: Erst nahm ich an einer Tour zur Architektur des Grimm-Zentrums in Berlin teil. Die Gestaltung fand ich schon immer faszinierend, doch mit Einblicken eines Architekten erhält man noch mal einen ganz anderen Blick darauf. Im Anschluss ging es hinter die Kulissen der Bibliothek. Da hätte ich gern noch mehr erfahren, aber der spannendste Teil bestand im Grunde im Besuch des Archivs, weil man Bücher zu sehen bekommt, die dem Krieg zum Opfer gefallen und deshalb anderweitig nicht mehr verfügbar sind. 📚

Außerdem nahm ich an einer Fortbildung zum Dialogformat Sprechen & Zuhören des Vereins Mehr Demokratie e.V. teil. Der Name ist hier Programm. Manche kennen die Prinzipien womöglich aus therapeutischen Formaten. Der Verein nutzt das Format hingegen, um Dialog zwischen politisch verhärteten Fronten anzuregen. Äußerst erhellend und empfehlenswert! 🗣

Zudem gab es neben vielen Wanderungen und Eierwürfen an Ostern auch zum ersten Mal selbst gemachten alkoholfreien Eierlikör. Wer sich fragt, was der Sinn dahinter ist: Zwar trinke ich keinen Alkohol, allerdings liebe ich Eierlikörkuchen. Deshalb hatte ich nach einem Weg gesucht, wie sich der ohne Alkohol herstellen lässt. Wie so oft hieß es auch hier: Was richtig werden soll, macht man am besten selbst. 🐰

Mai

Den Monat startete ich mit einer Retrospektive zum gesammelten Werk Wes Andersons, die in einem Berliner Kino angeboten wurde. Als bekennender Fan seiner Arbeit kam ich nicht umhin, mir sämtliche Werke noch einmal zu Gemüte zu führen. Bis auf einen ist mit das tatsächlich auch gelungen und ich durfte feststellen: In seinen Filmen fühle ich mich einfach zu Haus. 🍿

Weiterhin gab es einige unerwartete Wiedersehen in der Heimat bei der mittlerweile alljährlich stattfindenden Kulturnacht, bei der ich meine Erstheimatstadt aus einer für mich völlig neuen Perspektive betrachten konnte: Vom höchsten Punkt der Stadt aus. Spektakulär! 🤩

Juni

Im Juni kam ich endlich dazu, die ersten Erdbeeren des Jahres zu genießen. Sie gehören schon seit Kindertagen zu meinen absoluten Lieblingsnüssen! Entsprechend zelebriere ich den Verzehr – am liebsten in Reinform oder als Erdbeertorte. 🍓

Mein Partner und ich teilen uns den Juni als Geburtstagsmonat und gingen in beiden Fällen köstlichst miteinander dinieren. Sonst empfand ich den Tag meines Geburtstags selbst als äußerst unaufgeregt. Da ich den ganzen Tag arbeitete, blieb nur der Abend für all die Telefonate, die ich tagsüber nicht wahrnehmen konnte. Und wie könnte man die schöner verbringen, als bei einem kühlen Getränk in einem Park wie aus dem Bilderbuch, während man ein schwules Erpelpärchen beim abendlichen Sonnenuntergangsspaziergang beobachtet? 🌅

Juli

Im Juli durfte ich mit zum Futuren. Dabei schließen sich mehreren Autor*innen in einem entlegenen Hotel ein, um über die Zukunft (konkret: die nächsten 10 – 15 Wochen) der Serie zu fantasieren. Was wird all unseren geliebten Figuren widerfahren? Wie werden sie sich verhalten? Wann verlässt X die Serie und wieso? Die Arbeit im Klausurmodus macht äußerst viel Spaß! Und als wäre das nicht genug, fühlen sich die gemeinschaftlichen Abende auch noch wie Klassenfahrt an. Diesen konzentrierten Klausurmodus würde ich mich für meinen Arbeitsalltag häufiger wünschen. Dafür mag ich mir im neuen Jahr ein paar Kniffe überlegen. 🗝

Außerdem fuhr ich mit lieben Freunden in die Stadt der Liebe. Zugegeben, diesen Titel beansprucht mehr als eine Stadt. Wir waren also in Paris. 17 Jahre lang war ich nicht mehr dort gewesen. Es hat sich einiges getan und es gibt auch einiges Liebenswertes an der Stadt: Bei Sonnenuntergang auf dem Tour Montparnasse zu stehen, lässt einen die Stadt im besten Licht beobachten. Dabei erlebten wir sogar einen exorbitant großen Blutmond. Sagenhaft! Begeistert war ich auch von einem spontanen Tag mit einem Freund, der in Paris lebt. Eigentlich waren wir nur zum Mittagessen verabredet. Am Ende verbrachten wir aber den restlichen Tag zusammen und hatten eine richtig gute Zeit in dem Gesangslokal der Stadt schlechthin! Außerdem war ich mit einem meiner Reisegenossen in der Seine schwimmen, worauf ich schon den gesamten Urlaub hinfieberte. Davon können sich deutsche Städte gern eine Scheibe abschneiden. 🥐

Der Juli hatte aber noch mehr parat: In Berlin war CSD, bei dem ich dieses Jahr – perfekt vorbereitet – erstaunlich lang durchhielt. Und einen äußerst schönen Brettspieltag in Erfurt gab es auch noch. Solche Brettspieltage darf es gern mehr geben. 🎲

August

Im August war ich – mal wieder – auf Heimaturlaub. Dafür gab es gleich mehrere Anlässe: Eines meiner Patenkinder hatte Schuleinführung. Sie werden ja so schnell groß! 🥲

Außerdem feierte meine Erstheimatstadt 700-jährige Ersterwähnung, weshalb heuer besonders groß aufgefahren wurde. Entsprechend gab es neben vielen glücklichen Wiedersehen mit Menschen aus vergangenen Zeiten auch hochkarätige Konzerte: Sowohl die Spider Murphy Gang (“Skandal im Sperrbezirk”) als auch Cora (“Amsterdam”) traten auf. Beide Konzerte haben mich auf unterschiedliche Art fasziniert. In jedem Fall hatte ich Spaß! 🕺

Auch das Schwimmen in Gewässern wurde für mich zum wiederkehrenden Thema. Denn neben der Seine im Juli gelang es mir im August noch, in der heimatlichen Talsperre sowie in der Ilmenau in Lüneburg schwimmen zu gehen. Das rundete den Sommer für mich ab! Jahrelang war ich im Sommer gar nicht mehr draußen schwimmen und das fand ich stets schade. 🏊‍♂️

September

Eine Sache brachte ich im Sommer aufgrund meiner hohen Reisefrequenz dann doch nicht mehr unter: Eine Kajaktour. Deshalb schwang ich mich im September nach Königswusterhausen, um zumindest eine Tagestour im Jahr zu haben. Wie das ausging, kann man hier nachlesen. Trotz horrend steigender Mieten haben Berlin und Umgebung nach wie vor zahlreiche kostenfreie Angebote für Ausflüge in petto – manchmal dauern Dinge nur etwas länger. Ein Beispiel dafür ist das Bauhaus-Archiv, das im August seine Pforten öffnete, um über den aktuellen Stand zu informieren. Denn wie so oft dauern die Bauarbeiten auch hier mal wieder länger als zunächst veranschlagt. Wer es eher traditionell mag, wird in Potsdam fündig: Der Stadtteil Babelsberg begeistert nicht nur mit seiner lang zurückreichenden Filmgeschichte, sondern auch mit seinen wunderschönen Schlössern und Villen. 🏰

Ein weiterer Höhepunkt war für mich ein Kurzurlaub in Kopenhagen. In dieser Stadt wird aktuell vieles richtig gemacht, um das Leben für die Menschen angenehmer zu machen. Auch hier dürfen sich deutsche Städte gern das eine oder andere abschauen. Und auch hier wagte ich noch einmal den Sprung ins kühle Nass – obwohl die Temperaturen es schon sehr herausfordernd machten. Ja, es tat weh. Aber es hat sich gelohnt! 🥶

Relativ kurzfristig meldete ich mich außerdem für Seriesly Berlin, einer Branchenveranstaltung für Fernsehserien, an. Das war eine vollgepackte Woche mit Screenings neuer Serien, Paneldiskussionen rund um Produktionsbedingungen und Workshops. Obwohl ich anfangs damit haderte, ob ich mich anmelden soll, bin ich froh, es getan zu haben. Denn ich schätze familiäre Veranstaltungen, bei denen man nicht nur Bekannte trifft, sondern auch einfach Zugang zu neuen Kontakten hat. 🤝

Zu guter letzt unternahm ich noch einen Kurzausflug nach Bamberg. Schon länger hatte ich mir vorgenommen, meinen Cousin und meine Cousine an ihren jeweiligen Studienorten zu besuchen. Spontan übernachtete ich dann gleich noch da. Was soll ich sagen? Bamberg ist bildhaft schön und die Reise inspiriert mich direkt zu ein paar weiteren Kajaktouren für das neue Jahr! 🛶

Oktober

Wer dachte, ich sei bis jetzt viel unterwegs gewesen, hat den Oktober noch nicht gelesen. 🙈

Direkt vor Semesterbeginn besuchte ich direkt noch meine Cousine in Jena. Die Stadt ist gar nicht so groß, hat aber dank der bergigen Lage einige Schmankerl zu bieten. Und wieder gibt es eine neue Anregung für Kajaktouren! ⛰

Mit einem Schulfreund stattete ich außerdem der Hobbymesse in Leipzig einen Besuch ab. Nach zwei Messen binnen eines Jahres halte ich für mich fest, dass ich sie vor allem als äußerst stressige Verkaufsveranstaltungen empfinde. Ja, man entdeckt gegebenenfalls ein paar tolle Dinge, aber als entspannt empfinde ich das nicht. Ob das auf anderen Messen anders läuft? Bei der Hobbymesse haben mich naturgemäß die ausgestellten Modellbahnanlagen am meisten interessiert. 🚂

An einem Wochenende in Lüneburg brachte mich Cloudy Geocaching näher. Was für ein Spaß! Das probierte ich dann direkt noch einmal selbst in Bremen und Lübeck aus. Damit war ich nun nach 34 Jahren in allen sechzehn Bundesländern Deutschlands. Bremen und Lübeck haben beide ihren Charme. In beiden Fällen war ich mit Freund*innen unterwegs und konnte mich den hiesigen Leckereien nicht verwehren. ☕️

Bei dem Ausflug in Lübeck besuchten wir außerdem eine inoffizielle, aber deshalb nicht weniger eindrucksvolle Star-Wars-Ausstellung. Und apropos abgespacet: Das Konzert von HVOB in Leipzig war der Hammer! Einen Eindruck kann man hier gewinnen. Live sind Sonnenbrillen wärmstens empfohlen. 😎

Halloween war auch noch. Zuletzt nahm ich als Kind an den damit verbundenen Feierlichkeiten teil. Aber nachdem meine Kolleginnen selbst so viel Spaß daran haben, unter höchstem Einsatz von Deko für die gesamte Produktion eine Halloween-Party auf die Beine zu stellen, bin ich nun mit dem Virus infiziert und habe große Lust, noch mehr eigene Kostüme herzustellen. 🎃

November

Der Reisen wurde es auch im November nicht weniger. Meine Arbeit in Lüneburg war zwar abgeschlossen, aber privat gab es dafür umso mehr: Den Anfang machten sechs Geburtstage. Praktischerweise wurden einige davon gebündelt. 🎉

Weiter ging es nach Israel. Aufgrund eines Krankheitsfalls in der Familie meines Partners wollten wir mit dem Besuch nicht warten. Es war in diesem Sinne keine klassische Urlaubsreise, sondern eher ein reiner Familienbesuch. Man sieht sich definitiv zu wenig. Zum Glück gibt es eine hoffnungsvoll stimmende Prognose. 🙏

Zurück in Deutschland ging es direkt an die Vorbereitung der Feiertage. Heuer war ich in besonders ausgeprägter Weihnachtsstimmung. Womöglich habe ich mir auch deshalb etwas mehr als realistisch umsetzbar vorgenommen – oder ist es einfach mein Naturell? Zumindest kann sich unser Tannenbaum sehen lassen, auch wenn er erst im Dezember fertig wurde. Leider reicht die Zeit trotzdem wirklich niemals aus, obwohl ich mir jedes Jahr vornehme, früher zu beginnen. Womöglich halte ich mich ja in 2026 daran und fange bereits Anfang November mit Plätzchen backen an? 🍪

Dezember

Entsprechend war auch der letzte Monat des Jahres noch gut gefüllt. Den Anfang machte die Televisionale in Weimar, was eine Premiere darstellte. Bisher war sie in Baden Baden zu Hause. Als gebürtiger Thüringer freue ich mich aber sehr darüber, dass es nun auch in meiner Heimat eine solch wichtige und große Branchenveranstaltung gibt. Generell ist Weimar solch eine schmucke Stadt, aber angenehm in Hinblick auf die Größe, weil alles fußläufig erreichbar ist. Trotz der Größe der Veranstaltung hatte ich den Eindruck, dass alle Anwesenden sehr nahbar waren – wenn man von Bernd dem Brot absieht. 🍞

Weiterhin gab es noch zwei Familienfeiern. Abgesehen davon war ich froh darüber, auf das Ende des Jahres hin zumindest noch zwei Wochen am Stück in Berlin zu sein. Zu tun gab es noch mehr als genug: Plätzchen und Lebkuchen backen und versenden, Geschenke besorgen und verpacken, Weihnachtslieder auf dem Harmonium einstudieren, … Ganz im Sinne von “Klasse statt Masse” hatte ich vor den Feiertagen nur eine Weihnachtsfeier, die meiner Brettspielgruppe. 🎄

Die Feiertage an sich entpuppten sich als eine Mischung aus gediegen und proppevoll – auch abseits meines Magens. Jeden Tag stand ein anderer Termin auf dem Programm. Da dies jedoch alles Termine mit mir sehr wichtigen Menschen waren und ich mir keine schönere Art, die Feiertage zu verbringen, vorstellen kann, habe ich das sehr genossen. Höhepunkt des Ganzen war schließlich die Neujahrsfeier mit jahrzehntelangen Freunden in einer entlegenen Mühle, wo ich – sehr zur Freude meiner Misophonie – nicht einen einzigen Böller hören konnte. ✨

Rückblickend komme ich nur zu einem Schluss: Das Jahr 2025 war für mich vor allem ein Jahr der Fülle und das habe ich sehr genossen!

Was ist dir aus dem letzten Jahr besonders im Gedächtnis geblieben? Teile es gern in den Kommentaren!

Alles Liebe
Philipp


Dieser Beitrag ist Teil der Reihe Handverlesen.

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Warum sollte man sich überhaupt mit dem Konflikt beschäftigen?

Die Terrorwelle aus dem Gazastreifen kam für viele Menschen, mich eingeschlossen, sehr überraschend. Während mich die aktuellen Nachrichten emotional sehr stark aufwühlen, musste ich feststellen, dass dies bei Weitem nicht allen Menschen so geht. Und ehrlich gesagt kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Mittlerweile überrollen uns so oft Nachrichten von Naturkatastrophen, Terroranschlägen und Kriegen, dass viele Menschen abschalten. Sicherlich gehört hier auch ein gewisser Selbstschutz dazu, denn je stärker man sich mit den Nachrichten und ihrer Bedeutung auseinandersetzt, desto mehr belasten sie die eigene Psyche. Dieses Mal kann ich aber nicht abschalten.

Von anderen Kriegen und Krisen weiß ich selbst, wie weit weg es sich anfühlen mag, wenn man keine Betroffenen persönlich kennt. Das verhält sich hier anders, denn unsere Freunde und Familie sind betroffen. Neben der Sorge davor, dass sie Opfer eines Raketenangriffs werden oder sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufhalten, kommt nun noch die Sorge vor dem Krieg. Mein Schwager wurde direkt als Reservist eingezogen.

Umso verstörender wirkt es auf mich, wie viele Menschen scheinbar überhaupt nicht mitbekommen, was in Israel gerade vor sich geht und ihr Leben einfach weiter leben, als sei nichts geschehen. Versteht mich nicht falsch: Ich möchte niemandem die Stimmung verderben, sondern ein Bewusstsein schaffen.

Ehrlich gesagt wäre es mir manchmal sogar lieber, die Menschen würden einfach mal ihren Mund halten. Denn in den letzten Wochen durfte ich lernen, dass viele Menschen gar nicht wissen, was es mit dem Nahostkonflikt auf sich hat. Ehrlich gesagt ging mir das vor meinem Austausch nicht anders. Ein Grund, weshalb ich mich damals für den Austausch nach Israel entschied, bestand darin, dass ich dringend mehr über Kultur und Geschichte des Landes lernen wollte. Meines Erachtens sollten das alle Menschen in Europa, denn die Geschichte des Nahen Ostens ist mehr mit der Europas verbunden, als es zunächst scheint.

Komplett zu schweigen, halte ich aber ebenso wenig für angebracht. Denn wenn wir uns auf eines einigen können, dann dürfte es doch wohl der Appell an Menschlichkeit sein, oder? Doch genau die vermisse ich bei allen Kommentaren und Diskussionen, die mich in letzter Zeit erreichen.

Grundlagen

Zunächst möchte ich jedoch eine Wertegrundlage dafür schaffen, auf derer Basis wir uns mit dem Thema beschäftigen:

  1. Bevölkerung ≠ Regierung (Das gilt für israelische ebenso wie für palästinensische, libanesische, syrische und auch iranische Menschen. Sie können ebenso wenig dafür, wo sie geboren wurden und in welcher Kultur sie sozialisiert wurden, wie du und ich. Auch wenn eine Regierung gewählt wurde, heißt das nicht, dass sie immer noch demokratische Legitimation besitzt, geschweige denn jedes Individuum repräsentiert.)
  2. Palästinenser ≠ Hamas
  3. Hamas = Terrororganisation, die den Friedensprozess im Nahen Osten blockiert und Israel vernichten möchte
  4. Siedlungen außerhalb des eigenen Territoriums = völkerrechtlich unrechtmäßige Siedlungen, die den Friedensprozess im Nahen Osten ebenfalls blockieren
  5. Glaube ≠ Terrorismus. Religiöse Texte lassen sich pazifistisch oder fanatisch wortgetreu ausleben. Davon, dass das für alle, auch abrahamistische, Religionen (allen voran Judentum, Christentum und Islam) gilt, zeugen Steinigungen im Alten Testament, die Kreuzzüge des Mittelalters und islamistische Terroranschläge. Deshalb hüte ich mich davor, eine Religion über eine andere zu stellen.

Nein, ich bin kein Historiker und habe auch nie Politikwissenschaft oder dergleichen studiert. Aber ich habe schon mehr als zwei Jahre meines Lebens in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten verbracht, in Jerusalem und Tel Aviv gelebt, in Jerusalem studiert, mich sehr viel mit der Geschichte der Region und Jerusalems im Speziellen auseinandergesetzt und sowohl im Rahmen meines Studiums vor Ort, als auch meiner Bachelor- und Master-Arbeit schriftlich befasst.

Obgleich ich mich um Neutralität bemühe und sowohl israelische als auch palästinensische Kontakte habe, habe auch ich eine Meinung und kann allein aufgrund meiner politischen Einstellung und meiner persönlichen Beziehungen nicht komplett objektiv sein. Deshalb rate ich, nach dem Lesen meines Textes noch weitere Quellen hinzuzuziehen und diese abzugleichen.

Generell bin ich verwundert darüber, mit welcher Doppelmoral hier agiert wird. Es gibt an einem Krieg nichts schönzureden; es wird unschuldige Opfer geben – auf allen Seiten. Gleichermaßen bin ich erstaunt, dass nun ausgerechnet im Falle Israels und Gazas ständig mit dem Finger auf andere gezeigt wird, während bei anderen Konflikten in der Welt scheinbar mit den Schultern gezuckt wird.

Ist der Nahostkonflikt nicht etwas kompliziert für einen Blogbeitrag?

Ehrlich gesagt finde den Nahostkonflikt nicht kompliziert. Er ist zwar defintiv nicht einfach zu lösen, andernfalls wäre es bereits zu einer praktikablen Lösung gekommen. Kompliziert zu verstehen, ist er jedoch nicht.

Ein Konflikt entsteht immer dann, wenn Subjekt A ein Ziel hat, Subjekt B aber nicht möchte, dass Subjekt A es erreicht. In diesem Fall erheben zwei Menschengruppen Anspruch auf dasselbe Territorium.

So simpel kann es sein. Allerdings sind im Nahostkonflikt mittlerweile sehr viele Parteien involviert, was ihn sehr komplex macht. Zwar ist mir bewusst, dass ich wahrscheinlich nicht allen Seiten in gleichem Maße gerecht werden kann. Allerdings sind mir fünf Punkte wichtig:

  1. Es gibt bei Kriegen keine wahren Gewinner, denn sie verursachen immer Leid Unschuldiger auf allen Seiten. Und für diese Leidtragenden wünsche ich mir mehr Mitgefühl statt völlig unproduktiver und einseitiger Schuldzuweisungen.
  2. Auch wenn ich Gewalt verabscheue, kann ich nicht von Israel erwarten, dass sie sich mit Raketen bombardieren lassen, ohne zur Gegenwehr auszuholen. Das bedeutet, mit allen legitimen Mitteln dafür zu sorgen, dass solch ein Angriff nicht noch einmal stattfinden wird.
  3. Von Terroristen, die Unschuldige entführen, vergewaltigen, foltern und töten, kann ich nicht bei gesundem Menschenverstand erwarten, dass sie sich an Vereinbarungen halten. Deshalb sehe ich auch keinen Grund, mit ihnen zu verhandeln.
  4. Die Hamas wäre durchaus in der Lage, das Elend im Gazastreifen zu beenden, indem sie sich ergeben und alle Geiseln unbeschadet gehen lassen. Stattdessen nehmen sie aber in Kauf, dass Gazas Zivilbevölkerung erneut alles verliert, und missbrauchen sie als Schutzschild. Selbstredend werden sie in ihrer Propaganda Israel und den Westen dafür verantwortlich machen.
  5. Auch wenn ich die extremistischen Strömungen und die Siedlungspolitik in Israel nicht gutheiße, schätze ich als Angehöriger der queeren Community, dass ich in Israel als einziges Land im Nahen Osten selbstbestimmt leben kann. In allen anderen Ländern müsste ich um meine Freiheit und/oder mein Leben fürchten.

So viel zu meinem persönlichen Standpunkt. Kommen wir nun zu ein paar wichtigen Begrifflichkeiten und Konzepten.

Ideal vs. Realität

Im Rahmen dieses Beitrag tauchen zwei Konzepte auf, mit denen ich mich nur schwerlich identifizieren kann: Grundbesitz und Nationalität.

Ehrlich gesagt finde ich es absurd, dass wir Menschen auf die Idee kommen, ein Stück der Erde könne jemandem gehören. Sollten wir es nicht mit allen teilen, so wie wir die Welt um uns herum auch mit unvorstellbar vielen Bakterien teilen? Die Realität ist jedoch eine andere und aus der kommen wir global nur schwierig wieder heraus.

Ähnlich verhält es sich mit Nationalität. In einer idealen Welt, verstünden wir uns alle als Erdenbürger*innen. Praktisch identifizieren sich jedoch die meisten Menschen mit der Nationalität, die in ihrem Reisepass steht.

Doch worauf fußen diese Konzepte denn? Wer entscheidet, welches Stück Erde zu welchem Land und welcher Person gehört? Wieso besitzen manche Menschen die libanesische und andere die syrische Staatsbürgerschaft, obwohl ihre Sprache und ihre Kultur so viele Gemeinsamkeiten aufweisen, während Menschen der kanadischen West- und Ostküste trotz massiver kultureller Unterschiede und verschiedener Sprachen die gleiche Staatsbürgerschaft besitzen. Einerseits Zufall, andererseits das Ergebnis von Jahrtausende alten Kausalitätsketten namens Geschichte.

Wann ist ein Staat ein Staat?

Hierfür gibt es zwei Ansätze. Zunächst einmal ist ein Staat ein solcher, wenn er folgende Bedingungen erfüllt:

  • Der Staat verfügt über ein Staatsvolk (alias die Bevölkerung).
  • Der Staat verfügt über ein Staatsgebiet (und damit verbunden feste Grenzen sowie die Kontrolle innerhalb derer).
  • Der Staat verfügt über eine Staatsgewalt (also eine Regierung).

Rein theoretisch genügt es, wenn ein Staat sich als solcher bezeichnet, um als Staat zu gelten. Praktisch existiert er jedoch nicht im Vakuum, sondern im Gefüge mit anderen Staaten. Deshalb ist die Anerkennung durch andere Staaten essentiell, um im internationalen Gefüge zu bestehen und diplomatische Beziehungen pflegen zu können.

Im internationalen Kontext sind dafür die Vereinten Nationen maßgeblich. In dieser Organisation befinden sich aktuell 193 Staaten. Stand heute (02.11.2023) erkennen davon 165 Israel und 138 Palästina als Staat an. Deutschland erkennt Palästina aktuell nicht an, weil es zur Bedingung macht, dass zwischen Israel und Palästina Frieden herrscht. Dies ist leider noch nicht der Fall.

Grenzverläufe und Begriffe

Beginnt man, sich mit der Geschichte des Nahen Ostens auseinanderzusetzen, stößt man wiederkehrend auf dieselben Begriffe, die nicht immer dasselbe bedeuten. Besonders deutlich wird dies bei den Grenzverläufen, die sich im Lauf der Geschichte häufiger änderten. Entsprechend ist es wichtig, zwischen beispielsweise biblischen und geopolitischen Begriffen zu unterscheiden. Hierbei verzichte ich bewusst auf eigene Grafiken, empfehle aber, sich das Kartenmaterial, das man unter den Links findet, zum besseren Verständnis anzuschauen.

Ist vom biblischen Israel die Rede, geht es meist um das Land Kanaan, wo sich laut Tora die Israeliten niederließen und neben anderen biblischen Völkern lebten. Dieses war zwar kleiner als das heutige Staatsgebiet Israels, beinhaltete dafür aber auch Teile der heutigen palästinensischen Autonomiegebiete.

Nicht zu verwechseln ist dies mit Großisrael, welches laut biblischer Überlieferung dem “gelobten Land” entspricht, also dem Stück Land, welches laut Tora den Israeliten versprochen wurde. Auch für dessen Grenzverläufe gibt es verschiedene Interpretationen. Eine davon wird als Grundlage für Verschwörungstheorien verwendet, die besagen, Israel würde danach streben, das Staatsgebiet vom Nil bis zum Euphrat ausweiten zu wollen.

Wenn es um die tatsächlichen Grenzen des modernen Staates Israel geht, muss zwischen den international anerkannten und den de facto gebauten Grenzen unterschieden werden. Es gibt Gebiete, die seitens Israel besetzt und teilweise annektiert wurden, ohne dass dies durch die Vereinten Nationen anerkannt wurde.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff Palästina. Hiermit kann gemeint sein:

Aktuell oft im Gespräch: “From the river to the sea – Palestine will be free!” Dieser Ausspruch bezieht sich auf den Jordan (Fluss) und das Mittelmeer östliche beziehungsweise westliche Grenze eines palästinensischen Staates, der somit Israel das Existenzrecht aberkennt.

Bei Geschichte gibt es immer mehr als eine Perspektive. Oft gibt es darüber hinaus auch Verschwörungstheorien, bei denen historische Fakten umgedeutet oder verfälscht werden. Obacht ist also angebracht – aktuell insbesondere in den sozialen Medien.

Wo fangen wir an?

In der Geschichte gibt es selten eine fixe Ausgangssituation, weil stets ein Ereignis auf das nächste folgt und durch diese eine Kausalität entsteht. Im Fall des Nahen Osten lassen sich jedoch einige Schlüsselereignisse ausmachen, die man als Grundlage für die Betrachtungen des Nahostkonflikts verwenden kann. Wer auf der Suche nach einer kompletten historischen Abhandlung ist, kann sich sehr gut umfassend über diesen Wikipedia-Artikel und die darin enthaltenen Links informieren. Doch sei gewarnt: Es handelt sich um einen Kaninchenbau!

Entscheidend für die aktuelle Situation ist die Tatsache, dass sich beide Seiten als Opfer begreifen.

Im Falle Israels fußt dies auf der inhärenten Identität des Judentums, welches seit dem Altertum wiederkehrend ins Exil gezwungen wurde. Egal, wo in der Welt sich jüdische Menschen niederließen, wurden sie immer wieder vertrieben und ausgegrenzt – unter anderem auch in Europa. Deshalb hat Europa auch abseits von Deutschland eine besondere Verantwortung für das Existenzrecht Israels und den Kampf gegen Antisemitismus. Ein Staat, in dem die Mehrheit der Bevölkerung jüdisch ist, scheint die einzige Möglichkeit zu sein, jüdisches Leben in Sicherheit zu gewährleisten. Alle anderen Konzepte sind zuvor gescheitert.

Aus palästinensischer Perspektive wurde den ansässigen Arabern bei Israels Staatsgründung Grund und Boden gestohlen, denn sie hatten dem Teilungsplan der UN dato nicht zugestimmt. Im Anschluss sind viele Menschen palästinensischer Abstammung zu Geflüchteten geworden. In den arabischen Nachbarländern, wurden sie jedoch ebenfalls nicht akzeptiert. Lediglich Jordanien nahm einen Großteil der Geflüchteten auf, wobei auch dort viele über keine Staatsbürgerschaft verfügen, denn der palästinensische Staat wurde erst 1988 aus dem Exil ausgerufen. Dieses langanhaltende Leid und Gefühl der Ungerechtigkeit ermöglichte eine deutliche Radikalisierung auf palästinensischer Seite.

– Status von Geflüchteten –

In Folge des UN-Teilungsplans von 1947 wurden ebenso viele jüdischen Menschen aus den arabischen Ländern vertrieben. Hier stellt sich die Frage, was zu erst war: Das Huhn oder das Ei. Auf beiden Seiten geht man von über 700.000 Menschen aus, die vertrieben wurden oder geflüchtet sind.

Leider ergibt sich hier ein Ungleichgewicht. Denn während der jüdische Staat den Großteil der jüdischen Geflüchteten und Vertriebenen aufnahm und allen das Anrecht auf eine Staatsbürgerschaft bot, galt das nicht für arabische Menschen, die den Staat Israel nicht anerkannten. Gleichermaßen erhielten diese weder eine Staatsbürgerschaft in einem der arabischen Nachbarländer, noch die palästinensische, denn einen Staat Palästina gab es noch 1948 noch nicht, da dieser erst 40 Jahre später aus dem Exil ausgerufen wurde.

In der Folge gibt es heute nach UN-Definition über 5 Millionen palästinensische Geflüchtete, da laut Definition auch die Nachfahren eines männlichen Palästinensers den Status eines Geflüchteten erhält, wenn der Vater ihn bereits inne hat – auch wenn sie anderswo geboren werden.

Nun kann man sich die Geschichte anschauen und verstehen, warum wir uns heute dort befinden, wo wir uns befinden. Dabei stellen wir fest, dass alle Seiten Fehler begangen haben: Die Europäer und Araber haben jüdische Menschen immer wieder ausgegrenzt, angegriffen und vertrieben – sowohl in Europa als auch in Nordafrika und Westasien. Großbritannien hat sowohl der arabischen Bevölkerung in seinem Mandatsgebiet als auch der zionistischen Bewegung Versprechen geleistet, die sich nicht vereinbaren ließen. Die Vereinten Nationen schlossen einen Teilungsplan, der von arabischer Seite von vornherein abgelehnt wurde. In der Folge wurde lediglich der jüdische Staat ausgerufen, welchem von allen arabischen Nachbarn noch am selben Tag der Krieg erklärt wurde. Überraschender Weise gewann Israel nicht nur diesen, sondern auch die zwei folgenden Kriege und gewann so Kontrolle über zusätzliche Territorien. Über Jahrzehnte hinweg hat Israel jedoch auch wiederkehrend den Siedlungsbau außerhalb des eigenen international anerkannten Staatsgebiets vorangetrieben und so den Friedensprozess blockiert. Sowohl auf israelischer als auch auf palästinensischer Seite sind Extremisten an der Macht und Korruption an der Tagesordnung. Zu tragen hat dieses Leid in beiden Fällen die Bevölkerung.

Lösungsansätze

Wenn man nun immer wieder auf den Fehlern der Vergangenheit herumreitet, wird es keine Lösung geben. Es wird, so schmerzlich es auch sein mag, einer Amnestie bedürfen. Gleichermaßen werden beide Seiten Zugeständnisse machen müssen, um einen Frieden zu ermöglichen. Der Siedlungsbau von jüdischen Extremisten wird ebenso enden müssen, wie gegenseitige An- und Übergriffe. Entscheidend ist in jedem Fall der Blick in die Zukunft: Wie kann man künftig Konflikte vermeiden? Wie lässt sich die Region langfristig stabilisieren?

Dafür gibt es mehre Lösungsansätze, auf die ich im Folgenden kurz eingehen möchte:

Die Zweistaatenlösung ist die international am breitesten anerkannte Lösung. Sie sieht vor, dass zwei von einander unabhängige Staaten Israel und Palästina anhand der vereinbarten Grenzen (je nach Standpunkt verschiedene) friedlich koexistieren. Bisher hat die Zweistaatenlösungen jedoch nicht zum Erfolg geführt, weil sich beide Seiten nicht auf Grenzen einigen konnten. Zunächst wurde der Teilungsplan von arabischer Seite komplett abgelehnt. In den 1990er-Jahren näherte man sich schließlich an, es kam jedoch nie zur kompletten Umsetzung. Knackpunkte, die nach wie vor eine Einigung verhindern sind:

  • der exakte Grenzverlauf, da Israel aktuell die Kontrolle über Gebiete ausübt, die laut UN-Teilungsplan zum palästinensischen Staat gehören sollen
  • die militärische und wirtschaftliche Kontrolle über das Westjordanland und den Gazastreifen seitens Israel, welches diese aus Sicherheitsgründen nicht aufgeben möchte
  • die Kontrolle über die Stadt Jerusalem, welche beide Seiten als ihre Hauptstadt beanspruchen

Es gab seitens Israel etliche einseitige Vorschläge, die jedoch von palästinensischer Seite abgelehnt wurden, weil sie nicht bei der Erstellung der Vorschläge involviert waren. Doch es gibt noch weitere Alternativen zur Zweistaatenlösung.

Die Ein-Staat-Lösung sieht vor, das Israel und Palästina als ein föderaler Staat aufgefasst werden, in denen es zwei Bundesstaaten gibt, nämlich einen jüdischen und einen palästinensischen. Das hätte man vor hundert Jahren womöglich noch umsetzen können, aber bereits damals kam es zu Konflikten zwischen arabischer und jüdischer Bevölkerung, weshalb die Peel-Kommission 1936 zum Entschluss kam, dass eine Teilung erfolgen muss. Heute wäre diese Lösung noch unwahrscheinlicher, weil sie die Mehrheitsverhältnisse im Parlament zu Ungunsten der jüdischen Bevölkerung ändern würde. Das wäre jedoch nicht im Sinne eines Staates, der sich explizit als jüdischer verstehen möchte und allen jüdischen Menschen ein Zuhause gewähren soll. Deshalb ist diese Variante ebenfalls nicht realistisch.

Schließlich gibt es noch die Dreistaatenlösung in verschiedener Auslegung:

  • Variante 1: Es gibt Israel und Palästina als einzelne Staaten und Jerusalem steht unter international Verwaltung, gehört also zu keinem der beiden. Dann würde Tel Aviv auch innerhalb Israels die Hauptstadt und Ramallah würde es wohl für Palästina. Diese Variante scheitert bis dato jedoch daran, dass beide Seiten darauf beharren, dass Jerusalem die Hauptstadt sei. Vornehmlich hat dies tatsächlich religiöse Gründe, weil in Jerusalem die heiligsten Städte des Judentums und die drittheiligste Stätte des Islams stehen. Davon kann man halten, was man möchte.
  • Variante 2: Einen Staat Israel, einen Staat Palästina und einen Staat Gaza. Aktuell befinden sich das Westjordanland und der Gazastreifen nicht unter einheitlicher Kontrolle. Außerdem werden beide Territorien durch das Staatsgebiet Israels geteilt. Warum also nicht von vornherein drei Staaten? Problem hierbei: Die PLO wird nicht auf Gaza verzichten wollen, weil dies ein wirtschaftlich relevanter Zugang zum Mittelmeer ist. Die Hamas wird nach wie vor Israel auslöschen und Kontrolle über das gesamte Westjordanland beanspruchen. Und der Status Jerusalems ist ebenfalls noch ungelöst.

Bei keinem bisherigen Lösungsansatz sind also alle Seiten zufriedengestellt. Entsprechend wird es Zugeständnisse und Kompromisse auf beiden Seiten geben müssen.

Dazu möchte ich noch anmerken, dass es durchaus einige Israelis gibt, die die Ansprüche der Regierung in Frage stellen. Bei meinen Aufenthalten durfte ich Menschen mit den verschiedensten Hintergründen kennenlernen. Einerseits gibt es einige Israelis, die sich fragen, ob es es wert ist, einen jüdischen Staat zu unterhalten, wenn er immer wieder so viele Menschenleben kostet. Andererseits leben viele säkular. Deshalb ist ihnen Jerusalem als Hauptstadt gar nicht wichtig, weil sie mit all den ultraorthodox-religiösen Menschen dort ohnehin kaum Gemeinsamkeiten geschweige denn eine Meinung teilen. Deshalb bieten sie an, dass Palästina doch Jerusalem ruhig bekommen möge, dann aber gleich mit den Menschen dazu. Darauf lässt sich die rechtsextreme Koalition Israels natürlich nicht ein. Und auch, wenn dies mit einem zwinkernden Auge zu lesen ist, verdeutlich es, wie stark gespalten die israelische Gesellschaft ist. Obwohl sehr viele Israelis mehr als eine Staatsbürgerschaft innehalten, gibt es für die meisten nach wie vor kein anderes Land, in dem sie in Frieden und Sicherheit leben können. Deshalb geben sie ihre Heimat definitiv nicht auf.

Narrative entlarven

Diese angesprochene Spaltung machen sich leider auf beiden Seiten korrupte Politiker zunutze. So ist es doch schon sehr auffällig, dass der Terroranschlag ausgerechnet in einer Zeit kommt, in der es für Netanyahu politisch brenzlig wurde, ein Bürgerkrieg drohte und Netanyahu eigentlich vor Gericht stehen sollte. Durch einen gemeinsamen Feind ist die israelische Bevölkerung sofort wieder vereint. Zufall? Mag sein. Aber die Tatsache, dass die umstrittene Justizreform aktuell kein Thema mehr ist, kommt für ihn sehr gelegen. Natürlich stellt sich die Frage, warum so viele Soldaten aus der Region um den Gazastreifen zuvor ins Westjordanland versetzt wurden, um dort jüdische Siedler vor palästinensischen Angriffen zu schützen, wenn die eigentliche Gefahr doch aus Gaza kommt.

Auch wenn Abbas bei Weitem nicht so extrem ist wie die Hamas: Eine demokratische Legitimation liegt bei ihm ebenso wenig vor. Dafür fällt er wiederholt wegen antisemitischer Äußerungen und Veruntreuung von Geldern auf.

Ebenso auffällig ist, dass Israel exakt so reagiert, wie man es bei einem Angriff auf das Land hätte vorhersagen können, denn Israel muss die eigene Bevölkerung verteidigen. Der Hamas ist das Leid der Bevölkerung Gazas freilich egal, denn es unterstützt ihre Narrative: “Seht her! Israel macht unser Land dem Erdboden gleich und attackiert unschuldige Zivilisten!” Dass die Hamas ihre Terroristen und Waffen bewusst hinter ziviler Infrastruktur versteckt und so unschuldige Menschen als Schutzschilde missbraucht, ist schon schlimm genug. Doch langfristig drehen sie die Gewaltspirale und heizen die Gemüter der Betroffenen noch weiter auf. Wer wäre nicht außer sich, wenn man die Liebsten bei einem Luftangriff verliert? Somit ist wieder eine weitere Generation traumatisiert – auf beiden Seiten.

Im internationalen Kontext wird deutlich, auf wie vielen Ebenen dieser Konflikt ausgetragen wird. Denn wer profitiert hier? Hizbollah und Iran können sich in der Arabischen Liga gegen Israel positionieren – exakt in dem Moment, in dem Israel und einige arabische Länder ihre diplomatischen Beziehungen verbessern. Anstatt also zuzulassen, dass eine Handelsallianz entsteht, die den Frieden in der Region stärkt, destabilisieren sie, um ihre eigene Position zu stärken.

Darüber hinaus werden wir jedoch auch im Alltag oft genug mit Narrativen konfrontiert, die antisemitisch oder islamfeindlich sind. Im letzten Monat wurde ich mit derart vielen antisemitischen Narrativen und geschickt getarnter Propaganda auf beiden Seite konfrontiert, dass ich exemplarisch anhand von ein paar Mythen aufzeigen möchte, wie leicht es sein kann, diese als Fiktion zu entlarven, wenn man sich gründlich informiert und vor allem stets fragt: Wem dient dieses Narrativ? Die folgenden drei sind nur exemplarische Beispiele, die mir in den letzten Wochen häufiger über den Weg gelaufen sind:

  • “Es ist doch schon auffällig, dass es immer dort kracht, wo die Juden sind, oder?”
    >> Diese Aussage betreibt Täter-Opfer-Umkehr und bedient antisemitische Narrative: Jüdische Menschen wurden seit dem Altertum wiederkehrend als Sündenböcke missbraucht, vertrieben und ausgegrenzt. Es ist nicht ihre Schuld, dass sie Opfer wurden.
  • “Daran sind die Israelis selbst Schuld! Warum besetzen sie die Palästinensischen Gebiete auch über Jahrzehnte hinweg?!”
    >> Auch hier erfolgt eine Schuldumkehr. Für die terroristischen Angriffe sind die Täter selbst, also die Terroristen der Hamas verantwortlich, nicht die Israelis. Gleichermaßen sind jüdische Siedler im Westjordanland (= Extremisten) ebenso wenig mit allen anderen Israelis gleichzusetzen wie die Hamas mit der Palästinensischen Bevölkerung. Unabhängig davon stehen hier stets die palästinensischen Autonomiebestrebungen im Widerspruch zu israelischen Sicherheitsinteressen. Israel und die PLO haben sich unter anderem 1995 darauf verständigt, dass Israel in den C-Zonen des Westjordanlandes weiterhin militärische Kontrolle ausübt, um die Sicherheit der Region zu gewährleisten. Dieses Abkommen wurden seitens Mahmud Abbas jedoch mehrfach einseitig aufgekündigt. Selbstredend möchte Israel seine Sicherheit deshalb nicht aufgeben. Israel hat den Gazastreifen übrigens 2005 verlassen. In letzter Folge riss die Terrororganisation Hamas dort die Macht an sich. Wenn der Gazastreifen also unter Besetzung leidet, dann durch die Diktatur der Hamas.
  • “Mit dem Islam kann etwas nicht stimmen, wenn er so viele Terroristen hervorbringt!”
    >> Es gibt durchaus auch andere religiöse Fanatiker, die zu Terroristen werden. Die Frage ist, wie viel über diese berichtet wird. Ein prominentes Beispiel für einen jüdischen Terroristen ist Baruch Goldstein. Aber auch christliche Terrorristen gibt es zur Genüge. Man denke nur an an den Sturm auf das Kapitol in Washington 2021. Die Weltanschauung allein hat damit nichts zu tun.

Deshalb rate ich stets die Frage, wer von diesem Narrativ profitiert, im Hinterkopf zu behalten. Außerdem empfehle ich diesen Leitfaden von der Tagesschau, um Falschmeldungen zu enttarnen.

Was können wir tun?

Ja, die Situation scheint hoffnungslos. Und bei aller Komplexität und zahlreichen erfolglosen Versuchen, beim Stammtisch eine Lösung für den Nahostkonflikt zu finden, die auf einen Bierdeckel passt, drängt sich der Eindruck auf, als könne man hierzulande gar nichts unternehmen. Doch das stimmt nicht, denn drei Dinge sind immer möglich und das sogar ganz ohne Geld:

  1. Zeig Empathie für Betroffene!
  2. Informier dich bei mehreren Quellen!
  3. Bleib skeptisch!

Und zu guter Letzt: Bitte bleib zuversichtlich und bewahre deine Menschlichkeit!

Alles Liebe
Philipp

Handverlesen in 2022

Ehrlich gesagt verstehe ich immer diese Jahresrückblicke nicht, die vor Ablauf eines Jahres präsentiert werden. Denn theoretisch können ja bis zum ersten Glockenschlag des neues Jahres noch bedeutsame Ereignisse geschehen. Deshalb habe ich mir vorgenommen, das alte Jahr wirklich komplett verstreichen zu lassen, bevor ich es einmal Revue passieren lasse und mir in Retrospektive anschaue, welche Momente die für mich prägendsten waren. Gleichzeitig gebe ich damit meiner Reihe Handverlesen ein neues Format: Mein Jahresrückblick in 12 Teilen.

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