Blog-Pause – Sommerfrische mal anders gedacht

Noch vor wenigen Tagen hat es sich noch so gar nicht nach Sommer angefühlt. Doch die langen Tage, kurzen Nächte und plötzlich doch sehr warmen Temperaturen lassen keinen Zweifel: Der Sommer steht vor der Tür oder ist sogar schon da. Und damit wird es mal wieder Zeit für meine allsommerliche Blog-Pause – das hat ja quasi schon Tradition.

Warum machen ich das? Zu schreiben hätte ich wahrlich genug. Aber ich finde, uns allen tut es gut, wenn wir weniger Zeit vor Bildschirmen verbringen. Deshalb gibt es auf meinem Blog auch dieses Jahr im Sommer für etwa zweieinhalb Monate keine neuen Texte. Denn ganz im Sinne meines Jahresmottos Analoge Freuden möchte auch ich weniger Zeit in digitalen Sphären verbringe –  im Sommer erst recht.

Für gewöhnlich bringe ich meine Blog-Pause mit Sommerferien in Zusammenhang. Doch wer schon länger mitliest, weiß womöglich darum, wie gern ich im Sommer eigentlich eine Sommerfrische hätte – raus aus der großen, aufgeheizten Stadt und rein in die Frische des Landlebens – idealerweise in den Alpen. Auf eine Hütte zur Saisonarbeit schaffe ich es zwar auch dieses Jahr nicht. Allerdings möchte ich mir die Sommerfrische nicht nehmen lassen. Denn wer sagt, dass die Sommerfrische nur in den Alpen stattfinden kann?

Deshalb möchte ich das Thema Sommerfrische heuer von einer anderen Perspektive aus betrachten:

  1. In seinen Ursprüngen ging Sommerfrische gar nicht von Urlaub aus. Vielmehr mussten viele auf dem Land bei der Ernte helfen. Arbeit gab es also trotzdem mehr als genug. Das wird auch bei mir so sein. Zweieinhalb Monate keine Aufträge ist nicht gleichzusetzen mit zweieinhalb Monaten Urlaub.
  2. Abgesehen davon finde ich es völlig in Ordnung, auch mal weniger zu tun. Von mir weiß ich bereits, wie herausfordernd es sein kann, sich bewusst nichts vorzunehmen und sich nicht nur erholen zu wollen, um im Anschluss wieder im Rahmen einer kapitalistischen Wertschöpfungskette produktiv zu sein – meine preußisch-protestantische Arbeitsmoral lässt grüßen. Romantische Vorstellung und Gegenentwurf meinerseits: Im Roman Call Me by Your Name haben die Figuren vorzüglich raus, ihren Arbeiten nachzugehen und dabei dennoch den Sommer zu genießen. In Italien wird das zwar nicht sein, weil mir dort im Sommer ohnehin zu warm ist. Aber das Konzept insgesamt lässt sich auch in Deutschland umsetzen.
  3. Im Sommer ohnehin, aber unter Anbetracht des sich verschärfenden Klimawandels wird die Frage nach Abkühlung auch in Deutschland immer wichtiger: Wie kühlen wir unsere Städte herunter? Wie tragen wir dafür Sorge, dass wir selbst nicht überhitzen? Wo kann ich im Alltag Abkühlung finden, ohne dafür weit reisen zu müssen?

Dass ich den Sommer über bisher keinerlei Buchungen habe, könnte mich freilich panisch stimmen. Oder aber, von einer anderen Perspektive aus gedacht, glücklich. Denn wer weiß schon, wann ich mal wieder zweieinhalb Monate am Stück “frei” haben kann – insofern das als Selbstständiger überhaupt möglich ist. Ideen und Vorhaben gibt es jedenfalls schon einige:

  • Den Anfang macht eine recht spontane Midsommer-Reise in die Schweiz – etwas Alpen bekomme ich also doch noch. ⛰️
  • Weiter geht es in die Heimat. Dort wartet einige Arbeit auf dem Freizeitgrundstück meiner Eltern. Erfrischend ist es da allemal und wenn ich es gar nicht mehr aushalte, werde ich dem Strandbad einen Besuch abstatten. 🏡
  • Außerdem stehen in der Heimat einige Feierlichkeiten an. 🥳
  • Zum Geburtstag habe ich einige Unternehmungen geschenkt bekommen, auf die ich mich schon freue. ♥️
  • Im Juli kommt Besuch nach Berlin – eine Chance, die Wahlheimat mal wieder zu erleben, wie es sonst nur Touris tun. Zu Hause Urlaub habe ich noch nie bewusst gemacht, aber ich freue mich darauf. 🙃
  • Ebenfalls im Juli fahren wir auf eine Hochzeit in Israel. Wo ich mich da abkühle, muss ich erst noch eruieren. 🇮🇱
  • Insgesamt hoffe ich im Sommer auf die Möglichkeit einer Kajaktour. Mein Kajak muss wieder raus aufs Wasser! Und dabei kühlt man ja auch ab! 🛶

Ehrlicherweise bin ich schon froh, wenn davon die Hälfte klappt. Also schauen wir, was der Sommer bringt!

Wir lesen uns hier wieder im September. Bis dahin wünsche ich einen schönen Sommer! Geht raus, wann immer ihr könnt und erlebt was!

Sommerliche Grüße und eine freudige Sommersonnenwende
Philipp

Ist der ESC am Ende?

Diese Woche ist es endlich wieder so weit – Der Eurovision Song Contest geht in eine neue Runde – sogar die 70! Heuer in Wien, was großartige Erinnerungen an den ESC von 2015 wiederaufleben lässt. Leider bin ich dieses Jahr dennoch überhaupt nicht in Stimmung und das hat vor allem einen Grund: Es fühlt sich so an, als wäre der ESC nicht mehr das, was er mal war.

Schon seit längerer Zeit kämpft der Musikwettbewerb mit einem Dilemma. Man versucht auf Krampf nicht politisch zu sein. Gleichzeitig kommt es wiederkehrend vor, dass Vertreter*innen von Ländern im Musikwettbewerb gegeneinander antreten, die in geopolitischen Konflikten miteinander stehen oder nicht einer Meinung sind. Letztlich wirkt es doch sehr paradox, dass man bei einem internationalen Wettbewerb versucht, sämtliche Politik zu leugnen.

Denn ein friedlicher Wettbewerb zwischen verschiedenen Lädern stellt doch per se bereits eine politische Aussage dar: Nämlich die, dass man zusammenhält und sich an kulturellen Unterschieden erfreut, statt sich darüber zu streiten. So weit nichts Neues.

Was sich jedoch in den letzten Jahren geändert hat, ist die polarisierende Reaktion auf die Teilnahme Israels. Auch die gibt es bereits länger und machten natürlich erst recht keine Ausnahme, als der ESC 2019 in Israel stattfand. Die isländische Delegation protestierte live im Fernsehen des großen Finales und auch Madonna kam mit einer politischen Botschaft im Gepäck.

Seit 2024 ist der offizielle Slogan des ESC United by Music – ironischerweise in einer Zeit, in der mehr Uneinigkeit denn je herrscht und das sowohl geopolitisch als auch beim ESC selbst. Trotz der gewollten Signalwirkung nach außen vermag der Slogan selbst jedoch nichts zu bewegen.

Das zeigt sich für mich in der Tatsache, dass dieses Jahr weniger Länder teilnehmen als in allen anderen Wettbewerben der letzten 23 Jahre. Gleichwohl Boykotte dieser Art bei mich an vergangene düstere Zeiten erinnern, möchte ich mir nicht anmaßen, über die Entscheidungen einzelner Länder bezüglich ihrer Teilnahme zu urteilen. Wir leben in einer freien Welt und sie können lassen, was sie wollen.

Allerdings möchte ich dazu anregen, sich einmal vorzustellen, welche Strahlkraft der ESC hätte haben können, wenn sich die teilnehmenden Anstalten an das Motto des ESCs gehalten hätten. Was für ein tolles Zeichen an die Welt wäre es gewesen, wenn alle teilnehmenden Rundfunkanstalten beschlossen hätten, die Konflikte ihrer Regierungen links liegen zu lassen und demonstrativ zusammenzuhalten? Wie viel Hoffnung hätte es vermittelt, wenn man den Mut gehabt hätte, zu sagen, dass wir entgegen des Stempels unserer Nationalität alle Menschen sind, die über Musik miteinander verbunden sind? Schöne Vorstellung, oder?

Diese Chance wurde leider nicht nur verpasst, sondern sehenden Auges im Keim erstickt. Denn unabhängig davon, wie sich die EBU zur Teilnahme Israels entschieden hätte, genügt bereits die bloße Androhung “Wenn die teilnehmen, machen wir nicht mit!” um die gesamte Bedeutung des ESCs zu untergraben. Was für ein Zirkus!

Am Ende mag der ESC zwar nicht sein, schließlich gibt es noch genügend zahlende, teilnehmende Rundfunkanstalten. Aber so wie früher wird es sich wohl nie wieder anfühlen.

Alles Liebe
Philipp

Handverlesen in 2025

Da 2025 nun endgültig vorüber ist, wird es Zeit für meinen persönlichen Jahresrückblick. Und los geht’s!

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Huch, schon wieder ein Jahr um! In gewohnter Manier gibt es meinen persönlichen Jahresrückblick erst, wenn das Jahr auch wirklich vorbei ist. In diesem Sinne: Jetzt ist die Zeit dafür!

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Einfach weiter funktionieren?

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Wenn ich anderen erzähle, dass ich prinzipiell keine Menschen vermisse, mich aber durchaus auf ein Wiedersehen mit ihnen freue, werde ich oft für sonderbar gehalten. Nach bestimmten Orten sehne ich mich hingegen sehr. Und im Laufe meines Lebens wurden das immer mehr – mehr als ich regelmäßig besuchen kann.

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Im Grunde konnte es nach 2022 nur besser werden. Und siehe da: 2023 erwies sich – zumindest für mich persönlich – als hervorragendes Jahr. Hier kommen sie also: Meine emotionalen Höhe- und Tiefpunkte des letzten Jahres!

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