Analoge Freuden im Sommer

Das bunte Laub an den Bäumen und die zunehmend kürzeren und dunkleren Tage sprechen ein eindeutige Sprache: Es ist Herbst! Grund genug also, sich die analogen Freuden des Sommers noch einmal vor Augen zu führen:

  1. Ausflüge mit Freund_innen 🏕️
    Der Sommer ging los – nämlich mit einem Wochenendausflug innerhalb meines Freundeskreises in die Böhmische und Sächsische Schweiz sowie nach Görlitz. Mag ich ja alles sehr gern. Doch damit nicht genug: Mit anderen Freunden gab es noch weitere Ausflüge. Quality Time wie sie im Buche steht – auch wenn wir (dieses Mal) nicht zelten waren.
  2. Paddeln 🛶
    Zu zwei Anlässen waren wir außerdem Paddeln – einmal die Elbe entlang und einmal in Form eines neuen potentiellen Hobbys, dass im Grunde zwei meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen kombiniert: Packrafting kombiniert Wandern mit Paddeln und ich mag’s total!
  3. Geburtstagsfeier 🥳
    Außerdem wurde ich im Sommer 35 Jahre alt. Fühlt sich null so an, doch mein Reisepass lügt nicht. Zur Abwechslung und anlässlich des halben Jubiläums beschloss ich, heuer ausgiebig zu feiern. Das gelang mir auch ganz gut. Denn um es mit den Worten meines Partners zu sagen: Diese Geburtstagsfeier ging weiter und weiter. Grund dafür ist, dass all die Menschen, die mir wichtig sind, so großflächig verteilt sind, dass es quasi unmöglich beziehungsweise umständlich ist, alle an einem Ort zu versammeln. Also feierte ich einfach mehrfach. Das hat sich gut angefühlt. Und so groß feiert man ja nicht jedes Jahr.
  4. Ausgedehnte Zugreisen 🚞
    Bekanntermaßen verreise ich am liebsten mit dem Zug. Will man damit von Berlin in die Schweiz, entstehen dabei rasch mehrstündige Zugreisen. Das genieße ich total, weil ich so schon während der Anreise entspannen kann, während die Landschaft wortwörtlich an mir vorbeizieht. Zugegeben: Das funktioniert mit einer Direktverbindung ohne Umstiege in einem Fernverkehrszug am besten.
  5. Berge 🏔️
    Auch kein Geheimnis: Die Berge sind “meine Welt”. Entsprechend aufgeblüht bin ich auch, als wir durch die Schweizer Berge gewandert sind. Wahrscheinlich würde ich die Berge auch ganz ohne Wandern genießen können. Denn allein ihr Anblick versetzt mich stets in Ekstase!
  6. Schwimmen in der Natur 🏊‍♂️
    Dazu boten sich heuer im Sommer zahlreiche Möglichkeiten: Ob im Bergsee, dem Zürcher See, dem Flussbad der Limmat oder der Talsperre in meiner Erstheimat – mein Schwimmbilanz kann sich heuer sehen lassen.
  7. Wohnen wie die Reichen ✨
    Wahrscheinlich wohnen die Reichen noch viel luxuriöser, aber für mich hat es sich bereits so angefühlt: In Zürich auf dem Hausberg, entlegen von Straßenverkehr, mit eigenem Bahnhof, eigener Sauna und Blick über die Stadt. Was will man mehr?
  8. Schlemmen in Häppchen 🍱
    Na, eine Sache gäbe es da vielleicht doch noch: Schlemmen. Weil es im Sommer aber heiß ist und man ohnehin nicht so viel Appetit hat, macht man das eben in kleinen Portiönchen – beispielsweise in Form von Luxembürgerli und Pralinen.
  9. Zirkus ohne Tierleid 🎪
    Zum Geburtstag bekam ich unter anderem Karten für den Cirque du Soleil geschenkt. Während ich großer Fan von Akrobatik jeglicher Art bin, mag ich vermeintliche Kunststücke mit Tieren überhaupt nicht. Denn wenn man ehrlich mit sich selbst ist, handelt es sich dabei nicht um Kunst, sondern Tierquälerei. Wie gut, dass der Cirque du Soleil komplett ohne Tiere auskommt und sich auf den akrobatischen Teil beschränkt.* So konnte man die Show genießen und was soll ich sagen: Das war wirklich magisch!
  10. Escape Room 🗝️
    Ebenfalls zum Geburtstag bekam ich einen Abend im Escape-Room geschenkt. Toll, wie viel Mühe und Detail in solch ein Rätsellabyrinth gesteckt wird. Wir sind entkommen und haben uns dabei offenbar gar nicht mal so schlecht angestellt.
  11. Musical 🎭
    Hier könnte eigentlich auch eine Oper stehen, denn wir waren in St. Gallen zur Premiere von Aida, was ebenfalls ein spektakuläres Erlebnis war. Emotional mitgenommen hat mich das Musical Wir sind am Leben jedoch wesentlich mehr. Außerdem habe ich seitdem ganz viele Ohrwürmer daraus, die mich jederzeit mit Energie aufladen. Das gilt freilich nicht für jedes Musical, aber dieses würde ich als das beste, das ich bisher gesehen habe, bezeichnen. Und generell finde ich an dieser Form des Musiktheaters toll, dass es Geschichte mit Schauspiel, Tanz sowie Musik verbindet und damit rasant verdichtet Gefühle übermittelt. Bei Aida habe ich hingegen gelernt, was Seifenopern mit Opern gemeinsam haben: Das lange Ziehen von Gefühlen. Und eigentlich auch allen anderen Sätzen. Noch nie habe ich erlebt, dass es für einen Zweizeiler eine Minute braucht. Ach, und heiß und stickig war es in der Oper auch. Gründe genug also, warum das Musical die größere Freude war.
  12. Hochzeit 💍
    In Tel Aviv waren wir zur Hochzeit meiner Quasi-Schwärgerin geladen. Obwohl ich nach wie vor Vorbehalte gegenüber Ehe hege, empfand ich es als sehr freudige Veranstaltung in sonst eher düsteren Zeiten.
  13. Sonnenuntergang im Meer 🌊
    Ebenfalls in Tel Aviv kam ich dann doch auch in den Genuss von Meer. Genauergesagt: Weil es tagsüber oft nicht auszuhalten war, bin ich gern abends noch mal ins Wasser, habe meine Bahnen gezogen und schließlich noch den Sonnenuntergang bewundert. Aber die Wellen allein faszinieren mich auch unabhängig von der Tageszeit.
  14. Bahai-Gärten ⛲️
    Schon lang wollte ich einmal die Bahai-Gärten in Haifa bewundern. Zwei Mal war ich schon da – jeweils ausgerechnet an einem Tag, an dem sie geschlossen haben. Anlässlich meines Geburtstags hat mich mein Partner damit überrascht. Prinzipiell stehe ich Religion zwar kritisch gegenüber, allerdings empfinde ich das Bahaitum bisher als die liberalste und humanistische Religion, die mir untergekommen ist. Und ihre Gärten sind wirklich fantastisch!
  15. DIY-Kunst im Museum 🏛️
    Erfahrungsgemäß brauche ich ewig in Museen, um mir alles genau anzuschauen. In Kunstmuseen gern noch einmal mehr. Einen neuen Twist bekommt es aber, wenn man stattdessen einfach eingeladen wird, selbst Kunst zu betreiben. Spoiler: Auch damit kann ich Stunden verbringen und habe sehr viel Freude dabei!
  16. SUP 🏄‍♂️
    Außerdem kamen wir in den Genuss, Stand-up-Paddling auszuprobieren. Für die sonst so faszinierenden Wellen hat mein Gleichgewichtssinn dann doch nicht so recht genügt, aber ich empfand es insgesamt als sehr angenehmes Ganzkörper-Workout.
  17. Paddle 🎾
    Klingt erstmal feucht, ist aber wohl ein neuer Trendsport, der mir von Freunden in Leipzig nähergebracht wurde. Feucht kann es trotzdem werden, wenn man ins Schwitzen kommt. In jedem Fall ein spaßiger Sport!
  18. Fermentation 🥒
    OK, letztes Event im Rahmen meines Geburtstags, versprochen! (– zumindest für dieses Jahr) Von lieben Freundinnen habe ich einen Fermentationsworkshop geschenkt bekommen. Tolle Idee, auf die ich sonst wahrscheinlich nie selbst gekommen wäre. An einem Nachmittag lernten wir also anhand von fermentierten Gurken und Kimchi, wie das Grundprinzip funktioniert. Seitdem sind wir angefixt, noch mehr zu fermentieren. Einzig die Platzfrage ob der ganzen Gläser ist noch ungeklärt.
  19. Sonnenfinsternis 🌞
    An diesem Großereignis kam wohl niemand vorbei. Es lohnt sich auf jeden Fall, schon mal Schutzbrillen für das kommende Jahr zu besorgen, denn dann gibt es noch einmal eine Chance auf eine partielle Sonnenfinsternis. Andernfalls riskiert man, dass die Stimmung – wie bei uns – kurzfristig im Keller ist, weil es NIRGENDS mehr Schutzbrillen gibt. Zum Glück gibt es nette Menschen, die ihre Brillen teilen. So war die Stimmung direkt wieder ausgelassen.
  20. Speiseeis 🍨
    Selbstredend darf dieser Punkt auf der Liste der analogen Freuden für den Sommer nicht fehlen!

Welchen analogen Freuden hast du im Sommer gefrönt? Teile sie gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

*In meinen Augen sollte das eine Auflage für alle Zirkusse sein, zumal ich Tiernummern wirklich keinerlei Unterhaltungswert abgewinnen kann.

Handverlesen in 2025

Da 2025 nun endgültig vorüber ist, wird es Zeit für meinen persönlichen Jahresrückblick. Und los geht’s!

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Wo stehe ich? – Tertial 2025.II

Der Sommer ist vorüber (zumindest der meteorologische) und damit auch schon das zweite Tertial des Jahres. Also ist die Zeit ran für einen kleinen Zwischenstand: Wie steht es um meine Jahresziele?

Jahresmotto

Mit meinem Jahresmotto Ein Leben in Hülle und Fülle läuft es meines Erachtens sehr gut. Rückblickend stelle ich eine hohe Erlebnisdichte und ein erfülltes Lebensgefühl fest. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, recht genügsam zu leben.

Nix Neues

In den letzten vier Monaten habe ich tatsächlich nichts Neues gekauft. Es gab zwar hier und da ein impulsives Verlangen, aber ich habe mich bewusst zurückgehalten und etwaige Wünsche einfach auf eine Liste gesetzt. Meiner Erfahrung nach dümpeln solche Wunschzettel bei mir oft Jahre vor sich hin, weil ich, sobald ich dem spontanen Impuls widerstanden habe, Gründe finde, warum ich dieses oder jenes auf gar keinen Fall erwerben sollte.

In Hinblick auf meine Kleidung habe ich auch nichts Neues erworben. Zur Schuleinführung meines Patenkindes habe ich mir meinen Leinenanzug inklusive Hemd per Post schicken lassen, weil ich Dummbeutel vergessen hatte, ihn bei Abreise mitzunehmen. Da die Zustellung leider nicht geklappt hat, nahm ich dankbar das Angebot meines Papas an, eins seiner Hemden zu tragen. Hat gepasst und sah sogar schick aus. 🙃

Es gäbe sogar einige Kleidungsstücke, bei denen eine Neuanschaffung sinnvoll wäre, weil sie abgetragen sind. Das fällt mir insbesondere bei Socken auf. Bei allem anderen schätze ich, dass mein Partner das Nähen für sich entdeckt hat und damit kreativ wird. Ganz im Sinne des Jahresmottos hoffe ich darauf, Neuanschaffungen zumindest bis ins nächste Jahr verzögern zu können, und Kleidung erstmal “aufzutragen”. Meiner Beobachtung nach ist es in Zeiten allgegenwärtiger Verfügbarkeit und schneller Lieferung oft eine Frage, ob wir es aushalten, unserem initialen Impuls zu widerstehen. Mit meinem Motto gelingt mir das ganz gut. Spoiler: Bisher musste ich noch nicht nackt rumlaufen und sah scheinbar auch ansehnlich genug aus.

Aufbrauchen

Das läuft noch und ist ein fortwährender Prozess. Da mein Partner recht viel Honig konsumiert und ich bei jedem Glas denke, dass man es gut zum Süßen eines Tees nutzen könnte, indem man das Glas mit dem heißen Tee ausspült, hatten wir eines Tages ein recht stattliches Sammelsurium an Honiggläsern – bis die Wespen kamen. Als sich wegen des Honigduftes mehrmals täglich Wespen in unsere Küche verirrten, beschloss ich, dem ein Ende zu setzen und die Gläser zu entsorgen. Wenn man etwas partout nicht nutzt (beispielsweise trinke ich Tee prinzipiell nicht gesüßt), empfinde ich es auch in Ordnung, sich davon zu befreien.

Abgetaut wird dann wohl doch erst nächsten Winter. 🙈

Auswärtsessen beschränken

Hier verhält es sich fluide. Für mich habe ich erkannt, dass ich besser daran tue, das Auswärtsessen zu genießen, wenn ich es tue, anstatt mich dafür selbst zu verurteilen. Und das tue ich jetzt auch.

Reisen reduzieren

Bis Juli habe ich meine Reisen weitestgehend – wie es möglich war – reduziert. Seitdem sind einige Reisepläne hinzugekommen. Die Reduktion von Reisen werde ich deshalb als Vorhaben aufweichen. Große, teure Reisen wie in meinem Idealjahr angedacht, werde ich heuer zwar beschränken. Aber dem stehen zwei wesentliche Punkte gegenüber:

  1. Die bevorstehenden Reisen sind größtenteils beruflicher Natur oder, um Herzensmenschen zu besuchen. (Tatsächlich sind es so viele, dass ich noch gar nicht weiß, wie ich sie alle unterbekommen soll, aber das ist wohl ein Luxusproblem.) Da die einzige Möglichkeit, diese Menschen zu sehen, darin besteht, zu ihnen zu reisen, möchte ich mich dem nicht versperren.
  2. Durch eine abwechslungsreiche Umgebung ist meine Erlebnisdichte höher, weshalb ich sowohl die gegenwärtige erlebte Zeit als intensiver wahrnehme, als auch im Rückblick bei Erinnerungen. Auch dem möchte ich mich nicht verwehren.

Für mein ideales Jahr heißt das hingegen, dass es noch ein Stück weit utopischer geworden ist. So viel vor, so wenig Zeit! 😨

Aktivität statt Konsum

Rückblickend bin ich mit meinen Aktivitäten zufrieden. Generell habe ich den Eindruck, dass ich gelassener geworden bin, und einfacher hinnehmen kann, wenn etwas nicht mehr in einen Tag passt. Und gefühlt ist in der Retrospektive unheimlich viel passiert:

  • Ich nahm eine Retrospektive zu den Filmen Wes Andersons wahr und schaute so (mit Ausnahme eines Films) sein Komplettwerk. Das war grandios!
  • Endlich war ich mal wieder mit meinen Inline-Skates unterwegs.
  • Mit einer Freundin habe ich ein neues Sprachtandem gestartet, dem hoffentlich noch viele weitere Termine folgen werden.
  • In meiner Heimat war ich bei der Kulturnacht sowie zum 700-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung und in Folge dessen bei ein paar Konzerten.
  • Es gab trotz der Sommermonate ein paar Brettspieltage und -abende.
  • Die Sommermonate über habe ich einige eingeschlafene Beziehungen reaktiviert und war sehr froh darüber.
  • Den Sommer über habe ich Spaziergänge für mich entdeckt. #AWalkADayKeepsTheDoctorAway
  • Im Rahmen der Arbeit habe ich sehr viele schöne Abendstunden mit Kolleg*innen verlebt.
  • Nach 17 Jahren war ich mit Freunden zum ersten Mal wieder in Paris und habe jetzt noch mehr Dinge dort, die ich mir genauer anschauen möchte, als vor der Reise.
  • Dabei habe ich sowohl das Konzept von Gesangscafés …
  • … als vom Flussbaden für mich entdeckt.
  • Insgesamt war ich diesen Sommer drei Mal baden/schwimmen (2x Fluss, 1x See). Eine deutliche Steigerung für meine Verhältnisse.
  • Dieses Jahr war ich mal wieder beim CSD in Berlin und konnte es – dank exzellenter Vorbereitung – sogar richtig genießen, obwohl so viele Menschenmassen da waren.
  • Entgegen meines Habitus’, alles im Voraus zu planen, habe ich mich für mehr Spontaneität geöffnet.
  • Dabei habe ich erstaunlich viele Menschen kennengelernt.

All diesen Aktivitäten zum Trotz ist mir auch aufgefallen, dass ich öfter als mir lieb ist, mehr Zeit online verbringe, als ich möchte. Deshalb probiere ich im letzten Tertial dieses Jahres einmal, meinen digitalen Konsum im Internet auf eine gebündelte Stunde pro Woche zu beschränken.

Ziele

Meine Ziele habe ich im zweiten Tertial leider etwas deutlich aus den Augen verloren, wie sich in den einzelnen Bereichen zeigt.

Gesundheit

Zu meiner großen Freude kann ich sagen, dass sich meine Gesundheit blendend entwickelt hat – so zumindest mein Gefühl, denn im gesamten zweiten Tertiär hatte ich keine Gastritis. Was die Metriken anbelangt, hat es jedoch in einigen Bereichen gehakt.

Schlaf

Auf durchschnittlich zwischen sechs und siebeneinhalb Stunden Schlaf kam ich im zweiten Tertial überhaupt nicht. Im Mai klappte das noch einigermaßen (∅ 6h 10min), ab Juni habe ich es jedoch nicht mehr über sechs Stunden geschafft: ∅ 5h 31min, ∅ 5h 34, ∅ 5h 53min im August – in Summe also mit durchschnittlich ∅ 5h 47min zu wenig.

Im Gegensatz zum ersten Tertiär sind mir ein paar Unterschiede aufgefallen:

  1. Oft schaffe ich es nicht zeitig genug ins Bett.
  2. Aufgrund der früh aufgehenden Sonne im Sommer wache ich oft früher auf, als ich eigentlich möchte.
  3. Nicht nur in arbeitsreichen Zeiten schlafe ich zu wenig, sondern oft auch, weil ich mich nicht aus den Weiten des Internets lösen kann.

Insbesondere der letzte Punkt ist essentiell für meine Schlafhygiene und meines Erachtens mein größter Hebel, auf den ich mich im letzten Tertiär für meinen Schlaf konzentrieren werde.

Außerdem habe ich mich an einem Experiment versucht: Konkret wollte ich meinen Tagesrhythmus so anpassen, dass die Zeitumstellung und Schwankungen bei der Sonnenauf- beziehungsweise -untergangszeit mich nicht komplett aus der Bahn werfen. Damit bin ich kläglich gescheitert. Denn noch eine Erkenntnis hatte ich: Ich gehöre zum Chronotyp Eule und sollte das akzeptieren, statt vergeblich dagegen anzuarbeiten.

Sozialleben

Kein anderes Teilziel erreiche ich so leicht wie dieses. Im gesamten Jahr habe ich es jede Woche erreicht. Kein Grund zur Sorge also.

Sport

Hiermit bin ich nicht zufrieden. Mit durchschnittlich 2,18 Sporteinheiten je Woche im zweiten Tertiär liege ich weit unter meinem Ziel. Meine Erkenntnisse:

  1. Im Sommer fällt es mir früh leichter, Sport zu machen, als abends nach der Arbeit, was unter anderem auch an der Hitze liegt.
  2. Damit es früh gelingt, muss ich jedoch am Abend zuvor zeitig genug ins Bett gehen. Kein leichtes Unterfangen, vor allem nicht, wenn es bis so spät abends hell ist.
  3. Insgesamt haben es mir Erwerbsarbeit und Pendeln erschwert, meine sportlichen Vorhaben einzuhalten. Mangels bevorstehendem Wettkampf gab es in dieser Hinsicht leider auch kein motivierendes Ziel.

Mit meiner Chronotypenepiphanie lautet die entsprechende Schlussfolgerung nun eigentlich, prinzipiell eher abends Sport zu machen, auch wenn es mehr Überwindung kostet. Im Winter dürfte das jedoch reichlich unangenehm werden, weil es schon so zeitig dunkel wird. Eine richtige Lösung habe ich noch nicht, außer die Erkenntnis, dass ich immer dann Sport machen sollte, wann es mir möglich erscheint. Dass mir der berühmt-berüchtigte innere Schweinehund einmal solche Schwierigkeiten bereiten würde, hätte ich selbst nie erwartet.

Prinzipiell fällt mir Sport leichter, wenn er mir Freude bereitet. Diese Freude empfinde ich jedoch im Voraus selten bei stumpfen Kraftsportübungen (Im Nachhinein sieht das anders aus!), sondern bei der Aussicht auf Laufsport, Schwimmen, Paddeln, Wandern und Skaten. Den Laufsport habe ich auf Empfehlung meiner Dermatologin stark zurückgefahren. Aber im Übrigen greife ich besser auf die Sportarten zurück, die mir Freude bereiten, um ISH zu überwinden.

Ernährung

Nach wie vor benötige ich meinen Go-to-Speiseplan für Gastritis-freie Zeiten. Zwar hatte ich zwei inspirierende Bücher über Meal-Prepping über Monate aus der Bibliothek ausgeliehen, aber daraus folge leider nichts. Teil des Problem bestand darin, dass ich einen Großteil des Sommer überhaupt nicht zu Hause war und entsprechend in der Kantine, bei meinen Eltern oder auswärts aß.

Erfreulicherweise habe ich bei meinen Eltern vergleichsweise viel gebacken. In diesem Zuge ist mir auch bewusst geworden, dass ich damit im Grunde auch jeden Tag den ganzen Tag verbringen kann. #hausmann

Ruhe

Dieser Aspekt lief nicht gut und bedarf dringend für den Rest des Jahres mehr Aufmerksamkeit. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. 🙈

Karriere

In meiner Freiberuflichkeit komme ich finanziell aktuell zurecht. Natürlich wäre es gut, mehr einzunehmen und mehr Kundschaft zu haben, damit ich mir selbst ein höheres Gehalt auszahlen kann und mehr Geld zur Seite legen kann. Aktuell bin ich jedoch darauf bedacht, mit meinen Einnahmen möglichst lang über die Runden zu kommen.

Die bürokratischen Mühlen haben sich beinahe alle eingelaufen. Manches dauert leider unerhört lang, aber da ich daran ohnehin nichts ändern kann, rege ich mich darüber auch nicht auf. 😌

Weiterhin arbeite ich weiter daran, mehr zahlende Kundschaft zu akquirieren. Die aktuelle wirtschaftliche Lage macht es nicht leichter, aber ich möchte nicht jammern, sondern wirken.

Am wichtigsten ist für mich aber, dass ich bei meinem aktuellen Beruf mehr Spaß denn je habe – trotz einiger durchgearbeiteter Nächte. Und das hat für mich einen ungeheuer hohen Stellenwert. Natürlich muss ich trotzdem auf mich Acht geben, denn durchgemachte Nächte erhöhen kommen stets zu einem hohen Preis. Da hilft auch Chronotyp Eule nichts.

Außerdem ist mir aufgefallen, wie schlecht ich ohne externe Deadline funktioniere. Hier möchte ich dringend mir arbeiten. Es muss doch irgendwie möglich sein, mein Unterbewusstsein auszutricksen, auch wenn ich weiß, dass eine von mir selbst gesetzte Frist keine Konsequenzen hat …

Bildung

Es ist mir sehr unangenehm, aber Stand 31.08.2025 hänge ich noch immer beim selben Buch wie vor vier Monaten. Dabei ist es gar nicht mal so übel und auch nicht so lang! Doch oft, wenn ich unterwegs bin, lese ich stattdessen online oder mache Sprachübungen. Allerdings bin ich in den Endzügen, versprochen!

Um mein Bildungsziel von zwölf fertig gelesenen Büchern zu erreichen, möchte ich hier in den verbleibenden Monaten etwas Fahrt aufnehmen. Jeden Monat zwei Bücher sollten es schon werden. Eigentlich klingt es gar nicht so viel. Notiz an mich selbst: Halte dich strikt an den Leseplan!

Langfristig würde ich jedes Jahr gern einen deutsch- und einen englischsprachigen Klassiker lesen. Da ich Mathe-Leistungskurs belegte, verspüre ich hier einige Defizite. Tatsächlich habe ich auch noch einige zu Hause liegen. An Lesestoff mangelt es also nicht. Damit wird mein Buchembargo wohl noch eine Weile bestehen bleiben. (Neue Bücher kommen dennoch regelmäßig ins Haus, weil mir Menschen weiterhin Bücher schenken – oft sogar unerwartet. 😋

Und wo wir schon beim Thema Defizite sind: Auf die Frage meines Partners, was ich heute studieren würde, wenn Geld und sozialer Erwartungsdruck keine Rolle spielen würden, wusste ich erstmal gar nichts zu sagen. Denn das, was ich unbedingt studieren wollte, habe ich ja schon: Film im Allgemeinen und Drehbuch im Speziellen per Weiterbildung.

Doch dann fiel mir wie Schuppen von den Augen, dass ich gern über mehr musikalische Bildung verfügen würde. Das blieb während meiner Jugendzeit leider liegen. Damals habe ich ja schon allerhand gemacht, aber für mehr Musikstunden war nie Raum, obwohl ich bei meinen Eltern gelegentlich autodidaktisch am Harmonium spiele. Das würde ich im kommenden Jahr gern ändern. Dieses Jahr harmoniert es leider so überhaupt nicht mit meinem Jahresmotto, denn im Grunde brauche ich ein Instrument zum Üben zu Hause. Da passt die Neuanschaffung eines E-Pianos oder einer Orgel nicht so wirklich. 😇

Das wiederum hat mir vor Augen geführt, dass es so viele Dinge gibt, die ich gern noch lernen würde: Stricken, Töpfern an der Scheibe, Einrad fahren, Jonglage, Kräuterkunde, diverse Sprachen, … – um nur ein paar zu nennen. So viel zu lernen, doch so wenig Zeit! In meiner Umgebung beobachte ich oft, wie Menschen ihre Wünsche in die Zukunft verschieben, wieder und wieder. Das finde ich schade. Denn wer weiß schon, ob man in der Zukunft noch dazu kommt?

Deshalb schaffe ich mir lieber im Hier und Jetzt Raum dafür. Im Speziellen habe ich mir für die nächsten Monate Stricken rausgesucht. Das passt einerseits zur Jahreszeit Herbst. Andererseits habe ich vor Jahren schon ein Buch und Zubehör dazu geschenkt bekommen, weshalb sich der Materialaufwand erstmal in Grenzen hält.

Ausblick auf die nächsten vier Monate

Das letzte Drittel des Jahres verspricht, herausfordernd zu werden: Einige kürzere Reisen stehen ebenso bevor wie Arbeit, Projekte und meine ganz persönlichen Ziele, auf denen ich noch einige Meter schaffen möchte. Und dann steht ja auch schon wieder der Festtagsmonat an. (Ob ich es heuer wohl schaffe, früher mit dem Besorgen von Zutaten und Backen anzufangen? 🤔)

Wie war dein Sommer? Hast du bei deinen Zielen das Gefühl, dich auf einer Zielgerade zu befinden, oder geht es für dich gerade erst los, weil dein Jahr eigentlich im September erst beginnt? Über Einblicke in den Kommentaren freue ich mich!

Alles Liebe
Philipp

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Einst wurde ich von einem ehemaligen Mitbewohner als Hobbyist bezeichnet. Naturgemäß musste ich fragen, was genau damit gemeint wäre. Denn nach meinem Verständnis sind wir alle Hobbyisten – solang wir mindestens ein Hobby ausführen. Er bezog sich aber auf die (für ihn) schier unglaubliche Menge an Hobbys, derer ich nachgehe. Und damit traf er einen wunden Punkt.

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