Der 25h-Tag

Wer kennt das nicht? Früh schnell eine sorgfältig ausgearbeitete To-Do-Liste erstellt, eifrig und fokussiert versucht, sie abzuarbeiten und ehe man sich versieht, ist der Tag um. Dagegen gibt es Abhilfe: Mit diesem einfachen Experiment.

Darauf gekommen bin ich, weil ich selbst beinahe jeden Tag feststellte, dass ich mir mal wieder mehr vorgenommen hatte, als ich letztlich schaffte. Sollte das etwa wirklich mit meiner mangelnden Effizienz zusammenhängen?

Wohl kaum! Woran konnte es also noch liegen? Meine Tage schienen schlichtweg zu kurz! Wie praktisch es doch wäre, wenn der Tag nur eine Stunde länger wäre, dachte ich.

Dabei dürfte uns allen bewusst sein, dass

a) alle Menschen 24h am Tag zur Verügung haben

b) wir diese Tatsache nicht ändern können

und c) jeder von uns folglich gar nicht anders kann, als mit den vorhandenen Ressourcen von 24h/Tag zurechtzukommen.

In Wirklichkeit ist es so doch so: Selbst wenn wir mehr Zeit am Tag zur Verfügung hätten, würden wir auch diese restlos mit Tätigkeiten füllen. So kam ich auf die Idee, eine Liste zu machen, wie viel Zeit ich am Tag womit verbringen möchte. Eine Abgleich mit der Realität sollte dann die erwünschte Einsicht bringen.

Hier also meine Aufstellung:

 

Was mir aufgefallen ist:

  • Ich habe noch keine Zeit dafür eingeplant, Lebensmittel zu beschaffen. Lediglich Zubereitung und Verzehr sind einbezogen.
  • Was?! Nur zwei Stunden am Tag für bezahlte Arbeit? Ja,  wenn es nach meinem Ideal geht, schon.
  • Eigentlich sollte ich noch ein/zwei Stunden Zeit für mich einplanen – nur ich allein, ohne andere Menschen, Verpflichtungen oder Pläne.

Und wenn ich dann den Puffer weglasse, komme ich also auf 25h insgesamt. Nur leider kommt ständig etwas dazwischen, weshalb andere Dinge länger benötigen, als man sich das vorstellt.

Außerdem sind Idealzustand und Realzustand natürlich zwei verschiedene Sachen. Nicht jeder Tag verläuft gleich. An manchen Tagen bin ich fast ausschließlich unterwegs (Reisetage), an anderen gar nicht. Manchmal arbeite ich 14h am Tag, andere halte ich mir frei von Arbeit. Erholung ist schließlich auch wichtig. (Stichwort: Zeit für mich)

Und in der Realität bleiben mir, so oder so, nun mal nur 24h am Tag. Wie packe ich also meine 25h in einen 24h-Tag? Durch drei einfache Prinzipien:

  1. Der Tag ist nach 24h vorbei – egal, ob ich mein Pensum geschafft habe, oder nicht. Dann bleibt nur noch ein „Morgen ist ja auch noch ein Tag“.
  2. Mut zur Lücke – einfach mal etwas weglassen. Natürlich mache ich nicht jeden Tag Sport. Und ich arbeite nicht jeden Tag. Häufig hilft Nichtstun eher, als dass es der Produktivität schadet.
  3. Überschneidungen – man muss nicht immer alles klar trennen und zuordnen. Sport kann man auch mit Menschen gemeinsam machen und dabei an der gemeinsamen Beziehung arbeiten. Je nach Transportmittel kann ich auch unterwegs arbeiten.

Was lerne ich also daraus? 

Auch wenn ich meine Tage gern alle nach meinen Wunschvorstellungen gestalten würde und oft wünschte, dauerproduktiv wäre,  kreuzt oft etwas meine Pläne: Ein Ding, das sich Leben nennt. Und was wäre das für ein ödes Leben, wenn ich 24/7 am Hantieren bin? Es muss nicht immer alles nach Plan verlaufen, damit ich zufrieden bin. Wenn ich das Gefühl habe, zu wenig Zeit zu haben, sollte ich mir mehr freischaufeln – sprich Dinge weglassen.

Generell würde ich sagen, dass der Eindruck, ich habe zu wenig Zeit, eher ein Indikator dafür ist, dass ich zu viel tue. Also lieber einen Gang zurückschalten und Dinge entspannt angehen. Das ist nachhaltiger und gesünder. Einen „Stundenplan“ wie meinen obigen anzulegen, wird nicht das Wunderrezept liefern. Aber es hilft mir auszumachen, was mir im Leben denn wichtig ist. Wenn ich mit anderen Dingen meine Zeit vergeude, bin ich selbst schuld.

Oder wie siehst du das? Hast du dir auch schon einmal einen 25h-Tag gewünscht? Und wie bist du damit umgegangen? Schreib es in die Kommentare. :)

Alles Liebe,

Philipp

2 Kommentare

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  1. Zwei Stunden am Tag arbeiten, das ist aber auch nicht so richtig produktiv, oder? Ich bin eher so 8-10 h arbeiten, aber da sind auch die Kategorien „Herzensangelegenheit“, „Bildung“, „Beziehungen“ (Kollegenfreunde), „Essen“ und manchmal auch „Sport“ (Treppe rauf, Treppe runter) und sogar „Hygiene“ (Händedesinfektion?) mit drin.

    Und manchmal, wenn’s richtig gut kommt, auch noch Kategorie „Schlafen“.

    • Hallo Micha,

      wie gesagt sind ideal und real zwei verschiedene Paar Schuhe und Kategorien können sich hier auch überlagern. Meine Tage sehen da echt unterschiedlich aus. Wenn Herzensangelegenheit und bezahlte Jobs überlagern ist das natürlich super. Die Realität ist bei mir jedoch eine andere. Dieser Blog ist beispielsweise „nur“ Herzensangelegenheit – und das soll auch so bleiben.

      Der ideale Tag zeigt mir, wo ich meine Schwerpunkte setze.

      Lieber Gruß,
      Philipp

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