Meine erste gesunde Gewohnheit für das neue Jahr zu finden, fiel mir sehr leicht. Da es mir – Wer kann einem das bei der Witterung verübeln? – im Winter regelmäßig schwer fällt, vor die Tür zu kommen, wollte ich täglich mindestens 45 Minuten mit Bewegung an der frischen Luft verbringen.
Da Absolutismus selten funktioniert, habe ich mich auch auch hier frei nach Pareto mit 80% der Tage zufrieden gegeben. Das entsprach im Januar 25 Tagen und hat hervorragend geklappt. An exakt 25 Tagen habe ich mich im Januar für mindestens 45 Minuten an der frischen Luft bewegt.
Die Aktivitäten fielen dabei recht unterschiedlich aus: Spaziergänge, Winterwanderungen, Rodeln, Schlittschuhlaufen, Schaufensterbummel, Geocaching, eine (erfolglose) Jagd nach Polarlichtern, der Weg zur Arbeit, die tägliche Verdauungsrunde nach dem Mittagessen oder eben doch einfach nur Erledigungen. In jedem Fall hat es mir sehr gut getan, mich manchmal auch zu zwingen, abends noch einmal rauszugehen. Andernfalls neige ich im Winter oft dazu, den ganzen Tag kaum draußen zu sein: Wie die Mehrheit der Bevölkerung schlafe ich drinnen, speise drinnen, dusche drinnen. Allerdings arbeite ich auch drinnen und bin mit den Öffis auf dem Weg zur Arbeit drinnen, weil Fahrradfahren bei winterlicher Witterung unvernünftig ist. Außerdem habe ich bei grauem Schmuddelwetter kaum Ambitionen, in meiner Freizeit die wohlige Wärme zu verlassen – erst recht nicht, wenn es schon dunkel ist, was im Winter ja durchaus sowohl vor, als auch nach der Arbeit der Fall ist.
Diese Situation schlägt sich nachweislich auf mein Gemüt nieder. Umso mehr habe ich mich heuer über die zahlreichen Schnee-Tage in diesem Winter gefreut. In der Natur ist jede Jahreszeit schön, doch im urbanem Umfeld ertrage ich die dunkelgraue Tristesse kaum. Doch wenn der Boden weiß gepudert ist und jedes Knirschen der Schritte im Schnee mich entzückt, macht sich sogar der Tageslichtentzug weniger bemerkbar.
Nun, da der Januar vorüber ist, stellt sich die Frage, wie ich diese Gewohnheit auch langfristig beibehalten kann, ohne dafür jeden Tag mindestens 45 Minuten freizuhalten. Schließlich möchte ich mich auch noch anderen gesunden Gewohnheiten zuwenden. Hier sind ein paar Ideen:
- Eine Wegstrecke zur Arbeit zu Fuß gehen, anstatt die Öffis zu verwenden – idealerweise morgens. (Das lässt sich natürlich auch auf andere Ziele als den Arbeitsplatz anwenden.)
- Eine Verdauungsrunde in der Mittagspause drehen, um den Kopf freizubekommen und den Körper mit Schwung aus dem Carb-Koma zu holen.
- Erledigungen außer Haus auf die Tage der Woche verteilen, um sich selbst zu zwingen, jeden Tag das Haus zu verlassen, und so das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden.
- Mit Freund*innen auf einen Spaziergang verabreden, anstatt sich in einem Café zu treffen.
- Auf einem Markt im Freien statt im Supermarkt einkaufen gehen.
- Am Wochenende statt ins Kino geocachen, auf eine Stadtführung oder Foto-Safari gehen.
- Vor dem Schlafen die nächtliche Ruhe bei einem Nachtspaziergang genießen, anstatt auf dem Sofa zu versacken.
Die Königsdisziplin besteht dann natürlich noch darin, die Bewegung an der frischen Luft bei Tageslicht durchzuziehen. Aber auch hier gilt: Jeder Schritt fit – auch im Dunkeln!
Wie hältst du es mit der Bewegung an der frischen Luft? Teile gern deine Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren.
Alles Liebe
Philipp
Berlin
Ines
25/02/2026 — 21:13
Das Thema ist durch meinen Hund beantwortet. Ich mache tagsüber mindestens 100.000 Schritte in der Woche mit vielen Etagen – das meiste davon draußen in der hügeligem Fischbeker Heide. Das ist manchmal zu viel und meistens schön.
Marita
25/02/2026 — 21:54
Ich habe das große Glück, dass ich seit ca. einem Jahr zu Fuß zur Arbeit gehen kann. Mit 20 Minuten pro Strecke komme ich also fast auf die von dir anvisierten 45 Minuten. Und ich merke deutlich, wie sehr mich das entspannt – im Gegensatz zu 1 Stunde pendeln pro Tag vorher. Dafür bin ich am Wochenende oft weniger draußen aber wie du schon sagst – Pareto und so.