Analoge Freuden im Frühling

Auch, wenn es sich wetterbedingt noch nicht so anfühlt, ist der Frühling meteorologisch bereits vorüber. Getreu meinem Jahresmotto möchte ich deshalb einen Blick auf die von mir erfahrenen analogen Freuden im Frühling werfen:

  1. Hamburger Dom 🎢
    Wer hier schon länger mitliest, weiß, wie gern ich Achterbahn fahre. Ob in einem Freizeitpark oder auf einem Rummel ist mir dabei egal. Letzteres genoss ich auf dem Hamburger Dom in der Wilden Maus. So viel sei gesagt: Bereits der Anstehweg entpuppte sich als Erlebnis. Außerdem ist es stets eine Freude, wenn man plötzlich unerwartet ein bekanntes Gesicht in der Warteschlange sieht. Kann mal bitte jemand ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür in einer fremden Stadt ist?
  2. Pancake-Frühstück 🥞
    Gelegentlich werde ich gefragt, warum ich mir die Arbeit mache, stundenlang in der Küche zu stehen, um allen Anwesenden Pancakes zum Frühstück zu bereiten. Die Antwort mag etwas vermessen klingen, ist aber ganz einfach: Seitdem ich mich auf die Zubereitung von Pancakes spezialisiert habe, kann ich sie nicht mehr auswärts essen. Habe ich schon häufiger probiert. Endet jedes Mal in einer Enttäuschung. Also mache ich sie lieber selbst nach meinen eigenen Vorstellungen. Dafür ist die Freude dann beim Teilen und Verspeisen umso größer!
  3. Spaziergänge im Kurpark 🌳
    Den Frühling habe ich größtenteils in Lüneburg verbracht. Da mein Hotel direkt am Eingang des Kurparks liegt, war es naheliegend nach langen Tagen im Büro noch einen Spaziergang im Kurpark zu unternehmen. Dabei halfen nicht nur die länger werdenden Tage, sondern auch das jüngst fertig restaurierte Gradierwerk. Jede Stadt sollte eins haben! Denn es fühlt sich nicht nur an, wie ein Spaziergang am Meer, es kühlt auch die Umgebungstemperatur merklich herunter.
  4. Social Deduction/Deception- Spiele 🐺
    In Lüneburg hat sich im Kollegium eine neue Tradition etabliert: Dienstags kommen die Werwölfe nach Lüneburg. Natürlich sind die aus dem Düsterwald gemeint. Obwohl es nicht das beste Social Dedcution/Deception Spiel der Welt ist, macht es nach wie vor Spaß, wenn es gelingt, die Runden kurz zu halten.
  5. Kreuzworträtsel 🧠
    Zugegeben: Die eigentliche Freude stellt sich hier immer dann ein, wenn man ein Wort richtig löst. Für mich bringen Kreuzworträtsel aber auch einen gewissen Nostalgiefaktor mir, weil mein Opa früher jeden Tag über seinen Kreuzworträtselheften grübelte. Das hat sich verfangen. Außerdem ist es eine gute Übung, um den Kopf fit zu halten.
  6. Karaoke 🎤
    Um den Kopf danach wieder freizubekommen, hilft kaum etwas besser als Karaoke. Komplett analog ist es zwar nicht, weil man digitale Technik verwendet. Aber das, woran ich mich erfreue, ist durch und durch analog: Die Freude am Singen.
  7. Stand-up Comedy 😹
    Als wahres Fest der Freude entpuppte sich auch das Finale der Berlin NewStand Up Awards. Selten habe ich an einem Abend so viel gelacht. Generell sollten wir mehr lachen, denn lachen ist gesund und gut fürs Gemüt. Also: Schaut euch mehr Comedy an!
  8. Theater 🎭
    Kulturell geht es direkt weiter, weil ich auch noch seit Langem mal wieder bei einer Theateraufführung war. Was mich daran jedes Mal wieder begeistert, ist die Haptik und multisensorische Erfahrung im Theater, die bei bildschirmbasiertem Drama stets vorenthalten bleibt. Ein Genuss!
  9. Feierabendbier im Park oder Biergarten 🍻
    Ebenfalls ein Genuss waren die zahlreichen Feierabendbiere (selbstredend alkoholfrei) – entweder im Park oder im Biergarten. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen, außer: Ein Prosit auf die Gemütlichkeit!
  10. Picknick 🧺
    In eine ähnliche Kerbe schlägt das erste Picknick des Jahres. An Shavuot luden Freunde zum Picknick in den Park ein. Shavuot ist ein jüdischer Feiertag, der mit Pfingsten vergleichbar ist und auch oft in einen ähnlichen Zeitraum fällt. Bevor er für religiöse Feiertage zweckentfremdet wurde, markierte er einst den Beginn der Erntesaison. Das empfinde ich doch als guten Anlass für einen Feiertag! Zwischenzeitlich wurde er im Übrigen auch von der israelischen Molkereiindustrie für sich entdeckt. Seit Jahrzehnten ist es deshalb üblich, dass jedes Gericht prominent auf Milchprodukten basiert.
  11. Das Goldene Ticket 🎟️
    Wer nun an einen britischen Kinderroman oder die darin beschriebene Schokoladenfabrik denkt, dem sei gesagt: Tatsächlich habe ich mich gefreut wie ein Kind, als ich überraschend das ein goldenes Ticket entdeckt hatte. Das war für mich bereits ein Hauptgewinn! Da wusste ich jedoch noch nicht, dass es mich für einen Wettbewerb qualifizieren würde. Was soll ich sagen: Auch den habe ich gewonnen. Das hat wirklich Spaß gemacht – auch abseits vom Gewinn!
  12. Frühlingsgefühle 🐣
    Wenn man draußen Entenkücken in Reih und Glied hintereinander herschwimmen sieht, Stadt und Land von Vogelgezwitscher erfüllt ist und sich die Eichhörnchen die Bäume hoch- und runterjagen, weiß man: Der Frühling ist da und mit ihm die Frühlingsgefühle. Wir Menschen sind zwar nicht darauf angewiesen, sich auf die Brutsaison zu beschränken, aber im Frühling werden auch bei uns neue Energien frei. Wenn da mal nicht gute Stimmung garantiert ist?
  13. Erstes Gewitter des Jahres ⛈️
    Zwar ist mir bewusst, dass einige Menschen diese Freude nicht teilen, aber ich persönlich empfinde es jedes Jahr als Höhepunkt des Frühlings, wenn ich das erste entfernte Donnergrollen vernehme. Beim ersten Blitz frage ich mich oft noch, ob ich ihn mir nur eingebildet habe. Doch schließlich kommt die große Gewissheit: Das erste Gewitter des Jahres rollt gerade über mich hinweg. Was genieße ich es, mir dieses Naturspektakel aus sicherer Entfernung anzusehen!
  14. Lüne-Pride 🏳️‍🌈
    Endlich wurde die Lüne-Pride auf Samstag gelegt, sodass ich auch einmal daran teilnehmen konnte. Für solch eine verhältnismäßig kleine Stadt finde ich erstaunlich, wie viele Menschen am Protestmarsch für Vielfalt und Solidarität teilnehmen. Und das ist doch wahrlich eine Freude!
  15. Frühlingswanderung 🪶
    Den Abschluss meiner Liste analoger Freuden im Frühling macht die Frühlingswanderung, die ich am 31.05. mit Frau Dingdong in Billwerder unternommen habe. Nachdem ich dieses Jahr weder an Ostern, noch am regionalen Wandertag in der Heimat teilnehmen konnte, freute ich mich darüber ganz besonders! Höhepunkt der Tour waren trotz der hohen Flughöhe allerdings nicht die per Seilwinde und Thermik in den Himmel gezogenen Segelflugzeuge, sondern ein Fasan, der sich uns in der Flucht offenbarte.

Das waren meine analogen Freuden im Frühling 2026. Welche hast du selbst erlebt und genossen? Teile sie gern in den Kommentaren als Inspiration!

Alles Liebe
Philipp

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Ja, ich weiß, es gab erst eine ausgedehnte Blog-Pause, aber ich brauche dringend Urlaub, muss ohnehin noch Urlaub “aufbrauchen” und dieses Mal wird es auch definitiv nicht so lang; versprochen. Nur zwei Wochen.

Und tatsächlich begebe ich mich auch auf Reise, jedoch nicht nur zu Fluss und zu Fuß wie der Titel vermuten lässt, auch wenn dies das Hauptthema dieser Reise wird. Los geht es mit dem Zug von Berlin nach Prag. Von dort steige ich mit dem Kajak in die Moldau ein. Flussabwärts werde ich dann nach Dresden Paddeln. Das dürften etwas mehr als 210km sein. Eine einwöchige Kajaktour stand ja schon länger auf meinem Zielliste. Jetzt ist es also an der Zeit, dieses anzugehen. Binnen einer Woche möchte ich in Elbflorenz ankommen, von wo aus ich mit dem Zug nach Leipzig weiterfahren werde. Dort treffe ich schließlich Freunde, um gemeinsam mit einem Auto in ein gemeinsames Stückchen Zweitheimat zu reisen: Osttirol! Allerdings waren wir dort noch nie gemeinsam, ich schon seit sechs Jahren nicht mehr (viel zu lang!) und auch noch nie außerhalb des Sommers. Entsprechend gespannt bin ich, diese Herzensgegend nun im Kleid einer anderen Jahreszeit zu entdecken.

Gepäckmäßig geht es dieses Mal nicht ganz so minimalistisch zu, immerhin packe ich für zwei komplett unterschiedliche Aktivitäten und habe ein Kajak im Schlepptau. Auch wenn es so wirkt, als würde ich einen Kühlschrank mit mir herumschleppen, habe ich probiert, meine Gepäckstücke auf ein Minimum zu reduzieren. Gerade weil man beim Paddeln bereits einen gewissen Grundstock an Dingen mit sich führt, halte ich es für umso wichtiger, den Fußabdruck der übrigen Sachen so gering wie möglich zu halten.

Wenn ich zurück bin, wird es nicht nur zwei neue Reiseberichte, sondern auch eine Packliste geben für alle, die auch mal solche eine Tour unternehmen möchten. Je nach Reiseplan und -zeit packt man schließlich anders. Persönlich finde ich solche Packlisten immer recht hilfreich und inspirierend. Und Berichte von Reisen hat es hier – auch pandemiebedingt – schon viel zu lang nicht mehr gegeben, obwohl ich ja doch die eine oder andere unternommen habe.

Ahoi,
Philipp

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