Gratwanderung Social Media

Ohne Social Media geht nichts mehr. Insbesondere wenn man freiberuflich oder anderweitig selbständig schaffend unterwegs ist, soll man doch Präsenz zeigen! Doch die richtige Balance zu finden, ist gar nicht so leicht, schließlich möchte man ja auch in seiner eigentlichen Tätigkeit noch etwas zustande bringen und das braucht Zeit. Wie geht das also?

Meine ambivalenten Gefühle gegenüber Social Media sind schon lange kein Geheimnis mehr. Viele Jahre hatte ich mich sogar komplett rausgehalten, weil es mir ohne besser ging. Hin und wieder probiere ich mal ein neues soziales Netzwerk aus, werde jedoch häufig von Zweifeln geplagt: Ist es wirklich sinnvoll, meine Zeit dafür zu verwenden? Wenn ich einfach nicht mehr dort bin, würde es wahrscheinlich auch niemandem auffallen, oder? Andererseits mag ich den oft erwähnten Austausch doch so gern!

Auch Kleinvieh macht Mist

Lange Zeit habe ich dem mit Zeitbudgets entgegengewirkt. Als ich noch kein Smartphone hatte, war das auch eher unproblematisch. Doch, obwohl ich ja bereits ein Bewusstsein dafür habe, wie viel Zeit soziale Medien verschlingen können, ist es in den letzten Wochen damit ausgeartet. Seit Anfang dieses Jahres bemühe ich mich darum, wieder Herr meiner Zeit zu werden. Nun ist mir noch einmal deutlich geworden: Ein großer Teil meiner Zeit geht für soziale Medien drauf.

Dabei ist es gar nicht immer ein riesiger Zeitbatzen, den ich am Stück damit verbringe. Es sind die vielen kleinen Momente am Tag, die sich zu einer beachtlichen Summe aufsummieren. Dem Smartphone sei dank ist das ja jederzeit zwischendurch möglich. Ich habe es nicht mit einer App getrackt, aber ich ärgere mich, wenn ich mehrmals täglich meine all die diversen Apps aufrufe, um zu schauen, ob möglicherweise neue Nachrichten oder Antworten eingetroffen sind. Wenn ich morgens “nur kurz” mein Handy zücke, ist eine Stunde schneller vorbei, als mir lieb ist. Und ja, auch das Erstellen von Inhalten, die auf die jeweiligen Netzwerke angepasst sind, brauchen in Summe dann doch recht viel Zeit.

Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage des Warum. Wofür mache ich das alles eigentlich? Bedeutet mir Social Media wirklich so viel? Immerhin könnte ich all die Stunden ja ebenso gut in bedeutsamere Projekte stecken oder einfach den Sommer genießen, als die Social Media Präsenz von Wo ist Philipp? auszubauen.

Außerdem empfinde ich das Verhältnis von Konsum und Produktion als unausgewogen und das wurmt mich! Es stellt mich sehr zufrieden, wenn ich Dinge fertig bekomme. Solang ich aber mehr im Internet konsumiere, als dass ich produziere, bleiben meine Projekte auf der Strecke.

Gegenmaßnahmen

Ich werde jetzt natürlich nicht Social Media fasten und mich dem komplett entsagen, auch wenn das eigentlich meinem gewohnten Verhalten entspricht. Und auch mein Smartphone werde ich nicht in die Tonne treten, denn dafür nutze ich es zu vielseitig – sei es zur Kommunikation mit meinem Partner (Fernbeziehung) oder nur, um ein Fahrrad auszuleihen.

Mir ist bereits aufgefallen, dass ich während Filmdrehs im Grunde für nichts anderes Zeit habe, so vereinnahmend ist das Leben als Filmemacher. Das stört mich im Normalfall aber nicht, denn sie sind temporär und erfüllen mich sehr. Meine exzessive Nutzung von sozialen Medien tritt vor allem dann auf, wenn ich frei über meine Zeit verfügen kann und zwischendurch ein wenig Leerlauf habe. Ironischer Weise war genau das mein Ziel, als ich angefangen habe, mich verstärkt mit Zeit auseinanderzusetzen!

Daraus entnehme ich zwei Einsichten:

  1. Ich möchte mich auf meine Zeitbudgets zurückbesinnen und die Zeit auf den sozialen Medien stark reduzieren.
  2. Ein bisschen Druck von außen schadet nicht.

Gesagt, getan und dabei herausgekommen ist eine Challenge!

Social Media, aber im Rahmen

Den Rahmen setze ich mir dabei natürlich selbst. Die Bedingungen sehen wie folgt aus:

  • Die Challenge dauert vom 21.06.2018 – 25.07.2018.
  • Täglich habe ich 10 (in Worten: ZEHN) Minuten Zeit für Social Media.
  • Sonntags erlaube ich mir außerdem 1 Stunde, um mich in den Weiten des Internets zu verlieren und Beiträge zu konsumieren und kommentieren, die mic im Verlauf der Woche wirklich interessiert haben.
  • Zeit kann nicht für Folgetage angespart werden. (Funktioniert im realen Leben ja schließlich auch nicht. ;))
  • Täglich gibt es eine maximal 15-sekündige Story auf Instagram, um die Challenge zu dokumentieren.
  • Das Aufnehmen der Story ist in den 10 Minuten bereits inbegriffen.
  • Ich nutze soziale Medien erst nach 15:00, um zuerst den wirklich wichtigen Dingen Raum und Zeit zu geben.

Eigentlich wollte ich ja am Ersten des nächstes Monats anfangen, aber ich bin der Meinung, der beste Zeitpunkt ist jetzt!

Dass ich das Ganze auf Instagram dokumentieren möchte, mag widersprüchlich klingen, aber so ist etwas mehr Druck dahinter. Um auch das nicht ausarten zu lassen (Ja, ein wenig habe ich von der Challenge am Anfang des Jahres doch gelernt.), beschränke ich die Berichterstattung auf exakt eine Story je Tag – also auch nicht mehrere Schnipsel, die dann in Summe doch mehrere Minuten dauern.

Entsprechend werde ich meine sonstigen Aktivitäten auf all den Plattformen, wo ich sonst bin, herunterfahren.

Machst du auch mit? In jedem Fall freue ich mich sehr über Rückmeldung! Und wie wichtig ist dir eigentlich, dass Wo ist Philipp? auf den sozialen Medien vertreten ist? Oder reicht dir sogar der Blog an sich? Lass es mich gern wissen!

Alles Liebe,

Philipp

2 Kommentare

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  1. Moin Philipp,
    finde deine Challenge gut. Ich reduziere auch grad mein rumlungern auf Twitter, weil mich dort zur Zeit so viel dusseliger Mist einfach nur nervt.
    Auf anderen Netzwerken bin ich meist nur kurz unterwegs weil ich dort nur bestimmte Themen/Personen folge und mich austausche. Ist sehr angenehm weil ich dort dann genau das antreffe was ich erwarte und es nicht ausatet, es bleibt ein minimaler Kreis.
    Ich würde dich sehr vermissen auf Twitter, aber wenn es so wäre das du dort weggehst, begnüge ich mich mit deinem Blog, aber der muss bleiben ok? :-)
    Lg Aurelia

    • Hallo Aurelia,

      vielen Dank für deine lieben Worte!

      Ich merke auch gerade, wie schnell man soziale Netzwerke abfrühstücken kann. Vielleicht schaffe ich es ja heute. :)

      Keine Sorge, mein Blog bleibt noch eine Weile!

      Lieber Gruß,
      Philipp

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