Wohin des Weges, Deutschland?

Zack – wieder ein Sommer vorbei. Einer, der uns mehr denn je vor Augen führt, dass menschlich verursachter Klimawandel eben kein ideologischer Wahn oder ein Problem der fernen Zukunft ist, sondern im Hier und Jetzt stattfindet.

Zack – wieder ein Sommer vorbei. Einer, der hätte genutzt werden können, um die notwendigen Weichen zu stellen, damit dieses Land (und dieser Planet insgesamt) auch in 50 Jahren noch lebenswert bleibt. Stattdessen erleben wir rückwärtsgewandte Klientelpolitik auf der einen Seite und eine Abkehr von demokratischen Werten auf der anderen.

Zack – wieder ein Sommer vorbei. Womöglich der letzte, den hierzulande noch alle Menschen in einer freien Demokratie erleben durften. Unsere Enkelkinder könnten in der Schule lernen, wie es so weit kommen konnte, obwohl man es aus der eigenen Geschichte besser wusste. Doch wird es diese Schule noch geben? Wird es diese Enkelkinder überhaupt geben?

Zack – wieder ein Sommer vorbei. Drei Monate, die hätten genutzt werden können, um die Mittel unsere wehrhaften Demokratie auszuschöpfen. Jeder Schritt wäre besser gewesen, als diese Reihe von Nebelkerzen, die von einer Reihe Nebelkerzen als Politik verkauft wird.

Zack – wieder ein Sommer vorbei. Nun schauen wir mit bangem Blick einem Herbst der Reformen entgegen. Bang ob der Reformer. Bang ob der versprochenen Verbesserungen, bei denen wir uns fragen, für wen sie eigentlich wirklich etwas verbessern. Bang ob des ideologischen Wahns, mit dem alle notwendigen Schritte konsequent abgelehnt werden.

Zack – wieder ein Sommer vorbei. Eine Ruhepause, die hätte genutzt werden können, um einmal zu reflektieren: Was lief in der vergangenen Periode gut? Wo müssen wir nachbessern? Welche Fehler sollten wir künftig tunlichst vermeiden?

Zack – wieder ein Sommer vorbei. Einer, in dem wir uns mehr denn je gefragt haben, wo wir eigentlich unsere Zukunft sehen. Wofür wir kämpfen wollen. Wann der Punkt erreicht ist, an dem nichts anderes bleibt, als zu gehen.

Zack – wieder ein Sommer vorbei. 92 Tage, die hätten genutzt werden können, um einen Blick in die Wahlprogramme zu werfen. Um sich vor Augen zu führen, worauf wir hier zusteuern.

Zack – es ist Wahltag. Nicht nur an der Urne, sondern jeden Tag. Und du bestimmst den Weg.

Blog-Pause – Sommerfrische mal anders gedacht

Noch vor wenigen Tagen hat es sich noch so gar nicht nach Sommer angefühlt. Doch die langen Tage, kurzen Nächte und plötzlich doch sehr warmen Temperaturen lassen keinen Zweifel: Der Sommer steht vor der Tür oder ist sogar schon da. Und damit wird es mal wieder Zeit für meine allsommerliche Blog-Pause – das hat ja quasi schon Tradition.

Warum machen ich das? Zu schreiben hätte ich wahrlich genug. Aber ich finde, uns allen tut es gut, wenn wir weniger Zeit vor Bildschirmen verbringen. Deshalb gibt es auf meinem Blog auch dieses Jahr im Sommer für etwa zweieinhalb Monate keine neuen Texte. Denn ganz im Sinne meines Jahresmottos Analoge Freuden möchte auch ich weniger Zeit in digitalen Sphären verbringe –  im Sommer erst recht.

Für gewöhnlich bringe ich meine Blog-Pause mit Sommerferien in Zusammenhang. Doch wer schon länger mitliest, weiß womöglich darum, wie gern ich im Sommer eigentlich eine Sommerfrische hätte – raus aus der großen, aufgeheizten Stadt und rein in die Frische des Landlebens – idealerweise in den Alpen. Auf eine Hütte zur Saisonarbeit schaffe ich es zwar auch dieses Jahr nicht. Allerdings möchte ich mir die Sommerfrische nicht nehmen lassen. Denn wer sagt, dass die Sommerfrische nur in den Alpen stattfinden kann?

Deshalb möchte ich das Thema Sommerfrische heuer von einer anderen Perspektive aus betrachten:

  1. In seinen Ursprüngen ging Sommerfrische gar nicht von Urlaub aus. Vielmehr mussten viele auf dem Land bei der Ernte helfen. Arbeit gab es also trotzdem mehr als genug. Das wird auch bei mir so sein. Zweieinhalb Monate keine Aufträge ist nicht gleichzusetzen mit zweieinhalb Monaten Urlaub.
  2. Abgesehen davon finde ich es völlig in Ordnung, auch mal weniger zu tun. Von mir weiß ich bereits, wie herausfordernd es sein kann, sich bewusst nichts vorzunehmen und sich nicht nur erholen zu wollen, um im Anschluss wieder im Rahmen einer kapitalistischen Wertschöpfungskette produktiv zu sein – meine preußisch-protestantische Arbeitsmoral lässt grüßen. Romantische Vorstellung und Gegenentwurf meinerseits: Im Roman Call Me by Your Name haben die Figuren vorzüglich raus, ihren Arbeiten nachzugehen und dabei dennoch den Sommer zu genießen. In Italien wird das zwar nicht sein, weil mir dort im Sommer ohnehin zu warm ist. Aber das Konzept insgesamt lässt sich auch in Deutschland umsetzen.
  3. Im Sommer ohnehin, aber unter Anbetracht des sich verschärfenden Klimawandels wird die Frage nach Abkühlung auch in Deutschland immer wichtiger: Wie kühlen wir unsere Städte herunter? Wie tragen wir dafür Sorge, dass wir selbst nicht überhitzen? Wo kann ich im Alltag Abkühlung finden, ohne dafür weit reisen zu müssen?

Dass ich den Sommer über bisher keinerlei Buchungen habe, könnte mich freilich panisch stimmen. Oder aber, von einer anderen Perspektive aus gedacht, glücklich. Denn wer weiß schon, wann ich mal wieder zweieinhalb Monate am Stück “frei” haben kann – insofern das als Selbstständiger überhaupt möglich ist. Ideen und Vorhaben gibt es jedenfalls schon einige:

  • Den Anfang macht eine recht spontane Midsommer-Reise in die Schweiz – etwas Alpen bekomme ich also doch noch. ⛰️
  • Weiter geht es in die Heimat. Dort wartet einige Arbeit auf dem Freizeitgrundstück meiner Eltern. Erfrischend ist es da allemal und wenn ich es gar nicht mehr aushalte, werde ich dem Strandbad einen Besuch abstatten. 🏡
  • Außerdem stehen in der Heimat einige Feierlichkeiten an. 🥳
  • Zum Geburtstag habe ich einige Unternehmungen geschenkt bekommen, auf die ich mich schon freue. ♥️
  • Im Juli kommt Besuch nach Berlin – eine Chance, die Wahlheimat mal wieder zu erleben, wie es sonst nur Touris tun. Zu Hause Urlaub habe ich noch nie bewusst gemacht, aber ich freue mich darauf. 🙃
  • Ebenfalls im Juli fahren wir auf eine Hochzeit in Israel. Wo ich mich da abkühle, muss ich erst noch eruieren. 🇮🇱
  • Insgesamt hoffe ich im Sommer auf die Möglichkeit einer Kajaktour. Mein Kajak muss wieder raus aufs Wasser! Und dabei kühlt man ja auch ab! 🛶

Ehrlicherweise bin ich schon froh, wenn davon die Hälfte klappt. Also schauen wir, was der Sommer bringt!

Wir lesen uns hier wieder im September. Bis dahin wünsche ich einen schönen Sommer! Geht raus, wann immer ihr könnt und erlebt was!

Sommerliche Grüße und eine freudige Sommersonnenwende
Philipp

Gesunde Gewohnheit Nr. 5: Journal führen

Manchmal schäme ich mich etwas dafür, wenn es mit meinen Vorhaben nicht so läuft, wie ich mir das ursprünglich gedacht habe. So auch bei diesem: Erst im Mai habe ich heuer begonnen, mein Journal für 2026 aufzusetzen. Peinlich! Und gleichzeitig Grund genug, dem eine eigene gesunde Gewohnheit zu widmen. Denn ehrlicherweise habe ich die ersten vier Monate des Jahres auch eine stete Unruhe gespürt, weil mein Kopf so viel Erlebtes behalten musste, dass ich an keiner Stelle niedergeschrieben hatte.

Wie der Name Journaling suggeriert (jour ist Französisch für Tag), sollte man das eigentlich täglich tun. Das war auch mein Ziel. Nichtsdestotrotz hielt ich es auch bei dieser gesunden Gewohnheit mit Pareto. Entsprechend genügte es mir, an 80% der Tage Journal zu führen. Im Mai entsprach das 25 Tagen, was mir auch gelang.

Insgesamt hat sich mein Verhalten beim Journaling über die Jahre hinweg sehr stark verändert. Während ich zunächst freestylte, fand ich schnell zum Konzept des Bullet Journaling. Dabei verfolgte ich jedoch seither einen minimalistischen Ansatz. Wer online einmal nach Inspiration sucht, findet unzählige Beispiele dafür, wie aufwändig und zeitintensiv man Journaling betreiben kann. Da ich zeichnerisch jedoch ohnehin nicht so begabt bin, ließ ich seit jeher von jeglichen Zierelementen die Hände.

Dennoch habe ich zeitweise recht viel Zeit mit dem Journaling verbracht. Es wurde zu meinem ausgelagerten Speicher für mein Hirn. Was nicht im Journal stand, war verloren. Entsprechend akribisch führte ich Listen, Ideensammlungen und Erinnerungen. Letztes Jahr bin ich sogar dazu übergegangen, doch noch dekorative Elemente in Form von Washi Tape zu nutzen und gelegentliche Erinnerungsstücke aus Papier ins Journal zu kleben. Damit ist aber das Maximum bei mir auch schon erreicht.

Einen Wendepunkt brachte mir letztes Jahr außerdem Frau Dingdong, als sie mir in einem Gespräch sinngemäß mitteilte, dass sie ihr Journal nicht mit To-Do-Listen zumüllen möchte. Das kann ich so nur unterschreiben! Und noch ein Aspekt ist mir vergangenes Jahr ins Auge gestochen, da ich so viel Zeit mit meinem Journal verbracht habe: Dient das Journal eigentlich noch mir oder diene ich ihm?

Um Letzteres zu vermeiden, habe ich dieses Jahr besonders kritisch darauf geschaut, welche Module ich tatsächlich nutze und welche ich nur Jahr für Jahr in das nächste Journal übertrage. Letztere habe ich rigoros ausgemistet. Nun wird mein Journal dieses Jahr gegebenenfalls wesentlich dünner ausfallen. Was schreibe ich also überhaupt noch rein, wo ich doch auch digitale Notizen und ein Notizbuch für die Arbeit pflege? Mein Journal enthält aktuell hauptsächlich:

  • Eine Übersicht über meine Jahresziele, damit ich sie nicht aus dem Blick verliere.
  • Damit verbunden Counter, um meine Fortschritte zu dokumentieren.
  • Monatsübersichten, die ich mit besonderen Momenten fülle. Auf die jeweils rechte Hälfte der Doppelseite klebe ich Erinnerungsstücke aus Papier, die den Monat betreffen.
  • An Tagen, die mich besonders bewegen oder beschäftigen, schreibe ich gegebenenfalls auch mal ausführlicher, wie man das früher wohl mit Tagebüchern getan hat.
  • Auf Reflexionsseiten setze ich mich damit auseinander, womit ich im Leben zufrieden bin und wo ich noch Handlungsbedarf sehe.

Das war es im Großen und Ganzen schon.

Aktuell fühle ich mich mit meinem Journaling-Habitus sehr wohl. Wenn sich das eines Tages ändert, passe ich es einfach weiter an. Denn das ist das schöne an einem handgeschriebenen Journal-System: Es lässt sich stets den wechselnden Anforderungen an.

Prinzipiell heiße ich gut, sich am Ende oder Anfang eines Tages kurz fünf Minuten Zeit zu nehmen, um den Tag vorm inneren Auge noch einmal auf Besonderheiten und Gemütszustände nachzufühlen. Im Alltagsbetrieb kann es schon mal vorkommen, dass man feststellt, dass sie Zeit recht ereignislos an einem vorüberzieht, oder man das Gefühl hat, diese fünf Minuten gerade nicht noch aufbringen zu können. Doch oft genug gibt es eben doch noch eine Kleinigkeit, die den Tag besonders gemacht hat: Eine freudige Begegnung; ein Eichhörnchen, die sich gegenseitig die Bäume hoch und runter jagen; ein Telefonat unter Freunden; … – oder eben einfach nur die Beobachtung, dass man sich gerade zu sehr im Trott befindet.

Wer sich also fragt, was das Journaling überhaupt bringt: In meinem Fall Seelenfrieden. Denn über das Führen meines Journals schreibe ich mir von der Seele, was mich beschäftigt und auf Trab hält. Beim gelegentlichen Lesen in alten Aufzeichnungen deuten sich öfter als erwartet Muster an, die mir dabei helfen, meine eigene Wahrnehmung in Perspektive zu bringen.

Trotzdem gilt auch hier, dass es auf die richtige Balance ankommt. Das Führen eines Journals soll sich nicht wie Arbeit anfühlen, sondern wie eine Erleichterung im Alltag. Langfristig bin ich bei dieser Gewohnheit deshalb schon zufrieden, wenn ich zumindest einmal wöchentlich  ausführlicher in meinem Journal schreibe. Oft genug gibt es aber eben doch eine kleine Notiz, die aufgrund meiner Routinen zwischendurch ihren Weg in das Journal findet. So oder so empfinde ich es als mentale Entlastung, Journal zu führen, und behalte diese gesunde Gewohnheit deshalb bei.

Wie hältst du es mit dem Journaling? Teile es gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

Analoge Freuden im Frühling

Auch, wenn es sich wetterbedingt noch nicht so anfühlt, ist der Frühling meteorologisch bereits vorüber. Getreu meinem Jahresmotto möchte ich deshalb einen Blick auf die von mir erfahrenen analogen Freuden im Frühling werfen:

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Wo stehe ich? – Tertial 2026.I

Hat irgendjemand das erste Drittel des Jahres gesehen? Kaum zu glauben, wie schnell es vorbeigerast ist! Deshalb ist es an der Zeit für eine erste Zwischenauswertung: Wie läuft es mit meinem Jahresmotto sowie meinen Zielen für das Jahr?

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Gesunde Gewohnheit Nr. 4: Bis Mitternacht schlafen gehen

Wer mich kennt oder hier schon länger mitliest, weiß darum, wie schwer es mir seit jeher fällt, nachhaltig auf die gewünschte Schlafmenge zu kommen. Grund genug also, dem eine eigene gesunde Gewohnheit zu widmen. So geschehen im April.

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Mit dem Kajak von Halle nach Magdeburg Barby

Der Frühling ist in vollem Gange und ein Feiertag reiht sich an den nächsten. Deshalb denke ich an diesen Tagen nicht nur besonders gern an meine Kajaktour von Halle auf der Saale zurück, sondern auch an all die Bollerwagentouren aus meiner Jugendzeit.

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Diese Woche ist es endlich wieder so weit – Der Eurovision Song Contest geht in eine neue Runde – sogar die 70! Heuer in Wien, was großartige Erinnerungen an den ESC von 2015 wiederaufleben lässt. Leider bin ich dieses Jahr dennoch überhaupt nicht in Stimmung und das hat vor allem einen Grund: Es fühlt sich so an, als wäre der ESC nicht mehr das, was er mal war.

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Seit einiger Zeit gibt es im Internet einen neuen Trend: Analogue Bags – zu Deutsch: analoge Taschen. Weil mir die Idee auf Anhieb gefiel, probierte ich es kurzerhand einfach selbst aus. Und ich bin begeistert!

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Darf’s ein My mehr Reibung sein?

Menschen sind von Natur aus faul. Ironischerweise treibt uns ausgerechnet diese Eigenschaft zu Höchstleistungen an, wenn es darum geht, unsere Zukunft einfacher zu gestalten. Doch womöglich sind wir damit etwas zu weit gegangen.

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