Was ist Glück?

In den letzten Wochen haben wir uns alle mit Glückwünschen überhäuft. Doch damit ist es nun vorbei. Die Feiertage sind vorüber und damit stellen sich die Glückwünsche erstmal ein. Doch wo bleibt es nun, das Glück?

In der deutschen Sprache hat das Wort „Glück“ bekanntermaßen eine Doppelbedeutung. Im Englischen ist das schon eindeutiger gelöst, weil hier zwischen luck und happiness unterschieden wird. Aber vielleicht sind die beiden ja doch enger miteinander verbunden, als man zunächst denken mag.

Ich hatte zum Beispiel unglaublich großes Glück, in Frieden aufgewachsen zu sein. Und auch sonst sind alle Rahmenbedingungen meines Lebens denkbar günstig, schließlich habe ich die Möglichkeit, zu tun, was ich möchte, kann leben, wie ich es will. Ich habe die wohl fürsorglichsten und liebevollsten Eltern der Welt und erfreue mich bester Gesundheit, was will man da eigentlich noch mehr?

Doch dann ist da noch die andere Seite, die besagt, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied sei. Stimmt auch. Ich bin der einzige, den ich dafür verantwortlich machen kann, ob ich glücklich bin oder nicht. Klar kann ich anderer Menschen wegen unglücklich sein, aber letztlich liegt es in meiner Hand, etwas dagegen zu tun, wenn mein Leben nicht so verläuft, wie ich es mir vorstelle.

Und wie stelle ich mir mein Leben vor? Habe ich mir überhaupt einen Gedanken darüber gemacht, wie mein Schmiedestück am Ende aussehen soll, bevor ich den Hammer schwinge?

Vorstellungen von Glück gibt es viele. Was macht also mich glücklich?

Jeden Tag von 08:00 bis 17:00 für jemandes Träume zu arbeiten, ein „stabiles“ Leben zu führen ohne Hoch und Tief? Oder möchte ich meine eigenen Ideen und Projekte verwirklichen, auch wenn es manchmal weh tut?

Wovon möchte ich eines Tages berichten? Von Rückenproblemen, weil ich mein Leben lang in einem Bürostuhl saß? Oder von all den Abenteuern hinter meinen Narben?

Was möchte ich am Ende des Jahres erzählen? Dass das Jahr viel zu schnell rum ging und ich meine Vorsätze wieder nicht geschafft habe? Oder welche grandiosen Erlebnisse mir auf der Achterbahnfahrt das Jahr über passiert sind?

Wir haben das unglaubliche Glück, unser Leben jeden Tag gestalten zu können, wie wir es für richtig halten. Und deshalb ist es auch unsere Pflicht, dem nachzugehen.

Eine Zauberformel, wie man es richtig macht, gibt es nicht. Aber wenn man selbst entscheidet, hinter seinen Entscheidungen steht und Liebe in die Welt bringt, ist man auf jeden Fall schon mal auf dem richtigen Weg.

7 Kommentare

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  1. drolli&elio

    06/01/2015 — 21:36

    So gerne ich auch immer nur das machen würde,was mir Spaß macht,gibt es einfach auch Dinge,die getan werden müssen,sonst würden wir im Chaos versinken.Aber die Diskussion hatten wir ja schon.Wir versuchen einfach,die uns verbleibende Zeit bestmöglich zu nutzen…heut allerdings war so ein Tag,draußen ungemütlich,drinnen schön kuschlich,da waren wir einfach mal faul-muß ja auch mal sein.
    Und danke ;)

    • Hallihallo,

      Diskussionen kann man ja auch vertiefen. ;) Aber gewiss gibt es Dinge, die getan werden müssen.

      Hier ist es auch gerade sehr ungemütlich… Deshalb weiß ich gut, wovon du sprichst. :)

  2. Hallo Philipp,
    Glück und Zufriedenheit wären die Worte die mir dazu einfallen. Glück, meint man, ist das was man nicht selbst beeinflussen kann. Es fällt einem zu oder geschieht mit einem. Deine Sätze sagten es schon: Du hast Glück mit Deinen Eltern, Du hast Glück, dass Du gesund bist… und Du hast Pech dass es grad regnet.

    Und es gibt Tage die sehen nicht so glücklich aus. Es ist die Betrachtung und die Unzufriedenheit, dass nicht jeden Tag die Sonne scheint. Doch was wäre wenn jeden Tag tatsächlich die Sonne scheint, oder gar runter brennt? Würden wir uns dann nicht nach Wolken und Regen sehnen? Okay man kann sich nur nach was sehnen was man schon mal erlebt hat, aber wir würden uns doch nicht wohl fühlen. Es gäbe keinen Regenbogen, keine Pfützen in die man springen kann, keinen Herbst, keinen Winter und wahrscheinlich auch keinen Frühling. Im schlimmsten Fall würde die Erde austrocknen… Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus. Im Wandel liegt etwas Schönes, etwas Überraschendes oder auch etwas, das uns einst Erlebtes wiederholen lässt. Die Vorfreude darauf, den Schnee unter den Schuhen knirschen zu hören, eine Schlittenfahrt nach anstrengendem Aufstieg, Der abkühlende Sprung in ein kälteres Wasser, im Frühling das plötzlich eintretende Vogelzwitschern, die ersten, frischen, grünen Blätter und die ersten Tage ohne Jacke im Freien, der erste Kuss… die Glücksgefühle!

    Die schlimmen Momente gehen immer irgendwann vorbei. Meist muss man sich anstrengen und manchmal heilt die Zeit die Wunden. Der Mensch ist nur etwas ungeduldig und würde am liebsten zaubern können. Doch zaubern wäre ja zu einfach und es wäre dieser Zustand “ ewige Sonne“ oder „ich bin Millionär“ sofort wieder erreicht. Und was dann? Millionäre sind auch nicht ewig happy.

    Zum Glück hat der Mensch die Gabe durch seine Intelligenz und seine Erfahrungen vieles so zu beeinflussen, wie er es sich erträumt und zum Glück gibt es auch Unvorhergesehenes was unsere Bemühungen und unsere Wünsche kreuzt. Man fängt ggfs. dann wieder von vorne an, doch die Hoffnung stirbt als letztes. Die Hoffnung auf ein besseres Leben hat noch manchem das Überleben gesichert auch in den schwersten Stunden des Lebens.

    Und wie wäre es wenn alles immer im Mittel liegen würde? Keine Hochs und keine Tiefs?

    Gelassenheit ist auch noch ein Wort was zum Glück beiträgt. Gelassen Dinge hinzunehmen, die man nicht ändern kann und die anderen Situationen kann man ja anpacken. Man muss sich nur trauen es zu versuchen. In dieser aktiven Veränderung liegt auch ein Großteil unseres Glücks. Der Stolz etwas erreicht zu haben.

    Du und deine Gedankenanstöße ;-)

    Grüße Claudia

    • Hallo Claudia,

      Zufriedenheit ist wirklich sehr wichtig. Es gibt da auch ein Sprichwort dazu, dessen Wortlaut ich nicht genau kenne, etwa: „Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, kann durch nichts glücklich gemacht werden.“

      Abwechslung ist tatsächlich entscheidend, denn wir gewöhnen uns furchtbar schnell an die positiven Dinge im Leben. Ruck-zuck wissen wir sie nicht mehr zu schätzen und dann ist es mit der Zufriedenheit auch nicht mehr weit her. Deshalb halte ich Dankbarkeit auch für sehr wichtig.

      Gruß,
      Philipp

      PS: Das passiert einfach so. ;)

  3. Hallo Philipp,

    ja Dankbarkeit für einzelne Glücksmomente :-) Die Worte fühlen sich gut an.

    Auch wenn so ein Moment mal nur sehr kurz ist, er kann unglaublich intensiv sein. Also so ein extremes „Highgefühl“ ;-)

    Und vielleicht nimmt man viele kleine und kurze Glücksgefühle auch mehr wahr. Sagt ok dieses eine Gefühlstief war ja nur kurz und nicht so massiv, dafür gab es viele nicht so bedeutende schöne Momente. Man könnte anders gewichten. Man ist dankbarer für diese normalen schönen Momente im Leben, denn sie reihen sich ja alle aneinander. Die glücklichen Momente auf der einen Seite und die weniger schönen auf der anderen.

    Jedes Erlebnis hat eine Gewicht für die Intensität und Dauer. Die Waage dürfte doch eigentlich ausgeglichen sein, wenn man nicht so nach den totalen Highs süchtig wäre. Mit vielen Kleinen kommt auch was zusammen ;-) Die Gleichung hat viele Unbekannte aber sie wird aufgehen, wenn man achtsamer, dankbarer und gelassener mit den Hochs und Tiefs des Lebens umgeht, oder?

    Und es könnte auch sein, dass man durch diese Achtsamkeit / Dankbarkeit für Winziges auch gelassener wird, nicht alles gleich wieder überbewertet und dramatisiert. Auch so ein Trend der Unzufriedenheit schafft. Die Dramatisierung!

    Grüße Claudia

    • Hallo Claudia,

      ich bewundere gelassene Menschen sehr und ich möchte auch selbst noch gelassener werden. Kommt Zeit, kommt Rat. ;)

      Dramatisierung ist wirklich noch ein wichtiges Stichwort, das ich mal in direktem Zusammenhang mit dem Modewort Erste-Welt-Probleme stelle.

      Gruß,
      Philipp

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