Handverlesen im Herbst 2020

Dieser Herbst entsprach dem komplettten Gegenteil des Frühlings: Die Tage wurden nicht nur immer kürzer, die Intensität der Pandemie nahm auch unaufhaltsam zu. Einen Lichtblick gab es dabei nicht so recht. Aber ja womöglich doch den einen oder anderen Höhepunkt.

+ ANALOG +

Offline haben sich die besten Erinnerungen unterwegs und in Gesellschaft abgespielt.

Ein Ausflug ans Meer

Im letzten Jahr hat es sich klammheimlich etabliert, dass ich den Beginn einer Jahreszeit mit einer Reise feiere. Ob das womöglich nur ein Zufall ist, sei mal dahingestellt. So ging es jedenfalls im September an die Ostseeküste.

Greifswald ist eine kleine beschauliche Stadt, während Semesterferien und Pandemien tatsächlich nahezu verlassen. Erschrocken wurde ich von der nicht vorhandenen Freundlichkeit in so manchem kleinen Geschäft. Steckt dahinter womöglich die raue Küstenmentalität, von der immer gesprochen wird?

Umso beeindruckter war ich von Prora, einem gewaltigen Gebäudekomplex auf Rügen, der von den Nationalsozialisten kilometerweit entlang der Küste errichtet wurde und ursprünglich dafür gedacht war, jährlich zehntausenden von Deutschen kostengünstigen Urlaub anzubieten und so eine noch größere Loyalität zur NSDAP aufzubauen. Ein daran angeschlossenes Dokumentationszentrum klärt über die Geschichte des Ortes und andere historisch relevante Themen in einer Wechselausstellung auf.

Auf dem Rückweg gab es noch einen Halt in Stralsund. Dorthin möchte ich auf jeden Fall noch mal mit etwas mehr Zeit. Da das Meer ja recht einfach zu erreichen ist, dauert das womöglich auch gar nicht so lang.

Idyllische Weinhänge

Im Anschluss ging es dann noch nach Leipzig und Dresden, um Herzensmenschen zu sehen. Zum Weinfest habe ich es dort heuer leider nicht geschafft. Dafür war es umso wundervoller, im Oktober noch einmal die Weinhänge Dresdens von ganz nah zu sehen. Das herbstliche Wetter war ein Traum und die bunten Hänge und Wälder zeigten sich in ihrer herrlichsten Pracht!

Dresden und Umgebung kommen mir immer ein wenig wie aus einem bebilderten Märchenbuch vor, obwohl ich sogar seine anderen Seiten kenne, da ich über zwei Jahre dort gelebt habe. Doch über ebendiese, eher negativen, sehe ich dann gern einfach hinweg, wenn ich dort bin. Denn eine Stadt ist mehr als das, was die Medien darüber berichten.

Zauberhafte Küche

Im Herbst beginnt alljährlich die Ohne-schlechtes-Gewissen-drinbleib-Saison und in der Folge wird wieder mehr zu Hause gekocht. Als Kind habe ich wohl keine Buchreihe so sehr verschlungen und wiederholt gelesen wie die von Harry Potter. Allen Filmen und Merchandise-Produkten zum Trotz klafft eine große Lücke, wenn es um kulinarische Spezialitäten aus den Geschichten geht. Ein Teil des Süßkrams ist zu überteuerten Preisen käuflich zu erstehen, doch die Alltagsgerichte sind nirgends näher beschrieben und entsprechend schwierig vorstellbar.

Also machte ich mich ans Werk, diese Lücke selbst zu füllen. Unter einer Kürbispastete konnte ich mir noch etwas vorstellen, doch für Kesselkuchen brauchte ich Ideen. Im Internet haben sich dem schon zahlreiche Menschen angenommen, doch mir erscheint das, was dort gezeigt wird, in den meisten Fällen als überzuckert, zu viel Schnickschnack und unnötige Fummelei. Entsprechend habe ich es einfacher gehalten und war mit den Ergebnissen auch mehr als zufrieden. Lediglich ein paar Details halte ich noch für verbesserungswürdig.

Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, ob du Interesse an solchen Rezepten hättest. Vielleicht geht sich ja bald eine kleine Sektion für Rezepte auf dem Blog aus?

Foto Herbstlicher Barock
Dresdens Elbschlösser erscheinen im herbstlichen Gewand in voller Pracht

– DIGITAL –

Alles kann besser werden

Erst besseres Fleisch, dann bessere Milch und schließlich ein besseres Umfeld für Transgender und Nonbinäre. Tipps für Letzteres gibt es in diesem Beitrag vom Trevor Project.

Wer generell für eine bessere Welt oder einfach eine, die mehr den eigenen Vorstellungen entspricht, stimmen mag, findet ja womöglich hier Inspiration.

Mehr Raum und Zeit für sich selbst

Allzuleicht kapert der eigene Beruf das Privatleben, sodass von letzterem kaum etwas übrig bleibt. Kein Wunder, denn 2019 leisteten 9,7% der arbeitenden Bevölkerung mehr als 48 Stunden je Woche. Schockierend, oder?Jennifer und Thomas geben Tipps, wie man sich mehr Platz für Me Time schafft.

Schönheitsideale kommen und gehen. Das Thema Körperhaare ist da keine Ausnahme. Aurelia hat sich gefragt, woher der aktuelle Trend der glatten Rasur eigentlich stammt und wieso wir andere Menschen überhaupt anhand ihres Äußeren bewerten.

Everything is a remix

Diese Weisheit geistert schon länger durch das Internet und soll besagen, dass jede Idee die Weiterentwicklung einer vorangegangenen oder die Verschmelzung mehrerer anderer ist. Auch wenn ich dieser Aussage zustimme, stört mich diese Beobachtung im Internet mittlerweile schon. Denn alles ist dort so langweilig geworden, dass es mir zwischenzeitlich sehr schwer fällt, überhaupt ausgewählte Beiträge zum Teilen zu finden.

Dass das Rad dennoch nicht ständig neu erfunden werden braucht, stellt dieses Video unter Beweis: Ein Remake des Songs Bad Guy von Billie Eilish in einem Möbelhaus – von der Pike auf. Mehr als ein Video davon kann ich mir aber tatsächlich nicht anschauen, auch wenn ich die Idee toll finde!

Foto Dokumentationszentrum Prora
Dokumentationszentrum Prora

# FOKUS #

Im Herbst bin ich trotz hoher Arbeitslast noch einmal zu Hochformen aufgelaufen, um heuer wenigstens ein paar meiner Ziele zu erreichen. Viele, unter anderem der Marathon, hatten sich ja pandemiebedingt erledigt. Von den übrigen wollte ich jedoch nicht loslassen und habe mich umso mehr ins Zeug gelegt, noch ein paar Häkchen zu setzen. Schließlich kam auch unser Podcast Tee in der vierten Dimension zu einem Ende, da wir im November die letzte Episode aufzeichneten. Dafür steht mir fortan mehr Raum für anderes zur Verfügung. Allerdings gibt es einen Haken:

Für das neue Jahr wünsche ich mir mehr Fokus. Das hier ist noch nicht komplett durchdacht, aber mir fällt wiederkehrend auf, wie stark meine Lohnarbeit mein Leben im Griff hat – mehr als mir lieb ist. Gleichwohl ist mir bewusst, dass ich meine Aufmerksamkeit selbst fasere, weil ich so viele Projekte gleichzeitig bedienen möchte. Da werde ich in der kommenden Zeit gründlich aussortieren.

Foto Petrine
Auf zu neuen Ufern?

// DIE AUSSSICHTEN FÜR DEN WINTER 2020 //

Einerseits graut es mir vor den kommenden Wintermonaten. So richtig planen lässt sich derzeit nichts. Sind die Feiertage erst einmal vorüber, gibt es wenig Positives im Alltag. Das wird nicht gerade besser, wenn sämtliche Möglichkeiten, die das Leben in der großen Stadt aus- und reizvoll machen, pandemiebedingt vorenthalten werden. Andererseits hilft das sicherlich für eine Neuausrichtung und, um sich selbst und ein paar Probleme geklärt zu bekommen.

Wie gestaltest du die kommenden Wintermonate erträglicher? Schreib es gern in die Kommentare!

Alles Liebe
Philipp

2 Comments

Antworten

  1. Moin Philipp,
    danke fürs Verlinken :-)
    Also das mit den Rezepten fänd ich sehr spannend, ich wär gar nicht auf die Idee gekommen aus Romanen und Co. Speisen nach zu kochen :- D da hast du mich jetzt echt neugierig gemacht.
    Ich wünsche dir einen Guten Jahresausklang und ein ruhiges rüber Rutschen :-)
    Liebe Grüße
    Aurelia

    • Hallo Aurelia,

      vielen Dank für deine Rückmeldung! Ich würde für den Anfang ab und zu welche veröffentlichen und dann später, wenn es mehr werden, eine Reihe oder Sektion daraus machen.

      Dir auch einen guten Rutsch!

      Lieber Gruß aus Berlin
      Philipp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.