Die Dosis macht das Gift

Den Spruch hast du sicher schon einige Male gehört. Kein Wunder, denn er wurde bereits im antiken Rom verwendet. Hast du dir aber auch schon mal Gedanken darüber gemacht, worauf er sich alles anwenden lässt und welche Bedeutung das für uns hat? Ich habe es mal versucht, wenngleich mein Ergebnis nicht sonderlich positiv ausfällt.

Eigentlich verwunderlich, denn die offensichtliche Botschaft ist ja, dass man jeden Stoff zu sich nehmen kann, allerdings in Maßen und nicht in Massen. Das dachte ich zumindest, als ich als Jugendlicher mit meinen Eltern über Drogen sprach. Aber was dann die entscheidende Dosis ist, muss wohl jeder für sich herausfinden. Einige übertreiben etwas damit übertreiben ja üblicher Weise.

Global denken, lokal handeln

Noch so so ein Spruch, den man öfters hört, besonders in Zusammenhang mit einem ökologisch vertretbaren Leben. Mir persönlich ist das ziemlich wichtig. Allerdings stoße ich auch immer mal wieder auf Granit mit meinen Bemühungen. Und in den letzten Wochen bin ich zu einer Erkenntnis gelangt, die mich mit noch mehr Fragezeichen zurücklässt.

Es ist kein Geheimnis, dass wir mehr Ressourcen verbrauchen, als uns eigentlich „zustehen“. Nun gibt es im Internet zahlreiche Test, um zu berechnen, wie viele Erden wir benötigen, wenn alle so leben, wie man es selbst tut. Kleine Ernüchterung für alle mit Wohnsitz in Deutschland: Aufgrund der Infrastruktur, wie sie in Deutschland aufrechterhalten wird, ist es uns nicht möglich, mit nur einer Erde auszukommen. Echt blöd, wo wir doch nur eine haben…

Folglich werden wir also schlussendlich gezwungen sein, ein anderes Leben zu führen, weil wir gar nicht mehr anders können. Einer meiner Arbeitskollegen (Sei gegrüßt, wenn du das liest! ;)) sieht das etwas optimistischer und ist der Meinung, dass der Mensch eine Erfindung haben wird, die uns weiterleben lässt, auch wenn wir dafür die Erde verlassen müssen.

Ich sehe das eher wie ein Ökosystem, das man eigentlich ganz gut mit gärendem Bier vergleichen kann: Es gibt Zucker, mit Hilfe dessen die Hefe wächst. Diese produziert dabei Ethanol. Irgendwann ist der Zucker weg, wobei der erhöhte Alkoholgehalt suboptimal für die Hefe ist, weshalb sie bei etwa 17% stagniert und stirbt.

Ob wir Menschen jetzt Hefe oder Gift sind, kann sich jeder selbst raussuchen.

Fakt ist, dass die Weltbevölkerung des Menschen momentan stetig steigt. Folglich ist jeder Test auf unseren Ressourcenverbrauch eigentlich eine Bestandsaufnahme mit alten Daten. Während vor 50 Jahren noch keiner über die Folgen von Flugverkehr nachgedacht hat, ist es heute eine Umweltsünde, weil schlichtweg zu viel geflogen wird. Die Folgen des Fleischverzehrs sind erst bei sieben Milliarden Menschen ein Problem, nicht etwa schon im Mittelalter. Das lässt sich auf beliebige andere Beispiele so fortführen: Seifenprodukte, Süßigkeiten, Kaffee, Papier, Leim, … – all das hat seinen Ursprung in Jahrhunderten und -tausenden unserer Vergangenheit und stellte lange Zeit kein Problem dar. Jetzt, da es so viele von uns gibt, werden sie zur Zerreisprobe für die Welt.

Wenn also in wenigen Jahren Schluss mit lustig ist, bleibt die Frage offen, was passieren wird?

Schrauben wir alle unsere Ansprüche auf steinzeitliches Niveau herab, um alle koexistieren zu können? Oder sterben wir einfach wie die Hefe beim Gärvorgang?

Was meinst du?

25 Kommentare

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  1. Hallo Philipp,

    ich frag’s mich auch schon länger. Dinge erst gar nicht brauchen, ist meine Lösung. Nachhaltig leben kann ich irgendwie gar nicht, hab ich festgestellt. Denn: Was ist schon nachhaltig? Ich lasse einfach die Dinge weg, die mir leicht fallen wie fliegen, Auto besitzen, übermäßiger Konsum. Dafür werde ich nie Veganer, weil ich es gar nicht möchte. Sehr weltrettend ist das alles trotzdem nicht.

    Liebe Grüße – Tanja

    • Hallo Tanja,

      daran habe ich mich echt schon oft gestoßen, dass wir in unserem System gar nicht vollkommen nachhaltig leben können. Bei genauerem Hinsehen wollen wir das aber auch nicht, denn wir wollen ja auch unseren Lebensstandard nicht aufgeben. Aber zu tun, was ohne Probleme geht, ist ja wohl das Mindeste, wenn man das so sagen kann. Denn viele kleine Veränderungen kann jeder bewirken, wenn er mal einen Schritt zur Seite geht, anstatt an die Spitze zu rennen.

      Ich hatte eine vegane Ernährung auch mal für mich probiert. Aber ich sitze da zwischen den Stühlen. Darüber schreibe ich demnächst mal ausführlicher!

      Lieber Gruß,
      Philipp

      • Vegan schaff ich auch nicht. Alleine morgens Kaffee ohne Milch, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Und alles muss man auch nicht schaffen, oder? Fleischfrei geht da viel besser.

        Und wie sagt Marcus Eriksen (Meeresforscher und Aktivist) zum Schluss eines sehenswerten Videossagte „…Niemand übernimmt die Verantwortung …“ „…Du musst glauben, dass das was du tust einen Unterscheid macht. Jedes bisschen zählt. Jede Strandsäuberung bewirkt etwas. Ich habe aufgehört Plastiktüten zu verwenden und nehme Stofftaschen. Es macht einen Unterschied. So können wir die Welt verändern. Es ist schwer zu messen, aber unsere Kultur kann sich ändern. Ich hoffe durch mein Handeln noch während meines Lebens etwas bewirken zu können. Das ist die Hoffnung.“

        Ok, das Video geht um Plastik! Aber es ist eine wunderschöne treffende Aussage, wie ich finde. („Plastik: Der Fluch der Meere“ https://www.youtube.com/watch?v=8X9q8XkXupw)

        Grüße Claudia

        • Danke für den Link, Claudia! Das schaue ich mir bald mal an.

          Dass „jedes bisschen zählt“, empfinde ich auch so. Denn das ein Einzelner allein nicht gegen die ganzen Probleme der Menschheit ankommt, ist klar. Bleiben wir beim Beispiel Plastik: Wenn ich mir vor Augen halte, wie viel Plastik ich produzieren würde, wenn ich ohne mein Bewusstsein handelte, ist mir bewusst. Und mir wird schlecht beim dem Gedanken. Umso froher bin ich darüber, wie viel ich einsparen kann.

          Gruß,
          Philipp

  2. Hallo Philipp,

    Dein zitierter Spruch hatte bei mir gleich Verbindungen zu: „Wenn’s zu viel ist, dann ist es zuviel.“ und das sagt einem der Körper auch schon. Man muss nur öfters auf den Bauch hören. Zum Beispiel wenn man zu viel gegessen oder getrunken hat. Auch wenn man davon etwas nicht verträgt. Dann lag es oft an den einzelnen Substanzen, die gemischt oder nicht natürlich, zu sich genommen wurden. Der Körper reagiert. Manchmal gibt er alles nur von sich und manchmal reagiert er mit Pusteln oder Atemnot. Bei Drogen auch, nur anderes :-)

    Vielleicht liegt es auch an den Genen, dass der eine etwas mehr davon verträgt und andere gar nichts. Aber es gibt Theorien, dass der Körper sich langsam an diese Stoffe gewöhnen kann. So wie mit einem Schonwachgang. Ein Allergiker hat also Chancen, in dem er eine Schritt zurück macht und sich entweder impfen lässt oder die Stoffe in kleinen Mengen und großen Abständen zu sich zu nehmen.

    Oder ist das Sinn und Zweck der Evolution? Irgendwann rafft es die dahin, die diesen Sprung nicht erreicht haben. Also entweder die Anpassung auf diese „fürchterlichen“ und schädlichen Lebensbedingungen auf der Erde durch eine überraschende natürliche genetische Veränderung oder das Glück gehabt zu haben diese Stoffen nicht ständig ausgeliefert zu sein. Das muss jetzt nicht zwangsläufig das Überleben der Bewohner der Industrieländer sein. Aber vielleicht nur die weil sie den Dreck den anderen überlassen. Siehe Müllverschiffungen, Gesundheit – und umweltschädigende Fertigungen in Entwicklungsländern…

    Oder will genau die weil sie eine Technik wie das Impfen entwickeln die nur ihnen das überleben sichert. Ich frag mich ja wo diese Genmanipulationen noch so hin führen. Bei den Pflanzen alleine ist es ja nicht geblieben. War es vielleicht immer schon das Ziel am Menschen so rumzupfuschen um ihn in den miserablen, zukünftigen Lebenssituationen ein Überleben zu garantieren. So nach dem Motto von Monsanto: Zahle und Du bekommst das Lebenselixier. Aber erst muss man die Bedingungen noch so verschlechtern, dass eine wirkliche Not zu dieser Investition geschaffen wird.

    Ist die Mass nun halb leer oder halb voll?
    Solange wir da schmerzunempfindlich sind, wird die Mass als voll oder halb voll bezeichnet. Denn ein Bisschen geht immer noch… Doch wo wird die Grenze sein? Was ist wenn der Krug plötzlich bricht und der Sekundenkleber ist nicht so schnell auffindbar?
    Was würde es uns im Endeffekt bringen, wenn der Krug unvorbereitet bricht und tatsächlich noch halb voll war?

    In diesem Sinne behalte die Reisleine, das Rettungsboot,den Sekundenkleber … immer im Auge und in Reichweite. Wir schleppen schon ’ne ganze Menge solcher Sicherheitspakete mit uns rum. Besser ist wir würden sie nie benötigen. Denke global und handle lokal hat somit durchaus immer einen Sinn, wenn auch nur bedingt für alle. Ob es für uns selbst lokal ausreicht, wird sich dann zeigen.

    Grüße Claudia

    • Hi Claudia,

      ob es für uns lokal ausreicht, habe ich mich auch schon häufiger gefragt. An sich, denke ich, ja. Allerdings anders, als wir es gewohnt sind. Im Winter gibt es dann statt Citrus Gemüsesorten, von denen man heute kaum noch spricht. Vielleicht fördert das ja einiges verloren geglaubtes Wissen zu Tage!

      Die Zukunft wird es uns lehren.

      Gruß,
      Philipp

  3. Lieber Philipp, du kennst mich ja: Ich teile deine Skepsis, was den übergroßen Fußabdruck des Menschen in seiner Umwelt angeht. Und vom wissenschaftlichen Standpunkt aus, der nach meinem Dafürhalten immer die beste Einschätzung der Lage erlaubt, hat die Menschheit große und schwer korrigierbare Probleme. Das fängt beim konsequenten Nichteinhalten aller Klimaziele an, beim nicht vorhandenen Emissionshandel, beim Anstieg der Bevölkerung und des damit verbundenen Flächenverbrauchs, dem Niedergang biologischer Diversität, der Destabilisierung von Ökosystemen auf vielfältige und rapide Weise usw.

    Meine Hoffnung ist jedoch eine relativ einfache: Alle biologischen Systeme, von der einzelnen Zelle bis zur Interaktion von Räubern und Beute, besitzen Rückkopplungssysteme zur Regulation. Alle biologischen Systeme sind (ohne darüber nachzudenken) auf Selbsterhaltung gepolt und können daher ihre Umwelt nicht übernutzen, ohne dass diese rückkoppelt. Um bei deinem Beispiel der Hefe zu bleiben, sobald die Nährstoffe zur Neige gehen, schalten Hefen alternative Stoffwechselwege an und beginnen vormalige „Endprodukte“ weiter zu verstoffwechseln. Oder sie werden dormant, also gehen in ein Ruhestadium. Dein Vergleich Hefe im Bottich vs. Mensch auf Erde ist insofern nicht ganz richtig: Der Bottich ist ein geschlossenes (sog. „Batch-„) System, die Zellen sind darin gefangen und ihren eigenen Abbauprodukten ausgesetzt. Die Erde ist aber ein offenes System, alles Leben wird ultimativ durch Sonnenlicht betrieben (=Energiezufluss) und Strahlung kann die Erde verlassen, ebenso wie Rohstoffe eingelagert werden können (=Energieabfluss).

    Wir dürfen also hoffen.

    • Hey Micha,

      ich hatte solche Rückkopplungssysteme im Hinterkopf, als ich den Artikel schrieb. Löwe und Gazelle sind ja ein sehr beliebtes Beispiel dafür.

      Ich finde die Betrachtung von offenen und geschlossenen Systemen relativ: Klar, kann ich den Bottich als geschlossen betrachten (nennt man das schon Mikrosystem?). Der Bottich selbst steht aber in einem Raum (Makrosystem?) und ist Umwelteinflüssen ausgesetzt, die sich je nach Grad ja auch auf das Innenleben des Bottichs auswirken können (etwa extrem hohe oder niedrige Temperaturn?).

      Wenn ich die Erde nun als offenes System betrachte, würde ich mich auf das Makrosystem beziehen. Dann haben nicht nur wir, sondern auch noch ein paar Generationen nach uns Hoffnung. Die Erde ist ja aber auch ein System in sich. Die Atmosphäre ist nicht geschlossen, aber die Luftqualität nimmt ab und wird auch nicht so schnell besser, weil Wälder dieser Welt radikal weniger werden. Und all die Abfälle im Meer verschwinden auch nicht von heute auf morgen. Das sind meiner Meinung nach „Endprodukte“ der etwas anderen Art, sie haben aber auch eine regulierende Wirkung: BPA ist stark krebserregend, Phtalate rufen bei Männern Unfruchtbarkeit, Diabetes und Übergewicht hervor und auch Flammschutzmittel haben im Körper nichts zu suchen.

      Oder wie handhabt ihr Biologen dass mit in einander gekoppelten Systemen?

      • Schön gesagt Philipp :-)

        Aber die Unfruchtbarkeit durch BPA kann ja auch noch fruchtbar sein und das Ergebnis dieser Fortpflanzung mit DNA-Störungen hervorbringen. Im Beispiel von Löwe und Gazelle wäre also Plastik der Löwe und wir die Gazelle. Und dann kommen halt etwas andere Gazellen dabei raus. Vielleicht welche die sich zwar nicht mehr wirklich gut fortpflanzen können aber die vielleicht Plastik als Nahrung vertragen, mit sehr mieser Luft und ungünstigen CO2 Klimawerten klar kommen, die wir jetzt noch als unmöglich betrachten. So was nennet man doch Evolution. Nur sollte die so schneller vollzogen werden, als wir die Erde verseuchen. Ansonsten geht es uns wie den Dinosauriern, die sich ja nicht schnell genug den Gegebenheiten anpassen konnten.
        Das sind wie Micha es nannte die Biologischen Gesetze von fressen und gefressen werden ;-) tja dann besteht vielleicht Hoffnung dass wir nicht ganz so schnell gefressen werden, aber wir werden gefressen. Schlimm finde ich nur dass der Mensch nicht nach Instinkt reagiert, sondern mit dem Verstand. Oder ist genau das das Problem wir wollen lieber Instinktiv minimalistisch uns darüber nicht den Kopf zerbrechen, weil wir unterbewusst schon wissen dass der Zug am Abfahren ist, dass wir viel zu viele auf dieser Welt sind und als einzelner kaum eine Chance haben.

        Ich kann Dich aber beruhigen. Es gibt immer wieder Bewegungen, die die Menschheit erst in kleinen Gruppen wachrütteln und irgendwann schwappt es über. Ich sag nur WAW Wackersdorf. oder das Abrüsten nuklearer Mittelstreckenraketen. Das sind zwar uralte Themen, aber man hatte damals auch nicht geglaubt das sich das je ändern wird. Vielleicht ist Plastik ja das nächste Thema und es geht wieder mehr in Richtung Lebensqualität. (Nicht nur Workaholic für den Konsumkick) Ins Mittelalter werden wir allerdings nicht zurückfallen ;-)

        Und ich hoffe dass nicht erst die Zukunft uns lehren wird sondern dass das jetzt uns schon das lehrt, was wir umsetzen sollten.

        Grüße Claudia

        • Hallo Claudia,

          das Beispiel Löwe und Gazelle geht in eine andere Richtung als BPA: Stell dir eine Savanne vor. Es war eine gute Regenzeit und die Gazellen finden mehr Nahrung als sonst. Entsprechend bringen sie in diesem Jahr mehr Junge durch. Es gibt also plötzlich viel mehr Gazellen als üblich. Das freut die Löwen, denn es bedeutet auch für sie mehr Nahrung. Entsprechend entwickelt sich die Population der höher und höher. Im nächsten Jahr ist die Regenzeit aber nicht so prächtig. Deshalb gibt es weniger Gazellen. Außerdem fressen mehr Löwen auch mehr Gazellen, folglich herrscht Gazellenknappheit. Nun können nicht mehr alle Löwen ernährt werden, weshalb die Löwenpopulation zurückgeht. Durch die wenigeren Löwen erholt sich letztlich auch der Gazellenbestand wieder. Wir sind die Löwen.

          BPA ist eher das Hefebeispiel. Allerdings gehen die Hefen eher in einen Ruhezustand über und können reaktiviert werden, wenn ich das richtig verstanden habe. Das funktioniert mit Unfruchtbarkeit ja nicht ganz so.

          Im Film „Home“ fand ich das ein sehr schönes Resümee: „Es ist zu spät für Pessimismus.“ Und dem stimme ich zu, denn Pessimismus empfinde ich als sehr passiv, was niemandem weiterhilft. Aktion ist es, die wir brauchen!

          Gruß,
          Philipp

          • Hallo Philipp,
            Das Beispiel mit der Natur und den Tieren habe ich verstanden. Ich habe es nur transferiert auf das Thema Plastik um das dadurch anschaulicher zu machen. Hoffte ich zumindest.

            Da Plastik sich nicht nicht wie eine Pflanze oder ein Tier mit Verstand oder Instinkt diesem Prozess anpasst, ist nur der Mensch für die Vermehrung oder Verringerung zuständig. Aber Plastik hat auch seine Möglichkeit trotz minimaler Verringerung durch den Menschen immer mehr zu werden. Wie soll der Mensch Nanoplastik noch eliminieren? Plastik gewinnt eigentlich die Überhand ganz von alleine! Es ist somit der Löwe. Für Plastik kannst Du natürlich auch alle anderen Umweltschädigungen heranziehen und damit hat diese Gattung Löwe unglaublich Potential diese kritische Masse zu steigern. Das wären dann auch wieder x beliebige Variablen, die in Summe zusammen mehr oder weniger in die gleiche Richtung abzielen. Die Gazelle, also der Mensch, wird einfach auf lange Sicht verlieren.
            Ist es nun klarer was ich meinte?

            Es sei denn wir haben diese Wirkung der einheitlichen Richtung, wie bei Wackersdorf oder Abrüstung, die plötzlich eine Mehrheit der Menschen mobilisiert. Von daher ist der einzelnen der Eggen den Mainstream handelt schon sehr wichtig um den von Micha angesprochenen natürlichen Gegeneffekt zu erreichen. Lets do it :-)

            Grüße Claudia

            • Für mich funktioniert das Beispiel im Zusammenhang mit Plastik nicht so gut. Ich habe es nur also Beispiel für natürliche Rückkopplungseffekte in Ökosystemen angebracht.

              Du sagst ja selbst, dass Plastik die Oberhand gewinnt, weil es schneller von uns produziert wird, als es überhaupt abgebaut werden kann. Aber der Löwe hat nicht wirklich die Oberhand. Er steht nur an der Spitze der Nahrungskette wie wir Menschen (ironischer Weise kann man das von Plastik nicht behaupten. :D :'( ). Mit weniger Gazellen wird aber seine Population geringer, ebenso wie die Population des Menschen eines Tages rückläufig werden wird. Das trifft auf Plastik aber nicht in unmittelbarer Zukunft zu.

              Es ist aber eben auch nur ein Beispiel und ich glaube, jeder hat verstanden, worum es geht. :) Wie du sagst: Zeit, anzupacken!

              Lieber Gruß,
              Philipp

    • Hallo Micha,
      schöne Hinweise. Total nachvollziehbar. Und hat bei mir was losgetreten :-)

      Dieser eine Satz, über den du selbst sagtest er wäre noch nicht zu Ende gedacht, hat es glaub ich in sich:
      „… auf Selbsterhaltung gepolt und können daher ihre Umwelt nicht übernutzen, ohne dass diese rückkoppelt. …“

      Gepolt heisst für mich so was wie instinktiv handelnd, wenn man das jetzt so sagen darf. Und wenn sich beide immer gepolt und logisch nach einem gewissen Schema F verhalten, hast Du Recht. das ist eben die Theorie. Doch jeder Mensch hat da ein anderes Empfinden, das hängt auch von der Trägheit ab, dem Minimalismus und von Bestechlichkeit ;-)

      In dieser Theorie ist also kein logisch denkendes Hirn im Spiel, was abwägt nach Gutdünken. Durch diesen Faktor haben wir eine Variable X, die mannigfaltige Ausprägungen in unterschiedliche Richtungen (vergleichbar mit Vektoren) hervorbringen kann. Irgendwann überschreitet, wie in der Biologie ja üblich, das Eine das Andere in der Anzahl. So was nennt man in der BWL die „kritische Menge“ beim „Break-even-Point“ und erreicht wie in der Physik unter dem Begriff bekannt die „Kritische Masse“ die eine Kettenreaktion auslöst. Mit dem Vektor in der Ungleichung wird das also schon ziemlich gewagt. Wer weiss schon ob diese Kettenreaktion auch in nur einer Richtung abzielt.

      Und ob sich das dann noch als positiv für das Biosystem erweist wäre dann zu beweisen. Man kann also nur hoffen dass diese Kettenreaktion doch noch durch den Verstand in die richtige Gegenrichtung losgeht.

      Grüße Claudia

      • Ehrlich gesagt glaube ich, dass es sogar eine unbestimmte Vielzahl von Variablen gibt. Wir sind uns wahrscheinlich der meisten noch nicht einmal bewusst.

  4. genau das meinte ich mit den Vektoren. Aber Du kannst das gerne mit x beliebigen Variablen vergleichen, die aber nicht alle in die gleiche Richtung laufen. Deshalb wählte ich den Begriff der Vektoren als Sinnbild der unterschiedlichen Richtungen und der unterschiedlichen Längen.

    • Und wo wir schon von so vielen unterschiedlichen Fachbereichen sprechen: Ich finde es interessant zu sehen, wie das alles zusammenhängt und sich gegenseitig beeinflusst. Hello Butterfly Effect…

      • Du meinst schon den Schmetterlingseffekt und nicht den Schneeballeffekt? Nur um Missverständnisse bezüglich der Tretminen auszuschließen ;-)

        Dazu hätte ich jetzt 2 Filme im Kopf :-) „Magnolia“ von Paul Thomas Anderson und „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ von Michel Gondry. Letzterer ziemlich verzwickt und langatmig verwirrend mit Details, die man eigentlich nicht wahrnimmt, doch am Ende ist alles logisch und ein erneutes Ansehen lässt einen den Film als genial betrachten.

        • Ja, ich meine den Schmetterlingseffekt.

          Eternal Sunshine of the Spotless Mind ist doch nicht langatmig?! Magnolia habe ich noch nicht gesehen. Aber danke für die Tipps!

          • Sag blos den kennst Du. Cool! Viele empfinden ihn aber als totales NO Go weil er so verwirrend und ohne Zusammenhang erscheint. Er verlangt schon sehr viel an Konzentration und Kombinieren ab. Ich bin voller Fan dieses Filmes :-)

            • Das kann ich gut nachvollziehen! (also, dass du ihn so gern magst)

              Ich habe mir den Trailer zu Magnolia angesehen. Ich sollte mir das wirklich abgewöhnen. Der Trailer hat mir die Lust am Film ein wenig verdorben, aber wenn ich ihn in die Hände bekomme, gebe ich ihm auf jeden Fall eine Chance. :)

  5. Zum Thema Anpassung durch Rückkopplung: Grundsätzlich sind natürlich auch biologische Systeme nicht „fail-safe“. Ökosysteme haben sich oftmals auf einen relativ stabilen Zustand eingependelt durch die Millionen Interaktionen einzelner Spezies miteinander und mit abiotischen Faktoren. Wenn man sich z.B. einen Wald vorstellt, besiedeln alle Mikroorganismen, Pilze, Pflanzen und Tiere ihre Nische und sind über trophische (Fraß-) Beziehungen, Parasitismus oder Symbiosen mit anderen verbunden.

    Wie auch immer, Ökosysteme sind immer Störungen ausgesetzt die sie zu einem gewissen Teil abfedern können, weil Funktionen ausgestorbener Spezies von anderen ersetzt werden. Das ist aber kein Automatismus. Extreme Störungen wie Rodung eines Waldes und darauffolgende Erosion führt zu irreversiblen Veränderungen. Das Ökosystem geht dann aber nicht kaputt, sondern schwingt sich in einen neuen stabilen Zustand ein, mit stark reduzierter biologischer Diversität und stark beeinträchtigten Funktionen. Aus dem Wald wird dann z.B. Grasland oder Wüste, mit wesentlich weniger Möglichkeiten Wasser zu binden, CO2 zu fixieren, den Boden zu stabilisieren usw.

    Dem Ökosystem egal, für uns fatal.

    • Genau das meinte ich irgendwie und bei Dir reimte es sich auch noch :-)

      Alles Biologische hat eine logische Relation und Wechselwirkung miteinander. Diese Eigenschaft einer wirklichen Anpassung fehlt Plastik irgendwie.

      Plastik bleibt und wir sind futsch… Wen soll Plastik schon zum Feind haben? Wenn nicht uns. Wir sind zu lahm und zu träge. Noch!

    • Das sprichst du wahre Worte! Der Spruch ist zwar traurig, aber er gefällt mir, weil er so gut ins Ohr geht.

  6. Philipp, nochmal was ganz anderes: Du nimmst ja auch WordPress, wo hostest du denn deine Seite? Bei WP.com?

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