Mir gegenüber wurde schon häufiger angemerkt, dass ich bei allen Kommentaren zum Thema Winter gut reden hätte, weil ich ja stets sommerliche Temperaturen genießen würde. Damit möchte ich heute endlich aufräumen. Denn, wer hätte es gedacht, vergangenes Wochenende hat uns Väterchen Frost doch tatsächlich noch einen Besuch abgestattet.
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Neulich schaute ich ein Video auf Youtube. Bevor ich in den Genuss des Videos selbst kam, wurde eine Werbung vorgeschalten. Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen, denn ich dachte:
Der Schauspieler sieht ja aus wie Bibi!
Nein, die Rede ist nicht von Bibi Blocksberg. “Bibi” ist der liebevoll vergebene Kosename der Bevölkerung Israels an ihren derzeitigen Präsidenten Natanjahu. Auf die Idee, dass es sich tatsächlich Bibi war, kam ich gar nicht direkt. Es handelte sich nämlich um einen Wahlwerbespot für die Neuwahlen im März. Zeit also, über Politik zu sprechen.
Nein, es ist kein Nebel. Auch kein Smog. Und meine Linse ist auch nicht schmutzig. So sieht Jerusalem schon seit ein paar Tagen aus. Was wirklich dahinter steckt hätte ich eigentlich auch eher merken können.
Es gibt auf der Welt kaum noch Regionen, in denen nicht mit Geld gehandelt und gewirtschaftet wird, doch die Gewohnheiten im Umgang mit diesem sind sehr verschieden. Das affektiert mich sogar so weit, dass es sich je nach Ort und Währung unterschiedlich verhält.
Bei den Worten “Israel” und “Winter” würde mir ja als letztes eine verschneite Winterlandschaft in den Sinn kommen. Orient, Palmen, Kamele – da passt Schnee überhaupt nicht rein. So genoss ich die letzten Wochen zumeist zwischen 10 und 25°C bei viel Sonnenschein, obwohl ich mit viel Regen gerechnet hatte, wo sich doch die 40 Regentage pro Jahr auf Dezember und Januar verteilen sollten. Jerusalem sticht aber im wahrsten Sinne des Wortes etwas heraus, denn es ist recht hoch gelegen und damit für israelische Verhältnisse auch ziemlich kalt. Und prompt hatten wir nun auch Schnee.
Ich war in meinem Leben noch nie an einem Ort, an dem ich nicht Spuren anderer Menschen hätte finden können – meist in Form von Müll. Das ist mir jüngst auf einer kurzen Reise in Jordanien wieder bewusst geworden und macht mich echt traurig, denn er verschmutzt nicht nur ökologisch, sondern auch visuell, wird schneller produziert, als dass wir ihn abbauen könnten und ist dazu noch unnötig und somit auch vermeidbar.
Plastik ist mir von allen das unliebsamste. Dennoch umzingelt es uns im Alltag, scheint unausweichlich unsere Lebensmittel und Umwelt zu vergiften und wird nichtsdestotrotz verschwenderisch angenommen und in der Landschaft verteilt. In Deutschland hatte ich mir Strategien angeeignet, möglichst plastikfrei zu leben. Als ich dann nach Israel kam, sah ich mich noch nie da gewesenen Herausforderungen gegenüber. Zum Verzweifeln? Nur etwas…
Zugegebenermaßen ist es anfangs etwas befremdlich, dass hier in Israel an Schabbat scheinbar gar nichts geht. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Denn, wenn man weiß wo, kann man auch an Schabbat Werktag haben: Man muss nur die richtigen arabischen Läden kennen und schon ist jedes Wochenende wie unter der Woche.
Ich musste allerdings feststellen, dass mir das gar nicht gut tut. Viele Pläne und Projekte erfordern eben auch viel Energie. Deshalb soll man am letzten Tag ruhen. Gesagt, getan?
Berlin