Gesunde Gewohnheit Nr. 2: Keine Süßigkeiten

Für meine zweite gesunde Gewohnheit musste ich nicht lang überlegen: Nach der Adventszeit und Festtagssaison mit all ihren Naschereien verspürte ich das dringende Verlangen, meine Geschmacksknospen mal wieder auf einen vernünftigen Pegel zu bringen. Deshalb verzichtete ich im Februar auf Süßigkeiten.

Daraus folgte:

  • 🚫 Kein Müsli mit Schokosplittern zum Frühstück 🚫
  • 🚫 Kein Müsliriegel zur Jause 🚫
  • 🚫 Kein Nachtisch in der Kantine 🚫
  • 🚫 Keine Notfallschokolade gegen Winterdepression 🚫
  • 🚫 Kein Kuchen am Nachmittag 🚫
  • 🚫 Keine Fruchtgummis auf Arbeit 🚫
  • 🚫 Keine Desserts bei Dinnern 🚫
  • 🚫 Keine Erfrischungsgetränke 🚫
  • 🚫 Kein Popcorn im Kino 🚫
  • 🚫 Kein Eis am Wochenende 🚫

Darüber hinaus untersagte ich mir selbst auch Erfrischungsgetränke mit Zuckeraustauschstoffen und Knabberein wie Chips, weil sich das wie Betrug angefühlt hätte. Auch auf Apfelmark, Honig und dergleichen griff ich im Februar bewusst nicht zurück.

Was ich mir hingegen erlaubte waren Obst und Nüsse als gesunde Naschereien mit Ballaststoffen. Bananen, Äpfel, Datteln – auch alles süß, aber im Gegensatz zu Süßigkeiten aus dem Supermarktregal schnell sättigend und deshalb erlaubt. Weiterhin legte ich dieses Mal bewusst keinen Wert darauf, sämtliche Inhaltsstoffe von Produkten auf zugesetzten Zucker zu kontrollieren. Hätte ich machen können (und habe ich früher auch schon mal), doch darum ging es mir an dieser Stelle gar nicht. Vielmehr wollte ich die großen Posten in meiner Ernährung angehen, die die Liste oben ganz gut veranschaulicht.

Mein Kriterium für die Einordnung ist im Grunde recht simpel: Wird etwas als Süßigkeit im Supermarkt verkauft, steht es auf der schwarzen Liste.

Dabei strebte ich auch hier keine Perfektion, sondern 80% an. Im Februar wollte ich entsprechend an 23 Tagen keine Süßigkeiten essen. Am Ende gelang es mir an 27 Tagen, weil mein Partner mich mit selbstgebackenem Rugelach verführte und ich am selben Tag zu einer Geburtstagsfeier eingeladen war. Da fiel es mir leicht, diesen einen Tag als “Cheat Day” zu deklarieren. Doch die übrigen Tage hielt ich konsequent durch. Insofern werte ich es in jedem Fall als Erfolg!

Nun war es beileibe nicht das erste Mal, dass ich auf Süßigkeiten verzichtete. Sogar über mehrere Jahre hinweg habe ich zeitweise komplett auf zugesetztem Zucker verzichtet. Als ich krankheitsbedingt jedoch binnen kürzester Zeit 10% meines Körpergewichts verloren hatte, sah ich aufgrund meines hyperaktiven Metabolismus’ keine andere Möglichkeit, als meinem Körper auch hochkalorische Lebensmittel wieder regelmäßiger zu konsumieren, damit wenigstens irgendwas an meinem Körper hängen bleibt.

Ein paar Jahre später habe ich meine Gastritis jedoch genauso unter Kontrolle wie mein Gewicht. Juhu! Inzwischen hat sich mein Körper allerdings an all die kleinen Rechtfertigungen und Ausnahmen gewöhnt. Bekanntermaßen stamme ich aus einer Region, wo täglich am Nachmittag Kuchen verzehrt wird. Das liegt mir sozusagen im Blut beziehungsweise in den Denkmustern. Andererseits kann man es auch als faule Ausrede werten. Insofern hielt ich den süßigkeitenfreien Monat als durchaus gerechtfertigt.

Eine Sache ist mir dieses Mal besonders aufgefallen: Auch bei Getränken, die als “zuckerfrei” deklariert werden, kann Zucker durch zugesetzten Orangensaft in kleinsten Mengen stecken und das Getränk auch bei kleinsten Mengen süß schmecken – wenn man den eigenen Geschmackssinn vorab sensibilisiert beziehungsweise kalibriert hat.

Tatsächlich haben die vier Wochen im Februar auch genügt, um mein antrainiertes Verlangen nach Zucker komplett herunterzuschrauben. Also auch hier ein Erfolg. Doch wie soll es nun weitergehen?

Für die Zukunft möchte ich natürlich in keins der Extreme mehr verfallen – wenn es sich vermeiden lässt. Deshalb ergreife ich ein paar entsprechende Maßnahmen für die Zeit nach dem Fokus-Monat:

  1. Am Wochenende ist alles erlaubt. Unter der Woche meide ich Süßigkeiten.
  2. Den süßigkeitenfreien Februar möchte ich auch künftig fortsetzen, um eine regelmäßige Kalibrierung und Sensibilisierung zu erreichen.
  3. Außnahmen sollen Ausnahmen bleiben. Gleichzeitig möchte ich nicht überstreng mit mir selbst sein, denn das eine der andere Mal werden Geburtstage auf Werktage fallen und bekanntermaßen soll man die Feste so feiern, wie sie fallen.

Dieses kleine Entscheidungspaket fühlt sich für mich nach der richtigen Balance an. Gesündere Ernährung auf der einen und eine gesündere, zwangsfreiere Psyche auf der anderen Seite. Falls ich irgendwann Änderungsbedarf sehe, reagiere ich einfach entsprechend darauf. Wenn nicht, ist alles gut so, wie es ist.

Nun interessiert mich, wie du mit Süßigkeiten im Alltag umgehst? Teile deine Erfahrungen, Gewohnheiten und Tipps gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

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