6 Gründe, weshalb ich Nachrichten aus meinem Leben gestrichen habe

Früher wurde uns eingetrichtert (zumindest mir in der Schule), dass wir froh über Nachrichten sein und deshalb jeden Tag konsumieren sollten. Schließlich gehöre das doch zur Allgemeinbildung! Ich sage dazu Nein. Und das aus guten Gründen.
Eins vorab: Ich möchte an dieser Stelle gar nicht die Arbeit von Journalisten, Korrespondenten und Redaktionen zu Nichte machen. Ich schätze ihre Arbeit und finde sie auch recht spannend. Und auch ich genieße gut aufgearbeitete Reportagen. Mich stört vielmehr das Format Nachrichten.

Grund 1: Nachrichten sind nicht neutral

Tatsächlich ist das auch gar nicht möglich. Schließlich sind sie von Menschen verfasst, die bereits eine eigene Meinung haben. Und diese transportieren sie über Nachrichten an die Konsumenten. Darüber hinaus ist jeder, der mit Nachrichten arbeitet, nur ein Teil der Kette. Jedes Tagesblatt, jede Nachrichtensendung schlägt eine bestimmte politische Richtung ein. Durch Nachrichten suggerieren sie den Konsumenten ihre eigene Meinung. Genau genommen tue ich das auf meinem Blog übrigens auch.

Deshalb lesen und kommentieren meinen Blog abgesehen von Familienangehörigen und Freunden vor allem Menschen, die eine ähnliche Einstellung und Meinung haben, wie ich. Zumindest überschneiden wir uns etwas in den Bereichen Nomadentum, Minimalismus und Nachhaltigkeit, Ernährung oder Bewegung. Weiterhin sind meine Leser überwiegend Menschen mit einer offenen und toleranten Grundhaltung. Wie bei Nachrichtenformaten gibt es quasi also auch hier eine bestimmte Zielgruppe. Interessanter Weise neigen wir dazu, Formate zu konsumieren, die unserer Meinung ohnehin nahe liegen. Dabei wäre es doch mal viel interessanter, die Argumente entgegengesetzter Meinungen zu hören, oder?

Im Unterschied zu meinem Blog, der offen meine eigene Meinung darstellt, funktioniert das bei Nachrichten nur bedingt. Ein Sprecher übermittelt, was andere vorgeschrieben haben. In Zeitungen stehen die Autoren darunter, aber was kann man mit einem losen Namen schon anfangen? Ich bekomme dann immer das Gefühl, dass versucht wird, mir subtil eine fremde Meinung unterzuschieben.

Viel mehr stört mich aber, dass Nachrichten ständig Etiketten auf alles kleben, was sie in ihre Finger bekommen. Warum heißt es nicht “Frau wurde Opfer von Vergewaltigung”, sondern “Asylbewerber vergewaltigten Kölnerin”? So bekommen alle anderen Asylbewerber das gleiche Stigma aufgesetzt und unter der Kölner Bevölkerung wird die Ausgrenzung von Asylanten begünstigt.. Betrachten wir Opfer und Täter doch mal als das, was sie sind: Menschen. Abstammung, Herkunft, Nationalität und Religion sollten dabei ebenso wenig eine Rolle spielen wie Sexualität und Geschlecht.

Und wo wir schon dabei sind: Warum wird von Kriminalität so einseitig berichtet? Ich habe noch nie von einer Vergewaltigung eines Mannes erfahren. Ebenso selten hört man von deutschen Straftätern.

Grund 2: Nachrichten fördern Passivität

Meine Güte, sind Nachrichten einseitig – in mehrerer Hinsicht: Es gibt beispielsweise nur Input. Das Medium vermittelt uns Informationen. Aber “zurückgeben” können wir nichts. Das mag ich ja am Bloggen. Denn im Gegensatz zu Nachrichtenformaten erfrage ich die Meinung der Leser. Es gibt einen Austausch. Jeder ist dazu aufgefordert, seine Meinung einzubringen. Das geschieht bei den wenigsten Nachrichtenformaten. Bei den wenigen Onlineauftritten einiger Nachrichtensendungen, bei denen Kommentare möglich sind, werden diese teils sogar nach kurzer Zeit gesperrt. Warum darf ich zwei Tage nach einem Ereignis meine Meinung nicht mehr kundtun?

Mir wird also eine vorgefertigte Meinung auf den Tisch gesetzt, die ich gar nicht hinterfragen soll. Folglich bilde ich auch keine eigene Meinung, sondern bekomme eine gebildet.

Ich muss mich schon selbst bemühen, um mich mit Sachverhalten kritisch auseinanderzusetzen. Nachrichten helfen mir dabei nur geringfügig.

Grund 3: Nachrichten sind negativ

Wann hast du zuletzt eine gute Nachricht aus den Medien bekommen? (Ja, der Zweideutigkeit an dieser Stelle bin ich mir bewusst.)

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zum Schluss, dass positive Nachrichten auch nicht funktionieren würden. Scheinbar wollen die Menschen nicht wissen, was Gutes in der Welt vorgeht. Stattdessen bekommen wir jeden Tag eine gebündelte Portion Negativität. Ich erinnere mich noch , wie schlecht es mir jedes Mal ging, wenn ich früher Nachrichten konsumiert hatte: Öl ausgelaufen hier, Regendwald abgeholzt dort, Krieg anderswo, Mord und Totschlag überall. Die Welt scheint ein furchtbarer und gefährlicher Ort zu sein. Was machen wir hier eigentlich? Besser wir verschanzen uns im Haus, dann kann eigentlich nichts passieren.

Dabei ist das Gegenteil der Fall: Es passiert am Tag viel mehr Gutes als Schlechtes. Das habe ich besonders in Israel gemerkt. Während die Nachrichten überliefen vor Schreckensmeldungen, habe ich statt all dem vor allem Güte und Herzlichkeit erlebt. Meistens habe ich von all dem Schrecken auch gar nichts mitbekommen, sondern erst durch den besorgten Anruf meiner Eltern davon erfahren. Denn sind wir ehrlich: Die Wahrscheinlichkeit, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, ist unglaublich gering. Und sterben kann man überall.

Es gibt also keinen Grund, sich Angst machen zu lassen. (Das wirft auch zwangsläufig die Frage auf, wer wohl Interesse daran haben könnte, uns mit Angst einzuschüchtern. Hm… Wer könnte denn Vorteile dadurch erringen? Fällt uns da wer ein? Irgendwer … ?! )

Und nähmen wir mal an, es liefen nur gute Nachrichten in Fernsehen und Radio, stieße das wohl kaum auf Interesse. “Katzenbabys am anderen Ende der Welt geboren” – Who cares? Und plötzlich wäre es ganz offensichtlich:

Grund 4: Nachrichten haben keine Relevanz für mich

Den Spruch In China ist ein Reissack umgefallen kennen wir wohl alle. Doch wie oft setzen wir ihn im Alltag um? Freilich ist grausam, was manchen Menschen zustößt. Doch welche Auswirkungen hat das auf unser Leben? Ich möchte hier nicht Skandale in der Textilproduktion oder dergleichen einschließen. Nur wirken sich die wenigsten Nachrichten auf meinen Alltag aus – egal ob ich sie mitbekomme oder nicht. Oder, um es noch trivialer zu machen: Es ist mir total Schnuppe, welcher Verein im Sport gewinnt – so wie es anderen Menschen egal ist, was ich hier schreibe. Relevante Nachrichten fanden bis jetzt noch immer ihren Weg zu mir.

Nachrichten über ausgebeutete Arbeiter in fernen Ländern – wenn sie es denn so weit bringen – könnten übrigens tatsächlich relevant für mich sein. Könnten…

Grund 5: Nachrichten bleiben folgenlos

Was passiert dann nämlich, wenn uns Nachrichten erreichen? Regen wir uns kurz auf, weil wir wieder einmal festgestellt haben, dass der Rest der Welt nicht so tickt, wie wir? Machen wir uns lautstark Luft, dass es eine Frechheit ist, wie sich manche aufführen? Eine Unverschämtheit, was sich die anderen rausnehmen? Ach ja, und die Welt ist ungerecht.

Hand aufs Herz: Es passiert nichts.

Natürlich könnten wir etwas unternehmen, um die Zustände zu ändern. Zum Beispiel dagegen demonstrieren. Doch wer macht das denn wirklich? (Der Geschichte nach bis auf Regel bestätigende Ausnahmen jedenfalls nicht die Deutschen…) Und falls ja, tun wir es tatsächlich in Folge von Nachrichtenformaten?

Fakt ist: Um etwas zu ändern, müssen wir selbst aktiv werden. Natürlich braucht es einen strukturellen Wandel. Der bewirkt jedoch 0,0 [sprich: Null Komma Null] ohne unser eigenes Zutun. Daran scheitert es derzeit.

Und genau genommen können wir das gar nicht alles. Wir können nicht 40h die Woche arbeiten, eine Stiftung für Hungernde in Afrika gründen, den ökologischen Fußabdruck der Menschheit kompensieren und gleichzeitig die Wirtschaft weltweit in Schwung halten. Zumindest nicht allein. Aber zusammen. Und wir können sehr wohl achtsam mit Lebensmitteln im Alltag umgehen. Die Wirtschaft in Schwung halten zu wollen, ist ohnehin Quatsch. Zeit loszulassen.

Stattdessen widme ich meine Zeit lieber den Dingen, die mir persönlich wichtig sind. Dazu gehören Nachrichten nicht.

Grund 6: Nachrichten haben nicht ausreichend Tiefe

Es gibt eine unheimliche Nachrichtenflut. National, international, regional…

Um sich wirklich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, genügen weder 15 Minuten, noch ein Tagesbericht inklusive Titelseite. Recherche und Beleuchtung aller Seiten eines Konflikts oder Problems bedürfen Zeit, die weit über das Konsumieren eines gewöhnlichen Nachrichtenformats hinausgeht. Dafür kratzen diese zu wenig an der Oberfläche. Überhaupt ist fraglich, ob man alle Angelegenheiten in anderen Kulturkreisen allein mit unserer beschränkten Perspektive von außen beurteilen, geschweige denn lösen kann.

Und ich möchte mich auch nicht mit allen Belangen auseinandersetzen, schon gar nicht oberflächlich. Stattdessen werde ich lieber einzelnen Themen gerecht und setze mich intensiv mit ihnen auseinander. Dafür dann eben fundiert – ohne Nachrichten, aber mittels Recherche.

Deshalb lautet meine Devise: Kopf an, Nachrichten aus. Und ja, ich lebe entspannter so.

So viel zu meiner Meinung, was Nachrichten angeht. Wie schaut es bei dir aus? Welche Nachrichten konsumierst du? Und inwiefern setzt du dich mit ihnen und ihrer Wirkung auseinander?

Alles Liebe,
Philipp

21 Kommentare

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  1. Hallo Philipp,

    mir geht es da genauso wie dir. Ich hab auch vor einiger Zeit aufgehört täglich Zeitung zu lesen. Nachrichten gucken gibts sowieso nicht, wir haben keinen angeschlossenen Fernseher ;-)
    Hin und wieder schnappe ich mir die Gratiszeitungen, aber die schreiben eigentlich nur Müll. Da muss man sich hinterher wieder ärgern, wie du schon gesagt hast.
    Für meine Haltung werd ich von meinen Eltern im Übrigen belächelt. Die finden beide Nachrichten irrsinnig wichtig, sind auch immer gut informiert über das aktuelle Weltgeschehen. Aber gleichzeitig sind sie die passivsten Menschen, die ich kenne.
    Vielleicht muss man sich also erst von dieser „Die Welt ist so furchtbar schrecklich, wir können nichts dagegen tun!“ Spirale lösen, bevor man wirklich irgendwo Licht am Ende des Tunnels sieht und bereit ist, sein Leben da und dort etwas zu verändern – und damit etwas „Gutes“ tut, was auch immer das sein mag.

    Liebe Grüße, Daniela

    • Hallo Daniela,

      meine Eltern haben selbst weder Fernseher noch Zeitungen und sind so etwa die aktivsten Eltern, die ich kenne. Da habe ich echt Glück! :)

      Dass man erst aus der Berieselungsspirale rauskommen muss, kann ich mir gut vorstellen. Wenn ich so von Medien zugedröhnt wäre, hätte ich wohl auch keine Energie mehr, aktiv zu werden.

      Lieber Gruß,
      Philipp

      • Hallo Philipp,
        da hast du ja ziemliches Glück gehabt. Meine Eltern waren früher auch aktiver, dann bin ich ausgezogen und die Aktivität hat sich vor den Fernseher verlagert. Kinder fordern einem anscheinend schon etwas ab ;-)
        Ich glaube viele befinden sich halt auch in einer „Malochen-fernsehen“ Spirale, aus der sie nicht mehr wirklich rauskommen.

        Liebe Grüße, Daniela

        • Hallo Daniela,

          das ist gut möglich. Und auch schade: Denn aktive Erholung ist meines Erachtens nach viel wirksamer als stetiger Input.

          Lieber Gruß,
          Philipp

  2. Hey Philipp,

    wo habe ich zum ersten Mal „offiziell“ gehört, dass man Nachrichten aus dem Leben streichen sollte? Ich glaube das war damals in der „4 Stunden Woche“

    Ich konsumiere ebenfalls sehr wenig Nachrichten. Das heißt, ich sehe kein fern, lese keine Zeitung und auch keine Nachrichtenportale im Internet. Ich sehe mir aber gerne Nachrichtenformate auf Youtube an, wo es aber vor allem darum geht, besondere Dinge hervor zu heben, die mir (natürlich mit einer ordentlichen Portion Abstand und Realismus) einfach interessant erscheinen oder Spaß machen.

    Dieses permanente um die Ohren hauen von einfach Allem was passiert ist, kann nicht glücklich machen und hemmt die eigene Entfaltung und Produktivität. Zudem rauben sie die Zeit und Kapazität für das Wissen, das dich wirklich weiter bringt.

    Ebenso habe ich auch so ziemlich alle Horror-Formate und alles was mit purer Boshaftigkeit zu tun hat, aus meinem Leben gestrichen. Warum sollte ich mich mit derartig Negativem beschäftigen? Mehr Stoff für Albträume brauche ich echt nicht.

    Liebe Grüße,
    Ronja

    • Hallo Ronja,

      aus filmischer Sicht habe ich eine etwas andere Meinung über Horror-Filme. Aber ich kann deine Entscheidung gut nachvollziehen. Die Auseinandersetzung mit der Thematik „Boshaftigkeit“ finde ich wiederum recht interessant.

      Die „4-Stunden-Woche“ habe ich selbst noch gar nicht gelesen. Aber das Konzept des Buches ist mir recht klar. Ich finde jedenfalls auch, dass sie viele Ressourcen verbrauchen: Zeit, Aufmerksamkeit und Energie.

      Lieber Gruß,
      Philipp

  3. Sehr gelungen. Da muss ich nochmal drüber nachdenken. Es hat wirklich auch in diesem Punkt etwas mit LOSLASSEN zu tun. Ich denke auch, dass die Schwarmintelligenz eine Theorie der kollektiven Dummheit ist. Zu denken, was andere vorgeben, was ich denken soll … Danke!!

    • Hallo Astrid,

      vielen Dank! Auf die Idee, Schwarmintelligenz von der anderen Seite zu betrachten, bin ich noch gar nicht gekommen. Allerdings habe ich schon festgestellt, dass wir Menschen Bienen gar nicht so unähnlich sind.

      Alles Liebe,
      Philipp

  4. Hallo Philipp!

    Vor mittlerweile fast 20 Jahren habe ich gemerkt, dass mich die Nachrichten total unruhig machen und ich fast ängstlich wurde, weil so viel passiert auf der Welt.

    Dann habe ich die Zeitung abbestellt und es wurde gleich wieder viel besser. Seit fast 4 Jahren habe ich auch kein Fernsehprogramm mehr.

    Einige fragen, wie ich dann weiß, was passiert auf der Welt. Alles, was wirklich wichtig war, habe ich auch so mitbekommen. Dank Internet kann ich, muss ich aber nicht, es ist meine eigene Entscheidung.

    Wie schön, dass noch andere zu diesem Schluss kommen!

    lg
    Maria

    • Hallo Maria,

      die Wahl zu haben finde ich an der Stelle echt entscheidend. Ich meine, die haben wir prinzipiell, was Nachrichten angeht, das Internet macht es aber auf jeden Fall noch einmal um vieles leichter!

      Lieber Gruß,
      Philipp

  5. Ich empfehle dazu folgende Lektüre:

    Wozu brauchen wir noch Journalisten
    von Theodor Herzl

    Hat mir die Augen geöffnet.

    • Hallo Red,

      ich habe den Link aus deinem Kommentar entfernt, weil ich möchte, dass Menschen selbst entscheiden können, wo sie einkaufen, und nicht, dass ihnen suggeriert wird, bei einem Marktriesen zu kaufen.

      Dennoch vielen Dank für deine Empfehlung! Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen. Kannst du vielleicht noch etwas mehr dazu sagen?

      Alles Liebe,
      Philipp

  6. steff23gmxnet

    06/02/2016 — 17:55

    Darf ich mal fragen, was Du unter „Nachrichten“ verstehst? Der Begriff ist aus meiner Sicht als Journalst sehr präzise, aus der des Nutzers aber nicht. Wenn Du zum Beispiel meinst, lieber längere Berichte und ausführlichere Recherchen lesen zu wollen – ist das dann keine Nachricht mehr?

    • Hallo Steff(an?),

      aus informationstechnischer Sicht würde man wahrscheinlich auch längere Berichte als Nachricht auffassen. Ich selbst empfinde da allerdings einen gewaltigen Unterschied, der sich bei mir in den Worten Nachricht (kurz und an der Oberfläche kratzend) und Reportage (länger und dafür auch tiefergreifend).

      Oder wie definierst du das?

      Alles Liebe,
      Philipp

      • Hallo Philipp,

        tatsächlich dienen Nachrichten, wie Du sie richtig definierst, der schnellen Erstinformation, die später von hintergründigeren Berichten ergänzt wird. Deswegen sollte man letzteres tatsächlich nicht von ihnen erwarten. Nachrichten sind das, was zu jeder Stunde im Radio läuft: In fünf Minuten acht Meldungen, das kann nicht in die Tiefe gehen, ist aber auch nicht dazu gedacht. Insofern kann man sagen, dass Du lieber Tagesthemen als Tagesschau sehen würdest, weil es da vertiefte Berichte gibt. Oder lieber noch Politikmagazine, die nicht tagesaktuell sind und mehr Zeit für Recherche zu haben. Dennoch gehe ich davon aus, dass Du Dich durchaus für schnelle Erstinformationen interessierst, oder?

        Viele Grüße
        Stefan

  7. Hallo Philipp,

    ich bin (Radio)Nachrichtenredakteur und dein Text ist für mich (und sicherlich auch andere) ein interessanter Einblick in die Gedanken unserer potentiellen Nutzer – auch wenn du dich entschieden hast, Nachrichten zu meiden. Du sprichst einige Punkte an, die auch Journalisten immer wieder diskutieren, darum möchte ich dir gerne antworten, habe aber auch noch Fragen.

    Zu 1) Auf was für Nachrichten beziehst du dich genau, hast du ein oder mehrere Beispiele? Radio, Fernsehen, Internet – welche Sender/Seiten? Ich frage deshalb, weil es ja durchaus große Unterschiede gibt und ich gerne verstehen möchte, was dich zu deiner Kritik gebracht hat.
    Denn: Klassische Nachrichten bestehen vor allem aus Fakten. Was ist passiert? Wer hat was gesagt?

    Zu dem Thema „Stigma“: Mag sein, dass du selten von deutschen Straftätern hörst. Die meisten Meldungen, die ich zu Straftätern gehört, gelesen und geschrieben habe, handeln aber von Deutschen. Nur wird in diesen Fällen die Nationalität nicht genannt. Es ist davon auszugehen, dass Straftaten in Deutschland von Deutschen begangen werden. Dadurch kann es Eindruck entstehen, dass nicht über deutsche Straftäter berichtet wird. Das ist aber eine Frage der Wahrnehmung. Im Übrigen wird damit genau der Punkt erfüllt wird, den du dir im Absatz davor gewünscht hast. Der Pressekodex (auch wenn sich nicht alle daran halten) rät zudem dazu, die Nationalität/Ethnie von (mutmaßlichen) Straftätern nur zu nennen, wenn sie wichtig für das Verständnis der Tat ist.

    Zu 2) Du hast Recht, dass die Kommunikation in der Regel in eine Richtung geht. Muss es aber nicht. Früher (und auch heute) gab und gibt es Leserbriefe und nun auch die Online-Kommentare. Die werden ja auch sehr rege genutzt. Mitunter werden Kommentarfunktionen aber geschlossen. Das kann damit zu tun haben, dass die meisten Antworten jede Grenze überschreiten (zum Beispiel beim Thema Flüchtlinge). Außerdem müssen Kommentare moderiert werden, die Redaktionen brauchen also jemanden, der alles liest und eventuell löscht, wenn es gegen die Regeln verstößt (Hetze, Aufruf zur Gewalt etc.) Das ist auch eine Frage des Personalaufwands.
    Im übrigen kann man natürlich jede Nachricht hinterfragen, auch ohne dazu sichtbar online einen Kommentar zu hinterlassen. Hat früher auch geklappt. Und du hast Recht – die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema ersparen dir Nachrichten nicht. Können und sollen sie aber auch gar nicht – denn dann würden sie dir ja eine fertige Sicht vorliefern, die du ja zu Recht ablehnst. Nachrichten können dir aber dabei helfen, indem sie verschiedene Sichtweisen transportieren – zum Beispiel im politischen Meinungsstreit.

    Zu 3) Darüber sprechen gerade auch Journalisten viel. Es gibt zum Beispiel ein Buch, dass „konstruktiven Journalismus“ fordert. Auch viele Medienmenschen sind der Meinung, dass Nachrichten zu negativ sind. Ich kann nachvollziehen, wenn manchem in den Nachrichten zu viel Schlechtes ist. Wobei das nicht ganz stimmt – Sportereignisse mögen für dich unwichtig sein, anderen sind sie sehr wichtig, und das sind natürlich auch gute Ereignisse. Wenn irgendwo ein Friedensvertrag ausgehandelt wird ist das gut. Auch das kommt in den Nachrichten vor.

    zu 4) Ich möchte ein Gegenbeispiel bringen: Ich habe vor gefühlten Ewigkeiten nicht nur eine Meldung geschrieben, in der es um die Lage der Flüchtlinge zum Beispiel in Jordanien ging. Das UNHCR hat beklagt, dass es das versprochene Geld von zahlreichen Staaten nicht bekommt und deshalb die Lebensmittelrationen gekürzt werden müssen. Eine der Folgen erleben wir gerade.

    zu 5) Nachrichten sollen sagen, was in der Welt passiert. Was man damit macht, ist jedem selbst überlassen. Ohne die Info, was passiert, kann man aber erst Recht nichts machen.

    zu 6) Das stimmt, leider. Nachrichten haben nur einen begrenzten Tiefgang. Sie können deshalb nur ein „Einstieg“ in ein Thema sein. Aber wenn sie gut gemacht sind und man einen ausreichenden Zeitraum betrachtet können sie einem durchaus zahlreiche verschiedene Aspekte nahe bringen.

    Zum Schluss habe ich noch zwei Fragen: Gibt es eine Nachrichtensendung oder eine Seite, die deinen Vorstellungen am nähesten kommst? Wie könnte ein Nachrichtenredakteur wie ich dich „zurückgewinnen“?

    Viele Grüße!

    • Hallo Michael,

      vielen Dank für deine ausführlichen Anmerkungen und Fragen! Ich hoffe, meine Antworten geben dir etwas mehr Einblick, so wie du mir einen geben konntest.

      Zu 1) Gleichwohl ich mir bewusst bin, dass ich natürlich nicht alle verschiedenen Nachrichtenformate kenne und, wie bereits gesagt, nicht alle über einen Kamm scheren möchte, habe ich bereits sowohl bei öffentlichen, als auch privaten Radio- und Fernsehnachrichten (inklusive Tagesschau) und auch mehr und weniger seriösen Zeitungen entsprechende Nachrichten vernommen. Und gerade das hat mich schockiert. Dass unseriöse Formate sich nicht an den Pressekodex halten, verwundert mich nicht. Von als seriös wahrgenommenen und von öffentlichen Geldern bezahlten erwarte ich das aber. Dabei stellt sich mir auch die Frage, ob Nationalität und Ethnie überhaupt genannt werden sollten. Ich finde, man sollte nicht erwarten können, dass das Weglassen einer Information Aufschluss auf die Herkunft gibt. Gleichermaßen glaube ich auch nicht, dass die Mehrheit von Medienkonsumenten, eine solche Tat zu verstehen, überhaupt in der Lage ist. Deshalb würde ich zum Wohl aller solche Fakten überhaupt nicht nennen. (Dabei stellt sich mir auch die Frage, inwiefern überhaupt Informationen zu aktuellen Ermittlungen herausgegeben werden sollten.)

      Zu 2) Die Problematik mit der Verwaltung von Kommentaren verstehe ich durchaus. Bei Leserbriefen stellt sich mir wiederum die Frage, inwiefern wirklich ein Dialog entstehen kann, der nicht nach einer Antwort aufhört. Was passiert denn dann mit Leserbriefen? Antwortet darauf jemand? Auch das erfordert ja Personal. Obwohl Meinungsaustausch natürlich auch offline stattfinden kann, würde ich mir wünschen, dass verstärkt zur öffentlichen Diskussion und Recherche in Eigenregie angeregt wird. Denn gerade verschiedene Sichtweisen bekomme ich meinem Eindruck nach von einem einzelnen Nachrichtenformat ja nicht.

      Zu 3) Eine Möglichkeit bestünde beispielsweise darin, an jede negative Nachricht auch eine positive, bestenfalls aus der gleichen Region und mit gleichem Anteil, was den Umfang anbelangt, anzuhängen. Sportnachrichten würde ich bestenfalls als neutral einordnen, denn gerade bei Wettkampfsportarten freuen sich nicht alle über den Sieg einer Seite. Gerade diesbezüglich frage ich mich, ob man verschiedene Ressorts überhaupt in einem Format vermischen sollte. Das ist natürlich auf die breite Masse ausgelegt. Entsprechend empfinde ich die Möglichkeit, auf Internetseiten von Nachrichtenformaten die Möglichkeit, das für mich selbst Interessante herauspicken zu können, ohne das Gesamtpaket „kaufen“ zu müssen, sehr angenehm.

      Zu 4) Solche Fälle hatte ich bewusst abgegrenzt. Eine Verbesserungsmöglichkeit, die ich hier sehe, ist, im gleichen Zug, wie von etwas berichtet wird, den Bezug zur Zielgruppe aufzuzeigen.

      Zu 5) Und wenn man schon dabei ist, den Bezug herzustellen, schadet es sicherlich nicht, zu erwähnen, was jeder Einzelne tun kann. Das ist bei Naturkatastrophen ja bereits häufig der Fall. Warum also nicht auch in anderen Belangen eine Verbindung zwischen Zielgruppe und Hilfsorganisationen etc aufbauen?

      Zu 6) Die Recherche mit etwas zeitlichem Abstand finde ich an dieser Stelle für mich viel interessanter. Das Kuratieren der gesammelten Fakten liegt dann aber wahrscheinlich außerhalb der Zuständigkeit von Nachrichtenredakteuren, nehme ich an.

      Zu deinen Fragen: Momentan gibt es ein solches Nachrichtformat nicht. Oder aber: Ich kenne es nicht. Wobei, gerade was die Recherche zu Themen, die etwas weiter in der Vergangenheit liegen, sich Wikipedia als erste Anlaufstelle für mich erprobt hat. Dort finde ich gebündelt Informationen mit Querverweisen vor, die auch später noch dem aktuellen Wissensstand nach angepasst werden. Und im Falle von einseitiger Sichtweise als solche markiert werden. Das natürlich nicht das Non-Plus-Ultra, denn auch hier arbeiten Menschen, womit sich Fehler oder gar persönliche Meinungen einschleichen können. Für mich ist die digitale Verfügbarkeit wichtig. Das ermöglicht gleichzeitig, dass ich nur die Informationen bekomme, die mich wirklich interessieren. Dabei wünsche ich mir, dass ein Nachrichtenformat eben nicht nur eine Seite, sondern alle beleuchtet und auch einbindet. Dazu sollte noch zur öffentlichen Diskussion angeregt und Kontaktmöglichkeiten, um aktiv werden zu können, mitgegeben werden. Ich bin aber durchaus bewusst, dass das den Rahmen einer Nachrichtensendung von fünfzehn oder gar nur fünf oder weniger Minuten sprengt. Genaugenommen wäre das dann ein ganz neues Format für mich: Eine Fusion aus umfangreichen Informationsportal, betreuter Diskussionsplattform und erster Anlaufstelle für potentielle Freiwillige.

      Deine Beiträge zu Wahrnehmung von Nachrichten auf deinem Blog finde ich übrigens echt interessant!

      Alles Liebe,
      Philipp

  8. Danke für Deine Antworten, die auch mich als Radionachrichtenredakteur interessieren. Ich habe auch noch ein paar Nachfragen und ein paar Antworten. Versteh die bitte auch als Interesse, nicht als Kritik.

    zu 1)
    Kannst Du mal ein Beispiel nennen, wo Du das Gefühl hattest, dass Dir subtil eine andere Meinung untergeschoben werden sollte? Das ist ein Argument, das uns als Nachrichtenredakteure oft begegnet, mit dem wir aber so pauschal wenig anfangen können. Wie Du schon schreibst, ist es nicht möglich, völlig objektiv zu berichten, schon allein deshalb, weil man einen eigenen Standpunkt mitbringt oder nicht an alle Informationen herankommt.
    Was meinst Du mit einseitiger Berichterstattung? Wie Michael schon schrieb, werden die meisten Vergewaltigungen von Deutschen begangen, einfach, weil die große Mehrheit in diesem Land Deutsche sind. Die meisten Vergewaltigungen finden übrigens innerhalb von Beziehungen statt bzw. Täter und Opfer kennen sich. Es handelt sich also um tausende Einzelfälle, im Gegensatz zu einem ungewöhnlichen Ereignis wie am Kölner Hauptbahnhof, auf den Du Dich vermutlich beziehst. Dort war das Ungewöhnliche, dass es viele Taten sexueller Gewalt gleichzeitig gab. Und Ungewöhnliches ist per se interessanter als das Bekannte. Das macht diesen Fall so anders.
    Übrigens: Männer werden tatsächlich seltener vergewaltigt, und auch da gibt es eine Dunkelziffer.

    zu 2)
    Für mich verschwimmen da zwei Dinge: Fakten und Meinungen. Einerseits möchtest Du keine Meinung vorgesetzt bekommen; im klassischen Nachrichtenformat passiert das auch gar nicht. Andererseits empfindest Du das so? Warum? Nur, weil Du nicht mehr darüber diskutieren kannst. Es gibt Dutzende Foren im Internet, wo das geht. Auch Dein Blog hilft Dir, Twitter oder Facebook. Michael hat Recht, Medien haben keine Kapazitäten, solche Diskussionen endlos zu moderieren. Aber möchtest Du mit den Journalisten diskutieren, die die Meldung geschrieben haben? Journalisten stellen die Fakten zusammen; warum ist Dir plötzlich doch ihre Meinung wichtig? Was ändert die an den Fakten?
    Dazu gehört auch das Thema Sichtweisen. Ein Nachrichtenformat kann Dir durchaus verschiedene Sichtweisen auf ein Thema bieten, indem etwa Angaben von Augenzeugen und der Polizei gegenübergestellt werden oder Politiker eine Einschätzung dazu abgeben. Oder was verstehst Du unter Sichtweisen?

    zu 3)
    Wie Du schon selber schreibst: Who cares? Menschen interessieren sich eben nicht für das Alltägliche, die Routine, das Bekannte. Sie wenden sich dem Neuen zu, dem Ungewöhnlichen, dem Unbekannten. Auch dem, was nicht gut läuft, um es zu verbessern. Was wäre die Konsequenz: Es zu verschweigen? Denn nicht immer, wenn etwas Negatives passiert ist, gibt es gleich eine Lösung dafür. Sollen wir warten, bis es die Lösung gibt? Nein, im Gegenteil: Erst eine Diskussion darüber und ein Meinungsaustausch, der Dir wichtig ist, führt dazu, dass Lösungsmöglichkeiten erwogen und letztlich umgesetzt werden.

    zu 4)
    Natürlich betrifft jeden von uns ein Großteil der Nachrichtenmeldungen jedes Tages überhaupt nicht direkt. Bei vielen Meldungen wissen wir aber auch nicht, ob sie uns nicht einmal betreffen werden. Verfolgt man auch Dein Beispiel weiter, hieße das, dass wir vor 2014 nicht über den syrischen Bürgerkrieg hätten berichten müssen, weil dann erst die großen Flüchtlingsströme begannen. Oder ein anderes Beispiel: Wenn ein Anspruch auf Kindergartenplätze beschlossen wird, mag Dich das nicht direkt betreffen, wenn Du keine Kinder hast. Aber es wird teilweise von Deinen Steuern bezahlt – möchtest Du nicht wissen, wofür der Bundestag das Geld ausgibt?
    Ich glaube, dass es viel mehr Bezüge zu Deinem Leben gibt, als Du jeder Meldung ansiehst.
    Und wenn Du schreibst „Relevante Nachrichten fanden bis jetzt noch immer ihren Weg zu mir“ – auf welchem Weg denn eigentlich?

    zu 5)
    Es liegt bei Dir, was Du tust. Journalisten haben auch nicht sofort Lösungen für Probleme. Weil es verschiedene Lösungen gibt, wäre jede Vorgabe auch eine vorgegebene Meinung, die Du ja nicht möchtest. Und ob Du Dich aufgerufen fühlst, in dem Bereich etwas anzupacken, liegt ganz bei Dir.
    Die Frage ist, wie weit man gehen möchte. Bei jeder politischen Meldung den Hinweis geben, dass man in CDU, SPD oder AfD eintreten kann? Bei Berichten über Kriminalität Tipps gegen Einbrecher geben? Nachrichten haben die Aufgabe, über Fakten zu berichten. Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er darauf reagiert.

    zu 6)
    Das sind gute Ideen, die Du hast. Teilweise machen das Seiten im Netz ja auch schon. Allerdings bedenke immer: Du erfährst überhaupt nichts von Themen, wenn sie nicht in den Nachrichten sind. Wer hätte Dir vom Syrien-Krieg berichtet? Wer vom Nahost-Konflikt? Wer berichtet, was die Parteien wollen und die Politiker davon umsetzen, so dass Du bei der nächsten Wahl eine gute Entscheidung treffen kannst? Also nimm Nachrichten einfach als Anlass, Dich tiefer über Themen zu informieren. Laste diesem Format nicht zu viel Verantwortung auf.

    • Hallo Stefan.

      Ich versuche, auf all deine Fragen einzugehen.

      zu 1) Beispielsweise das Wort „Flüchtlingskrise“, welches in meinen Augen suggeriert, dass Flüchtlinge eine Krise verursachen würden. Die eigentliche Krise passiert in meinen Augen aber nicht hier. Ja, man ist in Europa mit der großen Anzahl an Flüchtlingen überfordert, im Vergleich sind Europäische Bürger aber nicht die Leidtragenden. Das ist zumindest meine Meinung.

      Mit einseitiger Berichterstattung meine ich einerseits den Fokus auf Negativschlagzeilen und andererseits die Perspektive deutscher Staatsbürger. Das widerspricht wahrscheinlich der Einstellung, Nachrichten sollten nur Fakten präsentieren, aber mir fehlt an der Stelle die Einnahme von Perspektiven, die eben nicht der des Deutschen entspricht. Fakten sind meines Erachtens übrigens sehr wohl auch im Interesse einer bestimmten Seite verwendbar, wie Michael auf seinem Blog jüngst analysiert hat.

      zu 2) Gerade wegen der verschiedenen Sichtweisen finde ich die Diskussion interessant. Fakten allein verfehlen da ein wenig die Realität. Natürlich kann man sagen, dass pro Minuten x Fußballfelder Regelwald gerodet werden. Um Zusammenhänge zu verstehen, benötige ich dann aber auch das Wissen, warum welche Parteien Interesse daran haben, den Regenwald zu roden, und woher die Nachfrage dafür kommt. Und wenn ich dann weiß, dass eben nicht nur des Holzes wegen Wälder abgeholzt werden, sondern um a) Familien zu ernähren, b) die gerodete Fläche unter anderem für Ölplantagen genutzt werden und c) das Öl in unzähligen Produkten des Alltags wie Shampoos und Süßigkeiten stecken, habe ich selbst eher eine Relation zum Thema, als wenn ich nur den Fakt erhalte, dass x Fußballfelder Regenwald pro Minute verschwinden.

      zu 3) Ich sehe hier durchaus eine Teufelsspirale: Während ich gern etwas zeitlichen Abstand habe, der mir übrigens auch hilft, Dinge etwas objektiver zu betrachten, wollen andere wahrscheinlich stets auf dem aktuellen Stand sein. Die Konsequenz wäre bei weitem nicht, Dinge zu verschweigen. Das passiert aber genau dann, wenn ich auswählen muss, was ich berichte und was nicht. Und das beinhaltet nun auch mal die Botschaft Hey Leute, die Welt ist nicht so schlecht, wie sie zu sein scheint.

      zu 4) Ich finde, gerade diese Bezüge sollten deutlicher ausgesprochen werden. Zumeist ist der Weg mündlich, weil ich auf Ereignisse angesprochen werde.

      zu 5) Ich würde gar nicht den Hinweis auf eine bestimmte Partei geben, wohl aber, dass für jeden Staatsbürger die Möglichkeit besteht, politisch aktiv zu werden, um zur Gestaltung der Gesellschaft beizutragen.

      zu 6) Ich möchte wie gesagt auch gar nicht die Arbeit von Journalisten abwerten. Ich finde ihre Arbeit äußerst wichtig. Vielmehr empfinde ich Nachrichten als solche nicht als das geeignete Format. Sie erfüllen nicht meine Bedürfnisse, weshalb ich umso glücklicher bin, dass die Arbeit von Journalisten und Redakteuren nicht bei diesem Format endet. Und deshalb habe ich Nachrichten den Rücken gekehrt. Dennoch bin ich mir bewusst, dass sehr viele Menschen auch das Format Nachrichten wertschätzen.

      Herzlicher Gruß,
      Philipp

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