Wo stehe ich? – Tertial 2026.I

Hat irgendjemand das erste Drittel des Jahres gesehen? Kaum zu glauben, wie schnell es vorbeigerast ist! Deshalb ist es an der Zeit für eine erste Zwischenauswertung: Wie läuft es mit meinem Jahresmotto sowie meinen Zielen für das Jahr?

Jahresmotto

Dieses Jahr möchte ich im Rahmen meines Jahresmottos analoge Freuden in den Mittelpunkt stellen. Im Winter ist mir das tatsächlich hervorragend gelungen, was ich auch bereits hier dokumentiert hatte. Über meine analogen Freuden im Frühling werde ich noch an anderer Stelle berichten.

In jedem Fall bin ich äußerst froh darüber, mir entgegen meiner intuitiven Ambition nicht vorgenommen zu haben, eine bestimmte Anzahl an analogen Freuden zu erfahren. Einerseits würde das meine aktuell verfügbare Freizeit schlichtweg nicht hergeben. Andererseits würde es nur unnötigen Druck erzeugen, der den Genuss schwinden lässt.

Insgesamt bin ich sehr glücklich mit meinem Motto für dieses Jahr! Es fühlt sich passend für mich und entsprechend auch für beziehungsweise gegen unseren Zeitgeist an – je nachdem, wen man fragt.

Ziele

Wie jedes Jahr, habe ich mir auch heuer ein paar Ziele vorgenommen. Mit denen läuft es durchwachsen. Es gibt ein paar Bereiche, die hervorragend klappen. Andere erweisen sich als Nullnummer. Schauen wir uns das einmal im Detail an.

10 gesunde Gewohnheiten etablieren

Dieses Ziel funktioniert bisher hervorragend. In den ersten vier Monaten des Jahres habe ich vier gesunde Gewohnheiten ausprobiert. Nach dem jeweiligen Fokusmonat sind jedoch alle Gewohnheiten etwas eingerissen. Dennoch habe ich den Eindruck, dass sie insgesamt für eine Verbesserung meines Wohlbefindens sorgen.

Die bisherigen gesunden Gewohnheiten können hier nachgelesen werden.

Durchschnittlich mindestens 6,25h Schlaf pro Nacht

Im Mittel habe ich in den ersten vier Monaten von 2026 bereits mehr (6h 14min 45s) als im Durchschnitt des vergangenen Jahres (5h 58min) geschlafen. Einerseits sehe ich dabei noch einiges Ausbaupotential. Andererseits ist mir sehr wohl bewusst, dass ich im Sommer aufgrund der zunehmenden Menge an Tageslichtstunden die Tendenz habe, weniger zu schlafen.

Geholfen hat mir dabei defintiv meine gesunde Gewohnheit Nr. 4: Bis Mitternacht schlafen gehen. Es gibt die weit verbreitete Ansicht, dass Schlaf vor Mitternacht am gesündesten ist. Zumindest kann ich bestätigen, dass ich mich ausgeschlafener fühle. Außerdem ist mir aufgefallen, dass meine Schlafmenge sehr stark davon abhängt, ob ich gerade in einem Auftrag arbeite oder nicht. Ersteres mindert für gewöhnlich meine Schlafmenge.

In jedem Fall möchte ich meiner Schlafgesundheit noch mehr Aufmerksamkeit schenken; nicht nur, weil ich mein Ziel noch nicht erreicht habe, sondern auch, weil ich merke, wie gut mir mehr Schlaf tut.

125 Sporteinheiten bis Ende des Jahres

Dieses Ziel ist definitiv ausbaufähig. Rein rechnerisch hätte ich am Ende des Monats April bei 42 Sporteinheiten liegen sollen. Leider habe ich nur 28 geschafft.

Gründe dafür liegen neben Krankheit vor allem an Arbeit und Disziplin. Meine Arbeitstage sind so intensiv, dass ich abends noch sehr viel Willensstärke benötige, um mich noch einmal aufzuraffen. Spoiler: Die habe ich abends meist nicht mehr. Morgens steht Sport im Konflikt mit meinem Bedürfnis nach Schlaf. Wenn ich nicht im Auftrag arbeite, klappt es mit dem Sport hingegen gut, weil ich mich frei einteilen kann. Also nicht verzagen!

Jetzt brauche ich nur noch einen Kniff, wie ich das auch bei arbeitsintensiven Phasen hinbekomme. Ehrlich gesagt hoffe ich aber auch etwas auf die geweckten Energien in der hellen Jahreshälfte.

5 Bücher fertig lesen

Bücher beendet habe ich erst eins. Allerdings trage ich aktuell ja auch stets meine analoge Tasche mit mir herum. Insofern bleibe ich zuversichtlich.

42 Tandem-Sessions auf Hebräisch

Hiermit läuft es leider gar nicht. Einerseits war ich im ersten Tertial zu wenig zu Hause, um es als Regelmäßigkeit mit meinem Partner zu etablieren. Andererseits hatten wir dann in der wenigen gemeinsamen Zeit das große Bedürfnis nach klarer und tiefer Kommunikation, die bei uns eben auf Englisch stattfindet.

Deshalb ziehe ich aktuell in Erwägung, für die Erreichung des Ziels entweder eine Tandem-Sprachlern-App zu verwenden. Das wäre dann allerdings wieder digital. Alternativ besteht natürlich auch die Möglichkeit, das Ziel abzuändern oder gar zu kippen. Das entscheide ich bis Ende des Sommers, je nachdem, wie es läuft.

Dass ich ein Ziel im Laufe des Jahres komplett aufgebe, wäre früher gar nicht zu denken gewesen. Ein Stück weit bin ich hier jedoch zum Pragmatismus übergegangen: Offensichtlich gibt es Gründe, warum dieses Ziel bisher nicht die nötige Priorität eingeräumt bekommt, um es anzugehen. Meine Vermutung liegt in zu vielen Zielen auf einmal. Denn rein zeittechnisch artet beinahe jedes meiner Vorhaben in ein eigenes Projekt aus. Diese Erkenntnis kann man (also: ich) sich in Zukunft gern wieder in Erinnerung rufen.

125 Praxiseinheiten am Harmonium

Ähnlich wie beim Sport läuft es hier ganz OK. Rechnerisch hätte ich Ende April auch hier bei 42 Einheiten liegen sollen. Geschafft habe ich 24. Da ich wenig Zeit zu Hause war, war dieses Ziel jedoch auch erschwert, weil ich ein Harmonium nicht einfach mal mitnehmen kann. Insofern bleibe ich zuversichtlich. Denn es folgen im Sommer (hoffentlich) ein paar Zeiträume, in denen ich mehr zu Hause sein werde.

5 temporäre Projekte abschließen

Es ist mir etwas unangenehm, aber temporäre Projekte hatte ich im ersten Tertial noch gar nicht abgeschlossen. Mein erstes temporäres Projekt war die Jahresreflexion und das Setup für das neue Jahr. So weit, so gut. Zum Setup gehört für mich aber auch das Aufsetzen meines Journals, was ich tatsächlich erst im Mai begonnen (und direkt mit einer gesunden Gewohnheit verknüpft) habe.

Außerdem habe ich einen Frühjahrsputz begonnen. Dieses Projekt entpuppt sich jedoch als permanent, weil ich erneut erkannt habe, dass ein Frühjahrsputz eigentlich eine Regelmäßigkeit erfordert, die meine Kapazitäten aktuell, solange ich berufsmäßig so viel auf Achse bin, übersteigt.

Deshalb plane ich vor dem Sommer bereits gar kein neues Projekt mehr. Denn nicht zu unterschätzen sind auch die Projekte, die man gar nicht als solche klassifiziert: meine gesunden Gewohnheiten, dieser Blog, die Organisation einer Feierlichkeit, … Alle davon schlucken für gewöhnlich mehr Zeit, als man zunächst erwartet.

Aktuell halte ich das Ziel allerdings noch für möglich.

Das ist also mein Zwischenstand. Wahrscheinlich werde ich den Sommer über ein paar meiner Ziele anpassen. Aber schauen wir, was die nächsten Monate bringen.

Wie läuft es mit deinen Zielen und dem Jahresmotto, falls du hast? Bereust du sie schon oder treiben sie dich an? Und wie gehst du damit um, dass die Zeit quasi immer zu knapp ist? Teile deine Erkenntnisse gern in den Kommentaren.

Alles Liebe
Philipp

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