Diese Frage wird sehr oft unbedacht in den Raum geworfen, wenn jemand den Eindruck gewinnt, ein Mitmensch hätte den Anschluss an gesellschaftliche Konventionen verloren. Dabei ist die Frage eigentlich äußerst profund und gesellschaftlicher Natur.

Challenge status quo

Ich möchte wieder Herr meiner Zeit werden. Deshalb habe ich ein paar Kriterien festgelegt, nach denen ich beurteilen kann, wie ich mich in meiner Challenge schlage.

Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Aber Punkte sind nicht alles! Viel wichtiger ist, was ich dabei lerne und welche Einsichten ich gewinne. Zuletzt hat das vor allem meine täglichen Rhythmen betroffen, wann ich aktiv bin, aber auch wie stark ich im Moment lebe.

Lerche oder Eule?

Chronotypen sind ein Versuch der Kategorisierung im Rahmen von Schlafverhalten und Produktivitätshochs. Nach diesem Modell gibt es Lerchen und Eulen.

Lerchen sind typische Frühaufsteher, die den Morgen rocken, jedoch mit zunehmenden Tagesverlauf nachlassen und schließlich zeitig ins Bett gehen. Eulen sind morgens überhaupt nicht zu gebrauchen und haben ihre Hochs später im Tagesverlauf. Oft starten sie sogar abends noch mal richtig durch. Bisher hatte ich mich immer zu den Eulen gezählt.

Unabhängig von der Ausrichtung verändert sich der Chronotyp allerdings im Laufe eines Lebens. Kleinkinder und ältere Menschen sind typischerweise Lerchen, während Jugendliche eher dazu neigen, Eulen zu sein. Je älter man dann wird, desto mehr wird man dann wieder zur Lerche, beziehungsweise verringert sich die Schlafmenge insegesamt.

Da steht die Frage im Raum, ob es nicht doch auch Mischtypen gibt und ob es sich nicht auch wenig antrainieren kann, denn ich habe in letzter Zeit versucht, konsequent 07:00 auf- und zeitig zu Bett zu gehen und das hat recht gut funktioniert.

Warum im Hier und Jetzt verweilen, wenn doch Vergangenheit und Zukunft so schön sind?

Ein paar liebe Menschen, die ich kenne, sind Paradebeispiele dafür, nicht im Moment zu leben. Beispielsweise plant eine Freundin von mir stets ihre mittelfristige Zukunft und freut sich schon darauf, aber die Gegenwart schätzt sie dann nicht so richtig. Eine andere Freundin wiederum hängt oft der Vergangenheit nach. Immer wieder erlebe ich sie in nostalgischen Momenten. Das geht so weit, dass sie sich oft sogar in die Vergangenheit zurückwünscht, was natürlich nicht umsetzbar ist.

Es bedarf aber gar nicht solcher großen Beispiele. Oft nehmen wir – jeder von uns – den gerade stattfindenden Moment nicht wahr, sondern hängen mit unserem Kopf schon wieder in dem, was als nächstes passieren soll. So planen wir zwar permanent die Zukunft, aber genießen nie die einzig wirklich stattfindende Zeit: Das Hier und Jetzt. Das zeigt sich nicht nur im Pläneschmieden, sondern auch im Multitasking. Ich hasse Multitasking, ertappe mich aber oft genug dabei, es selbst zu versuchen. Dabei ist es bereits von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ich kann nur eine Sache gleichzeitig richtig gut. Warum also nicht einfach mal nur den Moment genießen und sich auf eine Sache konzentrieren?

Oder wir trauern der Vergangenheit nach und beteuern, dass früher alles besser gewesen sei. Das ist natürlich Quatsch. Freilich ist es in Ordnung und sogar nützlich, ab und an in Fotoalben zu blättern und die Vergangenheit zu reflektieren. Darin verlieren sollten wir uns jedoch nicht. Denn es verbessert unsere gegenwärtige Situation um kein Stück.

Wir haben genau einen Moment im Leben, in dem wir es zum Besseren wenden können: Jetzt.

Und in welcher Zeit lebst du so?

Alles Liebe,

Philipp