Mein (fast) ideales Jahr

Sehr oft geht es auf Blogs und anderen digitalen Kanälen um Lifestyle-Design. Auch auf meinem Blog ist es genau genommen sogar ein Kernthema. Denn die Themen Minimalismus, Nachhaltigkeit und Nomadentum teilen zwei Gemeinsamkeiten. Sie eint, dass sie in unserer Gesellschaft anormale Lebensweisen behandeln und sind allesamt Ideale, nach denen man streben kann, wenn man sich fragt: Was macht für mich ein gutes Leben aus?

In diesem Zusammenhang hatte ich bereits darüber geschrieben, wie meine (fast) ideale Woche aussieht. Natürlich unterliegen Ideale stets ein wenig Fluktuation aufgrund der aktuellen Lebensumstände. Ungeachtet dessen, gibt es noch ein anderes Ideal, das ich langfristig anstrebe: Ein Jahr ganz nach meinen Vorstellungen. In diesem Beitrag möchte ich darauf eingehen, was genau diese Vorstellungen sind und wie ich sie – womöglich – umsetzen kann.

Die Wurzel all meinen Übels

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein chronisches Zeiproblem habe. Seltenst schaffe ich alles, was ich gern tun würde, und dabei beziehe ich mich nicht nur auf produktive Leistung, sondern auch alle anderen Bereiche in meinem Leben. In Anbetracht der Endlichkeit meines Lebens stellt mich das vor ein Problem: Irgendwann ist Zapfenstreich.

Nun gib es zwei Perspektiven, mit denen man an diesen Problem herangehen kann:

  1. Offensichtlich muss ich stärker priorisieren, was mir wirklich wichtig ist. Denn meine Zeit ist nun mal endlich.
  2. Wenn ich nicht ausreichend Zeit für die Dinge habe, die mir wichtig sind, muss ich eben weniger Zeit mit anderen Dingen verbringen und so Zeit freisetzen.

In meinen Augen stehen diese beiden Perspektiven nicht im Widerspruch, sondern können beide sinnvolle Lösungsansätze liefern.

Umso wichtiger finde ich es, einerseits meine Lebenszeit nicht mit unnötigen, wertbefreiten Tätigkeiten zu vergeuden – Grüße an (A)Social Media gehen raus! Andererseits möchte ich möglichst viel Zeit mit den Menschen und Aktivitäten verbringen, die meine Lebensfreude steigern. Dem stehen jedoch häufig all die unvermeidbaren Verpflichtungen im Weg: Lebensunterhalt verdienen, Haushalt und zahlreiche von außen auferlegte Zwänge, die oft dazu führen, dass man als erwachsene Person feststellt: Ich brauche mehr Urlaub!

Die schönste Zeit

Als Kind war das nicht so. Deshalb hat man damals stets von Erwachsenen gesagt bekommen, dass man die Zeit genießen solle, denn so schön würde es nie wieder werden. Das mag auf den Aspekt Freizeit auf jeden Fall zutreffen, denn im Vergleich zu Erwachsenen lebt man außerhalb der Schule angenehm verantwortungslos. Damit einher geht jedoch auch eine Schattenseite der Kindheit: Mangelnde Autonomie und Selbstbestimmung. Zu Studienzeiten wird es mit der Selbstbestimmung schon wesentlich besser und man genießt immer noch sehr viel Freizeit – insofern man nicht auf Geld angewiesen ist oder weiß, mit wenig Geld sehr effizient umzugehen.

Doch zurück zur Schule: Selbstverständlich liebäugelte man schon damals damit, einfach immer Ferien zu haben. Aber nach sechs Wochen Sommerferien war auch eine Art von Vorfreude auf all die neuen Dinge, die man lernen durfte (Bin ich womöglich doch ein Nerd?), und die geteilten Erlebnisse der Klassenkamerad*innen – zumindest derer, die man mochte.

Doch zu Schulzeiten gab es ja nicht nur Sommer-, sondern auch noch jede Menge andere Ferien, schulfreie Tage, Projektwochen, Klassenfahrten, Exkursionen und Wandertage. Wenn man das zusammenzählt, kommt man ungefähr auf 13 Wochen.

Mit diesen 13 Wochen kam man super zurecht: Freilich gab es auch mal arbeitslastigere und stressigere Zeiten mit mehr Hausaufgaben, Abgabeterminen, Leistungskontrollen, Präsentationen und Klausuren. Aber nach den Ferien war man stets gut erholt. In meinem Umfeld gab es damals zumindest niemanden, der die Schule mit Burnout-Syndrom verlassen hat. Im beruflichen Kontext sieht das ganz anders aus.

Daher wage ich es, die sich förmlich aufdrängende Frage zu stellen: Was lässt uns glauben, dass Erwachsene weniger Urlaub als Kinder und Jugendliche benötigen?

Wenn ich mich in unserer Welt umschaue, behaupte ich, dass es keinen Grund zu dieser Annahme gibt. Obwohl ich schon jetzt die Aufschreie hören kann, dass das doch überhaupt nicht gut für unsere Wirtschaft sei, möchte ich kurz meine Perspektive auf das Thema in drei Punkten zusammenfassen:

  1. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
  2. Wer entspannter und erholter ist, ist während der Arbeitszeit produktiver und wird auch seltener krank, da chronischer Stress überhaupt nicht gut für unser Immunsystem ist. Freilich ist das kein Freibrief für Arbeitsverhältnisse ohne Krankheitstage, aber sie werden zumindest weniger.
  3. Für alles, was wir in unserem Leben tun möchten, benötigen wir Zeit. Wenn wir mit diesen Vorhaben warten, bis wir in Ruhestand gehen (sofern es diesen in der Zukunft überhaupt noch geben wird), steigt das Risiko, dass wir zu genau diesen Vorhaben nicht mehr in der Lage sein werden.

Abgesehen davon wäre es für ein längeres Berufsleben ein super Deal für beide Seiten, im Gegenzug mehr jährlichen Urlaub anzubieten.

13 Wochen Urlaub

Nun liegt die Frage nahe, was ich überhaupt mit 13 Wochen Urlaub anstellen würde. Für mich persönlich, könnte ich diese Frage sehr einfach beantworten und zwar wie folgt:

(Im Titelbild dieses Beitrags steht übrigens jedes Fragment für einen der nachfolgenden Urlaube. Es darf geraten werden, welcher wofür steht. 😋)

  • 1 Woche Skiurlaub
  • 1 Woche Paddelurlaub
  • 1 Woche Wanderurlaub in den Alpen
  • 1 Woche Tauchurlaub
  • 1 Woche Erholungsurlaub in Italien
  • 1 Woche Familienbesuch in Israel
  • 1 Woche Kultururlaub in Großbritannien
  • 4 Wochen Entdeckungsurlaub an mir noch unbekannten Orten
  • 2 Wochen Feiertage am Ende des Jahres

= 13 Wochen Urlaub

Bevor mir nun an den Kopf geworfen wird, dass ich mit meinen Vorstellungen dem Größenwahn erlegen sei, mag ich es kurz erklären, wieso ich ausgerechnet diese Urlaube anstrebe:

Skiurlaub

Der Winter ist für mich erfahrungsgemäß eine richtig schwierige Zeit, die es gilt, so angenehm wie möglich zu gestalten. (Freilich sollte man sich das für sein Leben insgesamt vornehmen, aber im Winter wird es mir immer besonders deutlich.) Ein sehr gutes Mittel gegen depressive Phasen im Winter besteht für mich aus Bewegung an der frischen Luft. Und da ich in den Bergen gleich immer noch mal auf eine ganz andere Art erhole, bietet sich Skiurlaub natürlich an. Idealer Weise fährt man schon allein deshalb einmal im Jahr, damit man nicht komplett aus der Übung kommt und sich auch tatsächlich verbessern kann. Anstatt mehrfach für zwei Tage zu fahren, bietet es sich an, nur einmal länger am Stück zu verreisen. Und schon ist man bei einer Woche.

Paddelurlaub

Wer mich kennt, weiß, dass ich gern langsam reise, beispielsweise mit dem Kajak. Doch so gern ich auch mit dem Kajak unterwegs bin, gibt es einen Aspekt, der mir richtig auf die Nerven geht: Der Abbau und die Reinigung meines Faltboots nach Nutzung. Der Aufwand dafür ist jedoch derselbe, egal ob ich zwei Stunden, einen Tag oder eine Woche unterwegs bin. Entsprechend dürfte es nicht verwundern, dass ich zu Letzterem tendiere, oder?

Wanderurlaub in den Alpen

Nichts erdet mich derart wie das Wandern in den Alpen – idealerweise bei einer Hüttenwanderung. Ja, die Landschaften sind zauberhaft und man bewegt sich an der frischen Luft. Nichts zu unterschätzen ist aber auch der Aspekt der Transzendenz: In den Bergen spürt man am eigenen Leib, wie klein man in diesem Universum eigentlich ist.

Tauchurlaub

Viele Menschen empfinden das Tauchen mit Flasche als extreme Gefahrensituation. Das kann sie tatsächlich auch werden. Deshalb ist es wichtig, sich an einige Sicherheitsvorkehrungen zu halten, um Risiken zu minimieren. Mit dem nötigen Training, Respekt und einer gesunden Vorsicht kann Tauchen abseits allem Unterwasserspektakels vor allem aber auch eines sein: Meditation pur. Aus Übungsgründen sollte man eigentlich mindestens zwei bis drei Mal im Jahr tauchen gehen. Aus Gründen der Praktikabilität würde es mir schon genüg, wenn ich wenigstens einmal im Jahr Tauchurlaub mit vorangehender Auffrischung machen könnte.

Erholungsurlaub in Italien

Dieser Urlaub ist durch eine sehr gute Freundin inspiriert, die mir einst sagte: Sie braucht nicht viel im Leben, allem voran keine Abenteuerreisen. Aber es gibt zwei Orte, an die sie immer wieder für Urlaube hinfährt, weil sie dort ganz entspannt abschalten und nichts tun kann, außer in den Tag hinein zu leben. Sie sprach von einem Weingut in der Toskana. Als ich selbst in dessen Genuss kommen durfte, verstand ich genau, was sie meinte. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, woher es kommt, aber es gibt ausreichend Aspekte, die mir an der italienischen Kultur gefallen, sodass auch ich alljährlich in Italien abschalten mag.

Familienbesuch in Israel

Dazu brauche ich wahrscheinlich nicht viel zu sagen: Natürlich möchte ich regelmäßig Kontakt zur Quasi-Schwiegerfamilie – auch außerhalb von digitaler Kommunikation. Und ganz nebenbei hilft es, mein Hebräisch regelmäßig etwas zu fordern.

Kultururlaub in Großbritannien

Großbritannien war das erste Land, nach dem ich mich als Jugendlicher sehnte – ohne jemals dort gewesen zu sein. Das hat mich auch über meine Liebe für die englische Sprache hinaus nachhaltig geprägt. Auch wenn ich Großbritannien heute wesentlich weniger romantisiert und dafür umso differenzierter betrachte, übt es nach wie vor eine große Anziehung auf mich aus. Und auch für die Englischkenntnisse ist es hilfreich, regelmäßig mit Mutterspracher*innen zu sprechen.

Entdeckungsurlaub an mir noch unbekannten Orten

Abseits vom Paddelurlaub bestanden bisher alle voran genannten Urlaube aus Reisen an mir bekannte Orte. Allerdings möchte ich ja auch neue Orte entdecken. Da ich bevorzugt auf dem Landwege reise, braucht solch ein Entdeckungsurlaub Zeit. Vier Wochen beziehungsweise ein Monat haben sich in der Vergangenheit als idealer Reisedauer für mir bis dato unbekannte Orte erwiesen. Das gilt für Reisen mit Interrail gleichermaßen für Fernreisen auf andere Kontinente  – immerhin soll sich die lange Anreise schon lohnen.

Feiertage am Ende des Jahres

Und schon sind wir wieder in der schwierigen Zeit des Winters. Zugegeben: Die Feiertagssaison ist der angenehmere Teil des Winters. An den kürzesten Tagen des Jahres finde ich es überhaupt nicht verwerflich, insgesamt etwas kürzer zu treten. Wann sonst erhält man die Möglichkeit, so viel Zeit mit den Liebsten zu verbringen?

Es geht noch weiter…

Spätestens hier dürften alle denken, ich hätte komplett den Verstand verloren: Nach 13 Wochen Urlaub noch weitere Wunschvorstellungen? Wie vermessen kann ein Mensch sein? Entgegen der preußisch-protestantischen Arbeitsmoral und Bescheidenheit, die in mir angelegt wurden und von denen ich mich immer wieder freisprechen muss, halte ich nicht hinterm Baum!

Bisher habe ich nur über Urlaub gesprochen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich dabei aber zwei Punkte komplett außen vor gelassen:

  1. Bildungsurlaub
  2. Workation

Persönlich wie professionell empfinde ich es als wichtig, lebenslang zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Das geschieht freilich auch über Arbeitserfahrung. Gelegentlich braucht es jedoch komplett neue Denkanstöße. Das Konzept von Bildungsurlaub empfinde ich als perfekt dafür!

Workation (= Kofferwort aus work [engl. Arbeit] und vacation [engl. Urlaub]) ist ein wunderbar neudeutscher Begriff, der nichts anderes meint als eine mit Urlaub kombinierte ortsunabhängige Erwerbsarbeit. Selbstredend profitieren hier vor allem Menschen, die überhaupt ortsunabhängig arbeiten können. Prinzipiell kann ich das als Drehbuchautor.

Dafür habe ich konkret zwei Zeiträume im Sinn: Einerseits die leidigen Wintermonate, die ich bereits angesprochen hatte. Wie schön wäre es doch, wenn man einfach an einem etwas weniger tristen Ort arbeiten könnte, als so ziemlich jede deutsche Stadt im Winter? Andererseits leide ich im Sommer regelmäßig unter den zunehmend steigenden Temperaturen. Da zeigt sich ein seltener Nachteil meines niedrigen Blutdrucks: Ab 25°C schaltet mein Körper einfach ab und ich laufe Gefahr, an Ort und Stelle einzuschlafen – trotz ausreichend Schlaf in der Nacht.

Deshalb bin ich großer Freund des Konzepts der Sommerfrische. Die Idee dahinter ist wirklich überhaupt nicht neu, aber genial: Während der heißen Sommermonate, wenn es in Großstädten unausstehlich wird, weicht man einfach auf die kühleren ländlichen Gegenden aus. Historisch war das sogar einst notwendig, weil auf dem Land die Ernte eingefahren wurde.

Hürden

Selbstredend handelt es ich bei meinen Ausführungen bisher komplett um Wunschdenken. In der Umsetzung gibt es einige Herausforderungen, die es zu meistern gilt:

  1. Finanzen
  2. Sozialleben
  3. Organisation
  4. Umweltverträglichkeit
  5. Was, wenn das alle machen würden?

Nun wäre ich nicht ich, wenn ich nicht auch ein paar Ideen zum Überwinden dieser Hürden anbieten würde. Keine davon ist wissenschaftlich erwiesen und ich lerne selbst noch stetig dazu, aber irgendwo muss man ja anfangen.

Lösungsansätze

Finanzen

Beginnen wir bei der offensichtlichsten Hürde: Wie soll das finanziert werden? Für meine persönlichen Vorstellungen habe ich die Kosten für Urlaube und Workation mal grob überschlagen. Stand 2025 belaufen sie sich auf etwa 15.000€. Das ist eine Menge Geld, die viele Menschen nicht mal eben so beiseite legen können – mich eingeschlossen.

Aber ich halte es nicht für unmöglich. Als Minimalist hinterfrage ich meine Konsumgewohnheiten regelmäßig. Dabei fallen mir auch immer wieder Bereiche auf, in denen ich Geld für Dinge ausgebe, die mir eigentlich gar nicht wichtig sind. In anderen Bereichen gebe ich dafür wesentlich weniger aus, als andere Menschen, beispielsweise weil ich kein Auto besitze.

Ist das eine privilegierte Perspektive? Definitiv! Wer am Existenzminimum nagt, macht sich darüber keine Gedanken. Viele Menschen leiden an den Preissteigerungen der letzten Jahre und wissen nicht, woran sie noch sparen sollen, um wenigstens ein bisschen Geld zur Seite zu legen. Aber es handelt sich hier um ein Gedankenexperiment und träumen ist jederzeit erlaubt und kostenfrei!

Sozialleben

Wenn man 13+ Wochen abwesend ist, kann es schwierig werden, ein intaktes Sozialleben mit den Menschen zu führen, die einem wichtig sind. Aber unmöglich ist es nicht. Im Gegenteil: 13 Wochen Urlaub erlauben sogar mehr soziale Interaktion als das viele Menschen aktuell im Alltag leben.

Freilich kommt es hier auf die Ausgestaltung an. Aber wenn ich unsere Nutzung von (a)sozialen Medien und Kommunikation im Alltag beobachte, sehe ich viel Raum für Verbesserung. Bei 13 Wochen Urlaub im Jahr gibt es auf jeden Fall keine Entschuldigung mehr, warum man sich so selten sieht.

Außerdem kann man Urlaube nicht nur allein, sondern auch gemeinsam unternehmen. In vielen Fällen macht sie das sogar erinnerungswürdiger.

Organisation

Du weißt nicht, wie du 13 Wochen Urlaub im Jahr überhaupt unterbringen sollst? Das kann ich sehr gut nachvollziehen, weil ich mich selbst immer wieder damit schwer tue, Routinen in meinem Leben zu etablieren und beizubehalten. Oft liegt das an den sich ändernden Lebensumständen Aufenthaltsorts, Arbeits- und Jahreszeiten sowie Zeitumstellung.

Mir hilft dabei oft, längere Blöcke am Stück den gleichen Ablauf zu haben. Rein rechnerisch hat man bei 13 Wochen Urlaub jede vierte Woche frei. Wenn man stets nur drei Wochen zur Eingewöhnung hat, verwundert es nicht, dass es schwer fällt, vernünftige Routinen zu erarbeiten. Aber niemand hat gesagt, dass man sie so regelmäßig über das Jahr verteilen muss. Einfacher tut man sich wahrscheinlich, wenn man den Urlaub auf zwei bis drei längere Blöcke verteilt.

Wer nicht allein lebt, ärgert sich womöglich darüber, nicht alle 13 Wochen mit den Liebsten verbringen zu können. Dazu kann ich nur sagen: Ja, zusammen ist es oft schöner. Aber auch Zeit allein sollte man nicht unterschätzen und mal ausprobieren.

Umweltverträglichkeit

Mobilität erzeugt prinzipiell eine Belastung für unsere Umwelt, sobald es über die eigene Muskelkraft hinausgeht. Dennoch gibt es auch hier Unterschiede. Verschiedene Verkehrsmittel kommen mit unterschiedlichen Fußabdrücken einher. Urlaub muss nicht bedeuten, auf großem Fuß(abdruck) zu leben.

Was, wenn das alle machen würden?

Davon sind wir meines Erachtens sehr weit entfernt. Andererseits: Laut Statistischem Bundesamt gibt es in diesem Schuljahr bundesweit 11,4 Millionen Schüler*innen, die bereits in den Genuss von 13 Wochen Urlaub kommen. Das entspricht bei einer Annahme von rund 83,5 Millionen Menschen in Deutschland im Jahr 2024 in etwa 13,65% der Bevölkerung.

Da sind Renter*innen noch nicht mit eingerechnet. Das möchte ich aber auch gar nicht, denn wie oben schon ausgeführt, wissen wir nicht, ob wir das Alter für den Ruhestand und die erforderliche Gesundheit für etwaige Vorhaben in der fernen Zukunft jemals erreichen werden.

Wenn nun aber doch alle Menschen plötzlich 13 Wochen Urlaub im Jahr umsetzen würden, müsste man freilich koordinieren, dass dies nicht alle Menschen gleichzeitig tun. Auch hier möchte noch einmal auf das Motto Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg verweisen.

Schließlich gibt es noch einen Aspekt, den ich besonders hervorheben möchte: Wenn tatsächlich alle 13 Wochen Urlaub bekämen, wäre das eine sehr großer Schritt Richtung mehr Gleichberechtigung. Feiertage sind in Deutschland Ländersache und höchst ungerecht. Urlaubstage sind Verhandlungssache und höchst individuell. Was spricht dagegen, zumindest bundes-, wenn nicht sogar europaweit, allen Menschen den gleichen Urlaubsanspruch zu gewähren?

In jedem Fall glaube ich daran, dass mehr Urlaub dazu führen würde, dass wir Menschen ein besseres Leben führen würden. Nicht nur, weil wir erholter wären, sondern weil wir bessere Entscheidungen treffen würden. So oft treffen wir zwar subjektive nachvollziehbare, aber objektive dumme Entscheidungen aus Zeitgründen. Mit mehr Urlaub hätten wir mehr Zeit für die wichtigen und richtigen Dinge. Welche das für dich sind, entscheidest du bitte selbst.

Eine praktikable Herangehensweise

Zum Abschluss möchte ich einmal weg vom utopischen Wunschdenken. 13 Wochen Urlaub sind ein Idealzustand, den ich anstrebe, wie andere Menschen einer Religion folgen, um womöglich eines Tages im einem verheißenen Paradies auf immer und ewig leben zu können. Allen das ihrige.

Von 13 Wochen Urlaub bin ich aktuell noch sehr weit entfernt – mit beginnender Selbstständigkeit erst recht. Das ist auch in Ordnung, denn diese Entscheidung habe ich aus freien Stücken getroffen. Tatsächlich betrachte ich die Selbstständigkeit aber auch als einzige Möglichkeit, dieses Ideal überhaupt jemals erreichen zu können. Doch was ist bis dahin?

Bis ich meine Ideal erreiche, halte ich mich an mein Jahresmotto. Ja, ich strebe dieses Ideal an, aber ich brauche es nicht zu erreichen, um ein erfülltes Leben zu führen.

Dennoch hege ich den Wunsch, die genannten Arten von Urlaub regelmäßig zu erleben. Bis ich also in der Lage sein werde, 13 Wochen Urlaub im Jahr in vollen Zügen zu genießen, werde ich mir jedes Jahr welche raussuchen, auf die ich den Fokus lege. Im Grunde kann man sie (in meinem Fall) drei verschiedenen Arealen zuordnen, die sich teilweise überlappen:

  • Aktivurlaube (Skifahren, paddeln, tauchen, wandern)
  • Entdeckungsurlaub (mir bisher unbekannte Orte)
  • Rückkehr an mir Sehnsuchtsorte (Erstheimat, Großbritannien, Italien, Israel, Osttirol)

Jedes dieser Areale deckt ein unterschiedliches Bedürfnis in mir ab. In erster Instanz geht es um die Erfüllung der Bedürfnisse. Alles andere ist ein Bonus.

Außerdem lassen sich manche Urlaube geschickt miteinander verknüpfen. Zum Beispiel:

  • Wer sagt, dass man nicht auch mit den Liebsten über die Feiertage verreisen kann?
  • Wenn man die Quasi-Schwiegerfamilie in Israel besucht, kann man auch gut tauchen gehen.
  • Auf dem Weg von Deutschland nach Italien kann man sehr gut in Österreich verweilen.

Und schließlich ist meine Art, ein ideales Jahr zu definieren, auch nur eine von unendlich vielen Möglichkeiten!

Nun interessiert mich, wie du dein ideales Jahr gestalten würdest? Und wie viel Urlaub empfindest du als ideal? Teile es gern in den Kommentaren!

Alles Liebe
Philipp

Handverlesen in 2024

Huch, schon wieder ein Jahr um! In gewohnter Manier gibt es meinen persönlichen Jahresrückblick erst, wenn das Jahr auch wirklich vorbei ist. In diesem Sinne: Jetzt ist die Zeit dafür!

Januar

Wie unpraktisch, dass das neue Jahr stets im Winter beginnt, oder? Mir fällt es zumindest schwer, nach all dem Glanz der Feiertage mit den dunklen und tristen Wintermonaten klarzukommen. Umso wichtiger finde ich es, sich die Zeit selbst etwas schön zu machen. Gesagt, getan; deshalb stand im Januar ein Brettspielwochenende in Erfurt an. Denn, wenn der Winter einen Vorteil hat, dann doch wohl der, dass man sich ganz ohne schlechtes Gewissen ein Wochenende lang einschließen kann, um rund um die Uhr gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen, oder? 🎲

Noch so eine Aktivität, den Winter erträglicher macht, ist Urlaub in Kombination mit Wintersport. Denn der ermöglicht es, sich den ganzen Tag an der frischen Bergluft zu bewegen und Tageslicht zu tanken, um dann abends bei gemütlicher Hüttenstimmung mit gut gefülltem Magen wegzudämmern. Für mich hieß das nun konkret, mich in der Zweitheimat Osttirol das erste Mal an Abfahrt zu wagen. Und was soll ich sagen? Oida, war des a Gaudi! ⛷

Februar

Das sollte der Monat der neuen Erfahrungen für mich werden: Zunächst wäre da mein erstes (und bis dato einziges) Techno-Konzert. Für Brutalismus 3000 hatte ich meinem Liebsten geschenkt und ergab mich meinem Schicksal, auch wenn ich da einige Vorbehalte hatte. Also wurde ich in Schale geworfen und habe geraved, was das Zeug hält – zumindest solang das Konzert dauerte. Irritiert war ich davon, wie wenig Bewusstsein einige Menschen für ihre Umgebung haben, und vom Alter der übrigen Anwesenden (Erklärung meines Techno-Profis: In die Clubs kommen sie eben noch nicht rein.) Ja, wir haben gegebenenfalls zu den ältesten fünf Prozent gehört. Aber ein spaßiger Abend war es allemal! 😎

Außerdem stand mein Umzug nach Lüneburg an. Für meinen ersten richtigen Job als Drehbuchautor durfte ich bei der Telenovela Rote Rosen anheuern und hatte dort eine richtig gute Zeit! Ehrlich gesagt würde ich sogar so weit gehen, zu behaupten, dass es der beste Job war, den ich je hatte! Zugegeben: Es war schon etwas gewöhnungsbedürftig, dass ich jede Woche mit einem wechselnden Kollegium arbeitete. Aber ich durfte so viel lernen und hatte so viel Spaß bei der Arbeit, dass mich auch das Pensum nicht gestört hat. So darf es gern weitergehen… 🌹

März

Spätestens seit dem Abschnitt Januar in diesem Beitrag dürfte nunmehr bekannt sein, wie gern ich meine Zeit mit Gesellschaftsspielen verbringe. Die bereiten mir wirklich Spaß! Echten Spaß! Und seit der Lektüre von The Power of Fun von Catherine Price durch Frau Dingdongs Buchklub war ich regelrecht auf der Suche nach Erfahrungen, die mir ebenso große Freude bereiten würden. Nichtsahnend stieß ich bei einer ziellosen Recherche auf die Möglichkeit, das Spiel Scotland Yard im echten Leben mit echten Öffis zu spielen. Nur stammten sämtliche Verweise im Internet darauf aus den vergangenen Jahrzehnten. Und da ward eine Idee geboren: Warum nicht einfach mal selbst machen? Dank der heutigen Technik ist es sogar noch einfacher als vor 10 oder 20 Jahren. Also startete ich mit Frau Dingdong einen Test in Hamburg. Und wir hatten den Spaß unseres Lebens – was auch bei den übrigen Fahrgäst*innen nicht unbemerkt geblieben sein dürfte. 🕵🏾

April

Mit steigenden Temperaturen stieg auch meine Unternehmungslust. Entsprechend reich an Unternehmungen gestaltete sich der April: Zunächst gab es noch zwei Ausgaben von Scotland Yard Live – einmal in Berlin und einmal in Hamburg. Das mag ich dieses Jahr mit noch mehr Menschen probieren! 🚇

Außerdem stand ein Heimaturlaub an. Direkt zur Eröffnung der Saison ging es mit einem engen Schulfreund deshalb in unserer Erstheimat in den Freizeitpark Plohn. Achterbahnfahrten gehören auf jeden Fall auch zu den Aktivitäten, bei denen ich echten Spaß empfinde! 🎢

Dann gab es noch eine kleine Reunion: Meine frühere WG aus Darmstadt hat sich auch in 2024 wieder getroffen – dieses Mal in Leipzig. Das war wieder einmal sehr schön herzlich und dann auch noch mit einer richtig niedlichen Hundedame! 🐶

Schließlich gab es noch eine Wanderung in der berühmten Lüneburger Heide mit meinem einzigen Freund in Lüneburg. Ehrlich gesagt war ich etwas enttäuscht. Ja, es war außerhalb der Saison und ganz nett unterwegs. Aber große Teile der Landschaft sehen dann doch recht trostlos aus, wenn die Heide gerade nicht blüht. Also musste ich unbedingt noch einmal zurückkehren! 🥾

Mai

Im Mai empfing ich Besuch in Lüneburg. Kennt ihr das, wenn man stets derjenige ist, der bei Museumsbesuchen am längsten braucht, weil man sich alles in Ruhe durchlesen möchte. Und dann stell dir vor, jemand geht mit dir ins Museum, der noch länger braucht! Was soll ich sagen? It’s a match! 🏛

Außerdem flogen wir nach Israel, weil meine Quasi-Schwiegermutter ihren 60. Geburtstag hatte. Allen Umständen zum Trotz war es eine schöne Feier. Eine Lehre, die ich daraus gezogen habe: Man muss Feste so feiern, wie sie fallen! Wer weiß, wann man sonst dazu kommt? 🇮🇱

Juni

Da ich meinen Geburtstag nicht am Flughafen verbringen wollte, blieben wir eben doch etwas länger in Israel. Und so durfte ich seit neun Jahren meinen Geburtstag mal wieder in Israel begehen. Eine Sache, die ich an den israelischen Gepflogenheiten sehr mag, ist, dass Geburtstagskindern eine Kopfschmuck mit Blumen aufgesetzt wird. Das macht so eine Feierlichkeit gleich zu etwas Besonderem! 🌸

Zurück in Deutschland habe ich mich mit meinem Fun-Partner in crime Frau Dingdong außerdem auf Sofortbildfototour begeben. Analoge Sofortbildfotografie hat mich letztes Jahr in ihren Bann gezogen. Also erwarb ich gebrauchte Polaroid-Kameras sowie passende Filme und wir machten Lüneburgs Altstadt unsicher, um uns an diesem nahezu magischen Medium zu probieren. Und apropos probieren: Wir probierten ganz nebenbei auch noch die eine oder andere Eisdiele in Lüneburg. Was für eine Freude! 📸

Juli

Schon wieder Urlaub: Dieses Mal ging es mit besagtem engem Schulfreund und dessen Familie nach Wien. Man sollte meinen, dass man sich richtig gut Zeit lassen kann, wenn man sich eine Woche nur in einer Stadt aufhält. Aber auch Wien hat so viel zu bieten, dass man immer wieder für einen Besuch vorbeikommen kann! Ungeachtet dessen, haben wir es möglichst entspannt angehen und es uns auch kulinarisch gut gehen lassen. Und es war sogar noch genug Zeit, um eine Freundin aus Jugendtagen inklusive Nachwuchs sowie eine Kollegin zu treffen. Ein wenig habe ich mich schon gefragt, ob Wien nicht der bessere Wohnort für mich wäre: Bessere Küche, Achterbahnen direkt in der Stadt und näher an den Alpen – Wien wurde nicht grundlos mehrfach zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt! 🎡

Kaum zurück gab es für mich noch eine neue Erfahrung: Futures. Dabei handelt es sich bei einer täglichen Serie um ein riesiges Brainstorming, was in den nächsten x Wochen (x = Zahl, die variiert) handlungstechnisch passieren soll. Man fühlt sich ein wenig wie in einem Film, wenn man Teil einer Gruppe von Autor*innen ist, die sich in einem Hotel fernab vom Schuss verschanzen, um sich voll und ganz nur auf diese Geschichten zu konzentrieren, wenn man von der Verköstigung alle paar Stunden absieht. Es könnte aber auch die Einleitung für einen Horrorfilm sein. Spaß beiseite, das war toll und wir sind alle lebend wieder in der Zivilisation angekommen! 🎬

August

Mein Blog wurde 10 Jahre alt! Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist! Allerdings frage ich mich beim Tempo der technischen Entwicklung schon, ob es in zehn Jahren überhaupt noch so etwas wie Blogs geben wird. Jedenfalls mache ich erstmal weiter, denn das ursprüngliche Konzept eines Blogs besteht ja darin, ein Leben zu dokumentieren. Sehen wir, was die Zukunft bringt! 🎂

Ein Bekannter hat sich aus Berlin verabschiedet, weil es ihn nach Barcelona zieht. Wenn andere Menschen auswandern, werde ich ja stets etwas wehmütig. Soll es das jetzt schon gewesen sein mit dem Nomadentum? Wollte ich nicht selbst noch die ganze Welt erkunden? Für einen kurzen Moment vergesse ich dann, dass es ja durchaus gute Gründe gibt, warum ich aktuell genau da bin, wo ich mich befinde. Aber zum Reflektieren ist es immer gut. 👀

Im August war ich sogar zwei Mal in der Lüneburger Heide wandern – dieses Mal mit zauberhafter Blüte. Da sieht das Ganze schon wesentlich schöner aus und man versteht, warum die Menschen davon so schwärmen. Und die Heidschnucken sind vielleicht erst süß! Wie die jemand essen mag, kann ich wirklich nicht nachvollziehen… 🐏

Außerdem empfing ich noch eine Freundin aus Berlin zu Besuch in Lüneburg. Wenn Besuch da ist, kann man ganz entspannt das touristische Angebot des eigenen Wohnorts wahrnehmen, zu dem man sonst nie kommt. Bei einer Stadtführung lernt man dann doch noch ein paar interessante Hintergründe, über die man sonst womöglich nie nachgedacht hätte – beispielsweise den weltweit ersten belegten Drive-in. ⛲️

September

Im September gab es direkt noch einmal Besuch vom Liebsten und meinen Eltern – und es ging noch einmal in die Heide. Doch die Blüte hatte schon deutlich nachgelassen. Erstaunlich, was ein paar Wochen Unterschied da ausmachen können. Erstaunlich finde ich auch, dass Kutschfahrten in der Lüneburger Heide so beliebt sind. Erschließt sich mir überhaupt nicht, zumal mir die Pferde sehr leid tun… 🐴

Dann stand auch schon die Wohnungsauflösung in Lüneburg an. Ehrlich gesagt war ich doch etwas überwältigt von der Menge an Dingen, die sich binnen weniger Monate in einem zweiten Haushalt ansammeln. Ins Mietauto hat zwar trotzdem alles gepasst, aber das war dann auch bis unter die Decke voll. Die Fahrt war überraschender Weise entspannter, als ich erwartet hatte – vor allem auf den Landstraßen. Autobahnen langweilen mich ganz fürchterlich. Großstadtverkehr macht überhaupt keinen Spaß. Am Ende des Tages empfand ich es dann doch als sehr befreiend, das Mietauto wieder los zu sein. 🚛

Das letzte Wochenende des Monats stand schließlich noch ganz im Zeichen des Berliner Marathons, für den mein Papa und ich uns als Team angemeldet hatten. Aus gesundheitlichen Gründen war bis zum Schluss nicht klar, ob wir beide überhaupt antreten werden, sind wir dann aber doch und haben es durchgezogen. Bei mir war es leider sehr schmerzhaft dieses Mal. Da wollte ich wohl zu viel… Alles in allem aber dennoch geschafft – bis zum nächsten Mal! 🏃

Oktober

Auch ohne Wohnung verweilte ich noch zwei Wochen in Lüneburg, bevor es dann auch hier Abschied nehmen hieß – oder sollte ich eher „Auf Wiedersehen“ sagen? In jedem Fall war es ebenso herzlich wie das Willkommen in Berlin. 😘

Dort nahm ich dann auch just an einer Kneipentour mit ehemaligen Kolleg*innen teil. Meinem unalkoholischen Lebensstil entsprechend gehört das für gewöhnlich nicht zu meinen Freizeitaktivitäten. Nach der Kneipentour weiß ich auch wieso. Spaßig war es aber trotzdem. 🍻

Anlässlich der Geburtstage eines sehr guten Schulfreundes und seiner Tochter verschlug es mich außerdem nach Dresden. Da durfte eine Bilderbuchwanderung in der vom Laub bunt gefärbten Sächsischen Schweiz natürlich nicht fehlen! Meine erste selbst erstellte Schnitzeljagd erwies sich zwar in der Ausführung als etwas stressig, aber als Erfolg, denn sie hat nicht nur den Kindern, sondern auch mir Spaß gemacht. So etwas sollte man viel häufiger machen! 🗺️

Mit Halloween wagte ich mich außerdem wieder an das Backen von Plätzchen. Die Fledermauskekse waren mir zwar noch etwas zu fad, aber die Kürbisplätzchen waren der Knaller! Zum Glück habe ich noch ein paar Monate, um mir ein paar Gedanken zu machen, was ich dieses Jahr zaubern werde. 🎃

November

Spätestens im November spürte ich, dass die Luft für das Jahr irgendwie raus war. Ein paar Höhepunkte gab es aber dennoch: Einmal mehr stand die jährliche Reunion mit den Herzensmenschen aus der Ersteheimat an. Dieses Jahr trafen wir uns in Halle und was soll ich sagen? Diese Stadt wird komplett unterschätzt! Abgesehen von Kulinarik haben wir zwar nicht wirklich etwas des städtischen Angebots in Anspruch genommen, aber so oder so ist es immer eine Reise wert. ♥️

Am Ende des Monats wartete außerdem noch ein kleines Projekt: Zum Geburtstag hatte ich meinem Partner einen Nähkurs geschenkt, den wir zusammen besuchten. Ambitioniert wie eh und je wollte ich aus einer alten Jacke einen Reiserucksack nach meinen eigenen Vorstellungen nähen. Das gestaltete sich jedoch als etwas zu ambitioniert. Deshalb habe ich stattdessen meine kaum getragene, zu große Wollfilzjacke auf meine Körperform angepasst. Jetzt sitzt sie wie gegossen und ich trage sie direkt viel häufiger! Und der Nähkurs war auch super. Den Rucksack gehe ich dann eben dieses Jahr an. 🧵

Dezember

Für gewöhnlich schätze ich den Dezember ja so sehr, weil man so viel Zeit zu Hause verbringt und eigentlich eine besinnliche Zeit haben möchte. Nun ja, zu Hause waren wir im Dezember kaum. Im Grunde fühlte sich der gesamte Monat wie ein einziger riesiger Urlaub an. Und das war auf seine eigene Weise ganz toll! Zuerst waren wir in Prag. Das war ein Geschenk meiner Eltern für unseren Geburtstag. So begaben wir uns für ein verlängertes Wochenende auf die Suche nach dem tollsten Weihnachtsmarkt in Prag und haben geschlemmt, genossen und jede Menge über tschechische Weihnachtsbräuche kennengelernt. Außerdem ich hatte endlich mal Gelegenheit, auch andere Seiten Prags kennenzulernen. Das lange Wochenende mit den Liebsten tat sehr gut – zumal wir dieses Jahr sonst nicht so viele Wochenenden zusammen verbringen konnten. 🇨🇿

Nach nur einem Tag Aufenthalt in Berlin ging es sodann direkt weiter nach London – zu einer Geburtstagsüberraschung für die Quasi-Schwiegervater. Auch dort wurde weitergeschlemmt! Ich habe wohl noch nie so gut Indisch gegessen und auch so war das gastronomische Angebot auf einem anderen Niveau – nicht nur preislich. Das gilt auch kulturell. Deshalb habe ich direkt auch noch die Chance genutzt, Phantom of the Opera und Waiting for Godot anzuschauen. London ist in der Weihnachtszeit noch einmal auf ganz wunderbare Weise anders, aber auch sehr kapitalistisch. Insgesamt hat sich Energie der Stadt auf mich übertragen, was mir in meinem Wintertief echt gut getan hat. 🇬🇧

Many happy meetings mit der erweiterten Quasi-Schwiegefamilie später ging es zurück nach Berlin – mit Quasi-Schwiegereltern und -Schwägerin. Bevor letztere dann über die Feiertage auch noch mit in die Erstheimat zu meinen Liebsten kam, gab es für mich aber noch einiges an Plätzchen und Lebkuchen zu backen. Und dort durfte das Jahr dann mit weiteren Köstlichkeiten und viel Zeit mit all meinen Herzensmenschen ausklingen – ganz entspannt. 🎄

In 2024 ist dann doch einiges passiert! Das mag ich an solchen persönlichen Rückblicken. Denn sie führen mir vor Augen, wie toll das Jahr dann doch war – viel positiver, als man es sonst womöglich angenommen hätte.

Was war dein Highlight im letzten Jahr? Teile es gern in den Kommentaren!

Alles Liebe
Philipp


Dieser Beitrag ist Teil der Reihe Handverlesen.

Feiertagswünsche

Es ist mal wieder so weit: Heute ist der kürzeste Tag respektive die längste Nacht des Jahres und somit Wintersonnenwende. Damit können die Feiertage starten. Oder?

Ehrlich gesagt fühle ich mich noch nicht bereit für die Feiertage. So viel wollte ich noch schaffen! Aber den Großteil des Monats Dezember war ich unterwegs und der Kalender lügt nicht: Heute ist der 21. Dezember 2024 und die Feiertage beginnen zumindest für mich schon. Deshalb streiche ich nun die Segel mehr oder weniger.

Natürlich hätte ich gern auch noch etwas mehr gebloggt. Aber dafür ist erst 2025 wieder Zeit. Die nächsten Stunden und Tage werde ich noch fleißig backen, kochen und die letzten Vorbereitungen für die trauten Zusammenkünfte mit den Liebsten treffen.

Angesichts der Ereignisse dieses Jahres und der letzten Tage bin ich heuer besonders dankbar, dass wir dazu die Möglichkeit haben. In meiner Wahrnehmung ist das Jahr sehr stark von Klimawandel, Konflikten und Kriegen geprägt. Und jetzt auch noch der Anschlag in Magdeburg! Es ist furchtbar und für mich nicht nachvollziehbar, was manche Menschen dazu bringt, so leichtsinnig und verachtend über die Leben von anderen unschuldigen Menschen zu entscheiden. In die Angehörigen der Opfer kann ich mich nur ansatzweise hineinversetzen, aber allein die Vorstellung versetzt mir einen Stich im Herzen. Welch schlimmer Abschluss für das Jahr! Und die Aussichten in das nächste schauen auch nicht gerade rosig aus.

Doch auch wenn vielen Menschen gerade nicht zum Feiern zu Mute sein dürfte, sollte uns die aktuellle Situation eines lehren: Dass wir jeden Moment mit unseren Liebsten wertschätzen sollten und gern mal all die alltäglichen Probleme liegen lassen dürfen. Wie oft tun wir uns gegenseitig wegen irgendwelcher Lappalien weh und reiben uns an bedeutungslosen Kleinigkeiten auf, anstatt uns mal in den Arm zu nehmen, für einander da zu sein und Trost zu spenden?

Dieses Jahr fallen die Wintersonnenwende, Chanukka und Weihnachten erstaunlich nah aufeinander. Die drei Feste teilen in ihrer Bedeutung die Hoffnung auf bessere Zeiten: Auf hellere Tage, Wunder und Erlösung. Obwohl ich nicht an irgendwelche religiösen Hintergründe glaube, bin ich sehr wohl davon überzeugt, dass, ebenso wie es nicht immer nur bergauf gehen kann, auch die dunkelsten Zeiten ein Ende nehmen. In diesem Sinne:

Frohe, friedliche Feiertage und habt euch lieb, auch wenn die Tage intensiv sind!

Alles Liebe
Philipp

Sengende Hitze

Es ist September und in meinem Kopf ist der Sommer somit vorbei. Doch die Temperaturen sagen etwas anderes. Und ich muss für mich feststellen: Für den Klimawandel ist mein Körper nicht konzipiert.

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Handverlesen in 2022

Ehrlich gesagt verstehe ich immer diese Jahresrückblicke nicht, die vor Ablauf eines Jahres präsentiert werden. Denn theoretisch können ja bis zum ersten Glockenschlag des neues Jahres noch bedeutsame Ereignisse geschehen. Deshalb habe ich mir vorgenommen, das alte Jahr wirklich komplett verstreichen zu lassen, bevor ich es einmal Revue passieren lasse und mir in Retrospektive anschaue, welche Momente die für mich prägendsten waren. Gleichzeitig gebe ich damit meiner Reihe Handverlesen ein neues Format: Mein Jahresrückblick in 12 Teilen.

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Mein Feiertagskalender

Auf den kürzesten Tag des Jahres folgt nunmehr die längste Nacht. Wenn du dies liest, geht es endlich wieder aufwärts: Die Tage werden länger. Es wird heller. Wenn das nicht mal ein Grund zum Feiern ist!

Alle Arbeitnehmenden unter uns dürften sich dabei schmerzlich der Tatsache bewusst sein, wie schlecht es heuer um die gesetzlichen Feiertage steht, weil der Großteil auf Wochenenden fällt. (Nächstes Jahr wird es übrigens auch nicht besser.) Da es in puncto gesetzliche Feiertage meines Erachtens einigen Verbesserungsbedarf gibt, halte ich mit meinen Ideen nicht an mich und präsentiere: Meinen ganz persönlichen Feiertagskalender.

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Man braucht nicht alles zu besitzen, was man sich wünscht

An einem kalten Wintertag ging ich mit einem Freund spazieren. Während des Gesprächs schwärmte er von seiner Sehnsucht nach einer eingeschneiten Berghütte mit Sauna und einem Keller voll Wein. “Kein Problem, kostet dich nur ein paar Millionen”, scherzte ich. Er entgegnete darauf: “Ich will sie gar nicht besitzen. Ich möchte mich nur dort aufhalten.” Da fühlte ich mich ertappt. Fiel ich etwa in alte Verhaltensmuster zurück?

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Der Zauber ist verweht

Heuer verhält sich vieles anders. In den letzten Wochen wurde mir das noch einmal besonders deutlich bewusst. Der Winterzauber, der mich jahrelang in Kindheit, Jugend und darüber hinaus durch die dunkle Jahreszeit geleitet hat, scheint verflogen. Stattdessen machen sich vor allem zwei lästige Genossinnen breit: Arbeit und Verantwortung.

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Weihnukka

Was sich hinter diesem Kofferwort verbirgt? Einfach gesagt die Fusion von Weihnachten und Chanukka. Man kann es aber auch als Feiertagsmetapher für deutsch-israelische Beziehungen sehen – so wie die meinige.

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Minimalistische Dekoration

Wahrscheinlich gibt es kaum eine Zeit im Jahr, in der so viel dekoriert wird, wie im Winter. Natürlich verstehe ich, dass man sich die dunkle Periode aufhübschen möchte. Während mein Partner also vor Freude ganz verzückt bereits Wochen im Voraus der Saison den Schmuck aus dem Lager kramt, hege ich als Minimalist regen Unmut gegen Deko-Artikel. Der Konsens lautet: Deko ja, aber bitte minimalistisch.

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